FABIAN HANDBUCH: HANDBUCH DER HISTORISCHEN BUCHBESTÄNDE IN DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH UND EUROPA SUB Logo
 
Home
HomeRegionen:Stadtregister:Abkürzungen
Volltextsuche:

trunkiert

BenutzerprofilLogin

Impressum
     Home > Deutschland > Hessen  A - G > Fulda
     Hessen H - Z

Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars

Adresse. Domplatz 5, 6400 Fulda [Karte]
Telefon. (0661) 87-244
Bibliothekssigel. <Ful 2; AKThB 7>

Unterhaltsträger. Bistum Fulda
Funktion. Öffentlich zugängliche wissenschaftliche Spezialbibliothek für Dozenten und Studenten der Theologischen Fakultät Fulda und Angehörige des Bischöflichen Priesterseminars Fulda sowie die im Gebiet des Bistums Fulda Wohnenden.
Sammelgebiete. 1. Allgemeine Sammelgebiete: Alle theologischen Fächer sowie eine größere Zahl von z. T. als theologische Hilfswissenschaften dienenden geisteswissenschaftlichen Fächern. - 2. Besondere Sammelgebiete: Fuldensien, Schriften Georg Witzels.

Benutzungsmöglichkeiten. Ausleihbibliothek. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9-12, 14-16.30 Uhr, Freitag 9-12, 13-15 Uhr. - Leihverkehr: DLV und kirchl. Leihverkehr.
Technische Einrichtungen für den Benutzer. Kopiergerät, Mikrofilm- und Mikrofiche-Lesegerät.
Gedruckte Informationen. Hinweise für die Benutzung (6 Faltblätter). Redaktion: B. Jäger.
Hinweise für anreisende Benutzer. Anmeldung empfehlenswert. - Fußweg vom Bahnhof (10 Minuten). A 7, Ausfahrt Fulda-Nord oder Fulda-Süd. Parkmöglichkeiten im Dombereich.

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Die Bibliothek fußt in ihrem Altbestand auf den Bibliotheken dreier Institutionen in Fulda: des Priesterseminars, des Jesuitenkollegs und des Päpstlichen Seminars. Ein Priesterseminar in den Quellen anfangs Alumnatshaus genannt wurde bereits 1572 eingerichtet, als Fürstabt Balthasar von Dernbach (1570-1576, 1602-1606) in Ausübung quasi-episkopaler Rechte die Priesterausbildung unter seine Obhut nahm. Die geistlich-spirituelle wie die wissenschaftliche Ausbildung der Alumnen lag 200 Jahre lang im wesentlichen in den Händen der Jesuiten, die, ebenfalls seit 1572, ein Kolleg in Fulda unterhielten welches die Keimzelle der 1734 errichteten und 1805 suspendierten Universität wurde. Jesuitenkolleg und Alumnatshaus lagen anfangs unmittelbar nebeneinander (letzteres an der Stelle der späteren Universität). Das 1574 errichtete und gleichfalls von den Jesuiten betreute Päpstliche Seminar für Adelssöhne brachte jedoch ebenfalls Priester hervor und stellte dabei zeitweise das Priesterseminar in den Schatten. 1729 erhielten die Alumnaten im sogenannten Kollegiathaus eine neue Wohnstätte; 1736 wurde das Priesterseminar auch auf eine sichere wirtschaftliche Basis gestellt. Nach der Aufhebung des Päpstlichen Seminars 1782 die Jesuiten hatten die Stadt bereits 1773 verlassen müssen wurde das Priesterseminar in das Päpstliche Seminar verlegt. Im Gefolge der Säkularisation des geistlichen Fürstentums Fulda wurde 1803 ein erneuter Wohnungswechsel fällig: diesmal (und bis heute) in das Gebäude des aufgehobenen Benediktinerklosters. Auch die wissenschaftliche Ausbildung wurde nach der Schließung der Universität 1805 hierher verlagert. 1965 wurde mit der Errichtung einer Philosophisch-theologischen Hochschule, die 1978 in eine Päpstliche Theologische Fakultät umgewandelt wurde, die wissenschaftliche von der geistlich-spirituellen Ausbildung getrennt.

1.2 Das Priesterseminar besaß vielleicht von Anfang an, sicher aber seit der Wohnungsnahme im Kollegiathaus eine eigene Bibliothek für die Alumnen. Neben diese Alumnatsbibliothek, später als " kleinere" Bibliothek bezeichnet, trat entweder nach der Übernahme von Teilen der Jesuiten-Bibliothek und der des Päpstlichen Seminars 1773/1802 oder seit der Verlagerung der wissenschaftlichen Ausbildung in das Priesterseminar 1805 eine auch als " größere" Bibliothek bezeichnete sogenannte Hausbibliothek. Im Gegensatz zur Alumnatsbibliothek blieb diese zunächst ohne feste Eigenmittel, so daß Bücher nur nach Genegung durch das Bischöfliche Generalvikariat gekauft werden konnten. Beide Bibliotheken wurden zunächst von dem Seminarpräfekten, später dem Subregens mitverwaltet. Um die Mitte des 19. Jhs wurden sie gemeinsam als Seminariumsbibliothek betrachtet und von 1854 bis 1968 der Leitung eines nebenamtlich arbeitenden Professors unterstellt. Nach Reparaturarbeiten am Dach des alten Bibliotheksraumes, der ehemaligen " Krankerei" des Klosters, wurde 1859 die innere Ordnung der Bibliothek in Angriff genommen und für die Katalogisierung der damals vorhandenen etwa 20.000 Bücher die Form eines Zettelkatalogs gewählt, welcher die Vorstufe zu einem Bandkatalog sein sollte. Die Arbeit kam aber im folgenden Jahr zum Erliegen, und erst 1905 bis 1907, nachdem durch die Aufstockung des Südflügels des alten Klosters ein neuer Raum für die Bibliothek (das heutige " Alte Magazin") gewonnen worden war, wurde unter einem ausgebildeten Bibliothekar - Dr. Wilhelm Kothe eine umfassende Systematisierung, Aufstellung und Katalogisierung der nunmehr etwa 30.000 Bde begonnen (nach PI), die allerdings auch nicht in der vorgesehenen Form zu Ende geführt wurde.

1.3 Die Finanzlage des Priesterseminars ließ einen gezielten und ausgewogenen Bestandsaufbau über weite Strecken nicht zu. So gab es erst nach der Rückkehr des im Kulturkampf 1875 bis 1886 geschlossenen und mit der theologischen Ausbildung nach Würzburg ausgewichenen Seminars einen festen Etat in Höhe von 1000 Mark. Die Bibliothek blieb angesichts der bescheidenen Eigenerwerbungen auf Schenkungen angewiesen, die vornehmlich von geistlichen Würdenträgern und von Professoren gemacht wurden. Hervorzuheben sind die Schenkungen des letzten adligen Domdechanten Friedrich von Kempff (1853: 165 Titel), der nacligen Bischöfe Georg Ignaz Komp und Joseph Damian Schmitt, des Kapitularvikars Konrad Hahne, des Domdechanten Dr. Karl Braun, des Assessors Jakob Schell (in den Jahren zwischen 1860 und 1900) und des Professors Dr. Konstantin Gutberlet (1910: 375 Bde). Hinzu traten im Laufe der Zeit zahlreiche weitere, kleinere Büchergeschenke. Eine weitere Möglichkeit zur Bestandsvermehrung bot die Erwerbung von Nachlässen, wie z. B. die rund 2350 Bde umfassende Bibliothek des Schulseminardirektors Johann Georg Pfister, die 1862 für 175 Gulden gekauft wurde.

1.4 Die Qualität des Altbestandes der heutigen Priesterseminar-Bibliothek beruht für das 16. bis 18. Jh in hohem Maße auf jenen Teilen der Jesuiten-Bibliothek, die 1778 (und später) nicht in die neugegründete Öffentliche, die heutige Hessische Landesbibliothek, sondern in die Bibliothek des Priesterseminars gelangten. Die von den Jesuiten unterhaltene Bibliothek stand auf einem hohen Niveau - trotz des Aderlasses, den sie (neben der Klosterbibliothek und der Hofbibliothek der Fürstäbte) im Dreißigjährigen Krieg 1632 durch die Verschleppung ihrer Bücher nach Kassel hinnehmen mußte. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Jesuiten-Bibliothek bestand aus Schenkungen, so von den Fürstäbten Balthasar von Dernbach und Joachim von Gravenegg (1644-1670), den Stadtpfarrern bzw. Generalvikaren Andreas Koch, Johann Meykranz, Christian Steinheibel (74 Titel) und Johann Joachim Hahn.

1.5 Neben dem Jesuitenkolleg unterhielt das 1584 vornehmlich zur Rückgewinnung des protestantischen Adels in Mittel- und Norddeutschland zum Katholizismus gegründete Päpstliche Seminar, in dem bald auch nichtadlige Alumnen Aufnahme fanden, die wie die adligen Seminaristen das Gymnasium des Jesuitenkollegs besuchten, eine eigene Bibliothek. Über deren Anfänge ist nichts bekannt; die Jahresrechnungen ab 1628 aber belegen Ausgaben für die Bibliothek; zudem existiert aus dem Jahre 1641, als sich das Seminar im Kölner " Exil" (1632-1651) befand, ein Bibliothekskatalog.

1.6 Es gibt Anzeichen dafür, daß die Bibliothek des Päpstlichen Seminars in die des Jesuitenkollegs integriert war und beide Bibliotheken ab einem bestimmten, nicht genau datierbaren Zeitpunkt als eine Einheit betrachtet wurden, denn ein Bestandsverzeichnis aus der Zeit um 1700 führt unterschiedslos nebeneinander Bücher mit dem Besitzvermerk " Collegium Societatis Jesu Fuldense" und " Seminarium Pontificium Fuldense (SPF)" auf. Die Verklammerung der beiden Institutionen wird in einer gleichfalls anzutreffenden dritten Besitzvermerk-Form, nämlich " Seminarium Pontificium Societatis Jesu", sichtbar.

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

2.1 Bei einem Gesamtbestand von 150.000 Bdn umfaßt der historische Bestand 28.082 Titel in 39.186 Bdn (einschließlich 156 Inkunabeln). In dem historischen Bestand ist ein reichhaltiger, aber ungeordneter Bestand an vorwiegend juristischen Dissertationen und Disputationen nicht erfaßt. Die folgenden Angaben beruhen auf der Auswertung von 200 nach Fachgebieten geordneten Zinserschen Kapselkatalogen, die auf der Grundlage der 1905 konzipierten Fächereinteilung und der damals und in den Folgejahren für insgesamt sechs Fachgebiete erarbeiteten Aufstellungs-Systematiken bis zum Jahre 1960 (jedoch mit z. T. erheblichen Lücken) geführt wurden. Die Katalogisate sind mit denen des Alphabetischen Katalogs vielfach identisch. Allerdings sind zahlreiche Besitzveränderungen (Abgaben, Verluste) sowie einige Erwerbungen nicht berücksichtigt. Da eine eingehende Revision des Altbestandes noch nicht möglich war, ist eine Fehlquote von etwa 5 Prozent bei den Bestandsangaben einzukalkulieren. Chronologische Übersicht und Übersicht nach Sprachen

2.2 Der historische Bestand von 28.082 Titeln (ohne Dissertationen und Disputationen) gliedert sich in 156 Inkunabeln (0,5 Prozent), 1760 Titel (6,3 Prozent) des 16. Jhs, 3979 (14,2 Prozent) des 17. Jhs, 4781 (17 Prozent) des 18. Jhs und 17.406 (62 Prozent) des 19. Jhs.

2.3 Entsprechend dem hohen Anteil des Schrifttums aus dem 19. Jh dominiert die deutsche Sprache mit 17.392 Titeln (61,9 Prozent). In lateinischer Sprache sind 9083 Titel (32,3 Prozent) verfaßt, in französischer 908 (3,2 Prozent) und in italienischer 378 (1,3 Prozent). Ferner sind 81 griechische, 42 englische, 39 hebräische, 13 spanische, 7 niederländische, 6 syrische, 136 zwei- bzw. mehrsprachige Werke sowie ein rätoromanischer Titel vorhanden. Systematische Übersicht

2.4 Da die 1905 eingeleitete systematische Neuaufstellung nicht durchgängig verwirklicht wurde und die teilweise bestehende systematische Aufstellung später wieder rückgängig gemacht wurde, ist der bis auf Ausnahmen unsignierte Bestand heute innerhalb der Fachgebiete nach Formaten, innerhalb der Formate alphabetisch nach Autor oder Titel (bei Biographien nach behandelten Personen) aufgestellt. Von den insgesamt 37 Fachgruppen und 3 Sondersammlungen sind 22 mit 14.538 Titeln (20.755 Bde) der Theologie zuzurechnen und 18 mit 13.544 Titeln (18.431 Bde) profanen Wissenschaften.

2.5 Unter den Gesammelten theologischen

Werken (183 Titel in 788 Bdn; 26 aus dem 16. Jh, 50 aus dem 17. Jh, 18 aus dem 18. Jh, 89 aus dem 19. Jh; 64 in Deutsch, 99 in Lateinisch, 13 in Französisch, 5 in Italienisch, 2 in Spanisch) stehen nur Sammlungen mehrerer Schriften eines Verfassers, wenn diese über verschiedene theologische Disziplinen handeln.

2.6 Die Dogmatik schließt die Apologetik und Schriften ein, welche die Moral im engen Anschluß an die Dogmatik behandeln. Es finden sich 856 Titel in 1496 Bdn (63 aus dem 16. Jh, 148 aus dem 17. Jh, 214 aus dem 18. Jh, 431 aus dem 19. Jh; die lateinische Sprache überwiegt mit 532 Titeln gegenüber der deutschen mit 307 Titeln, dazu kommen 9 französische, 4 italienische, 3 englische und ein spanischer Titel). Der inhaltliche Schwerpunkt der ursprünglich systematisch, jetzt aber alphabetisch aufgestellten Werke liegt bei der Scholastik, und zwar sowohl der Hoch- und Spätscholastik (1200 bis 1500) besonders bei Vertretern der thomistischen Richtung als auch der Zweitscholastik (1500 bis 1800) und vor allem der Neuscholastik (1800 bis 1900).

2.7 Die Gruppe Polemik, Irenik, Symbolik (1208 Titel in 1281 Bdn; 299 aus dem 16. Jh, 448 aus dem 17. Jh, 156 aus dem 18. Jh, 305 aus dem 19. Jh; 645 deutsch, 521 lateinisch, 34 französisch, 5 englisch, je einer italienisch, spanisch und niederländisch) faßt die drei geschichtlichen Perioden der - theologisch begründeten konfessionellen Auseinandersetzungen der Neuzeit zusammen. Ein Schwerpunkt liegt bei den nachtridentinischen, vor allem jesuitischen polemisch wie apologetisch argumentierenden - Kontroverstheologen des ausgehenden 16. und des 17. Jhs: Martin Becanus SJ (1563-1624), Roberto Bellarmin SJ (1542-1621), Franz Coster SJ (1532-1619), Jakob Gretser SJ (1562-1625), Johann Pistorius d. J. (1546-1608), Gregorio de Valencia SJ (1549-1603), Adrian (1609-1669) und Petrus de Wallenburch (1610-1675). Hinter den Polemikern treten die Vermittlungstheologen wie Adam Contzen SJ (1571-1635) und Georg Witzel (s. u. 2.39 Sondersammlungen) klar zurück; etwas stärker vertreten sind auch die Apologeten des 19. Jhs.

2.8 Die alt- und neutestamentliche Exegese (2103 Titel in 2952 Bdn; 135 Werke aus dem 16. Jh, 202 aus dem 17. Jh, 325 aus dem 18. Jh und 1441 aus dem 19. Jh) zeigt eine größere Sprachenvielfalt als die übrigen Fächer: Neben 1229 deutschen und 679 lateinischen Titeln stehen 59 französische, 44 griechische, 39 hebräische, 14 italienische, je 6 syrische und englische, eine rätoromanische und 24 zwei- und mehrsprachige Ausgaben. Der systematisch erfaßte, aber nicht (mehr) systematisch aufgestellte Bestand umfaßt neben Bibelausgaben (334 Titel in 447 Bdn; 19 aus dem 16. Jh, 25 aus dem 17. Jh, 65 aus dem 18. Jh, 225 aus dem 19. Jh; 122 in Deutsch, 65 in Lateinisch, 43 in Griechisch) schwerpunktmäßig Kommentare vor allem zu den Psalmen (625 Titel in 904 Bdn; 60 aus dem 16. Jh, 90 aus dem 17. Jh, 90 aus dem 18. Jh, 385 aus dem 19. Jh), Arbeiten zur Geschichte, Geographie und Topographie des Heiligen Landes sowie die ältere Orientalistik (Philologie). Unter den älteren Autoren - aus dem " goldenen Zeitalter" der katholischen Exegese um 1500 bis etwa 1650 nehmen Angehörige des Jesuitenordens einen besonderen Rang ein (vor allem Cornelius a Lapide).

2.9 In der Patrologie sind die Werkausgaben von Kirchenschriftstellern der ersten Jahrhunderte sowie die hierauf bezogene Literatur aufgestellt; sonstige Kirchenväter-Schriften befinden sich bei den entsprechenden Fachgebieten. Insgesamt sind hier 620 Titel in 1213 Bdn vertreten: 63 stammen aus dem 16. Jh, 55 aus dem 17. Jh, 38 aus dem 18. Jh, 464 aus dem 19. Jh; 257 deutschsprachigen Titel stehen 318 lateinische gegenüber, dazu kommen 16 griechische und 3 französische Ausgaben.

2.10 Die Fachgruppe Konzilien (206 Titel in 274 Bdn; 9 aus dem 16. Jh, 18 aus dem 17. Jh, 24 aus dem 18. Jh, 155 aus dem 19. Jh; 111 in deutscher, 84 in lateinischer, 5 in französischer, 2 in italienischer Sprache, 4 zweisprachige Ausgaben) umfaßt Konzilsakten oder -sammlungen sowie die Literatur über die Allgemeinen Konzilien (vor allem Vatikanum I) und die Partikular-Konzilien.

2.11 Die Moraltheologie (622 Titel in 1009 Bdn; 39 aus dem 16. Jh, 175 aus dem 17. Jh, 203 aus dem 18. Jh, 205 aus dem 19. Jh; 155 Titel in deutscher Sprache, 454 in Lateinisch, 7 in Französisch, 6 in Italienisch) ist katalogmäßig geschieden in ältere (bis 1748: Erscheinen von Alfons Maria di Liguoris Medulla) und jüngere, aber zusammen aufgestellt. Hier finden sich Autoren der " klassischen", zunächst in Kasussammlungen, dann in Handbüchern niedergelegten Moraltheologie, mit einem Schwerpunkt auf dem Probabilismus in seinen verschiedenen Ausprägungen und mit Vertretern aller geistlichen Orden, vor allem aber der Jesuiten, so Hermann Busenbaum SJ (1600-1668), Benjamin Elbel OFM (1690-1756), Martin de Esparza-Artieda SJ (1606-1685), Georges Gobat SJ (1600-1679), Alfons Maria di Liguori OSSR (1696-1787). Außerdem sind Werke zur Beichtstuhlkasuistik und zur Bußdisziplin vorhanden, so Martin de Azpilcueta OESA (1493-1586) und Paolo Segneri d. Ä. SJ (1624-1694).

2.12 Die Pastoraltheologie (390 Titel in 498 Bdn; 9 Titel aus dem 16. Jh, 34 aus dem 17. Jh, 55 aus dem 18. Jh und 292 aus dem 19. Jh; 293 in deutscher Sprache, 92 in Lateinisch, 4 in Italienisch, einer in Französisch) enthält u. a. eine Sammlung von Hirtenbriefen der Bischöfe Preußens und Deutschlands, darunter vor allem Fastenhirtenbriefe.

2.13 Bei der Katechetik (648 Titel in 1002 Bdn; 24 Titel aus dem 16. Jh, 35 aus dem 17. Jh, 84 aus dem 18. Jh, 505 aus dem 19. Jh; 560 Werke in deutscher Sprache, 66 in lateinischer, 11 in französischer, 7 in italienischer, eins in griechischer, 2 sind zweisprachig) stehen bearbeitete Bibelausgaben, Katechismen (Petrus Canisius SJ, 1521-1597) und dogmatische Schriften zur Belehrung der Gläubigen über die Grundwahrheiten der christlichen, speziell der katholischen Religion, in populär abgefaßter Form sowie Lehr- und Handbücher für den Pastoralgebrauch.

2.14 Im Fachgebiet Homiletik sind 1904 Titel in 3061 Bdn (144 aus dem 16. Jh, 350 aus dem 17. Jh, 327 aus dem 18. Jh, 1083 aus dem 19. Jh; 1326 in deutscher, 476 in lateinischer, 72 in französischer, 29 in italienischer, einer in griechischer Sprache) katalog- und aufstellungsmäßig in ältere (vor 1800) und jüngere unterteilt. Barocke Predigten und Predigtsammlungen aus dem deutschen und aus dem romanischen Sprachraum nehmen einen besonderen Rang ein. Dabei sind neben Angehörigen des Jesuitenordens, so z. B. Louis Bordaloue (1632-1704), Matthias Faber (1587-1653), Philipp Hartung (1639-1702), Konrad Purselt (1644-1706) und Paolo Segneri d. Ä. (1624-1694) in starkem Maße auch Mitglieder anderer Orden (etwa Procopius von Templin OFM-Cap, 1608-1680) vertreten. Zahlenmäßig bedeutsam sind Autoren der Reformationszeit und der frühen Gegenreformation und Kontroverstheologie, so Johannes Wild " Ferus" OFM (1495-1554), Luis de Granada OP (1504-1588), Jakob Feucht (1540-1580) und Thomas Stapleton (1535-1588) sowie Autoren der Aufklärungszeit wie Adrian Gretsch OSB (1753-1826). Aus dem 19. Jh stammen viele Meß- und Kasualpredigten (besonders von bischöflichen und Dompredigern), aber auch Anleitungen zur Kanzelberedsamkeit.

2.15 Die Liturgik (614 Titel in 831 Bdn; 38 aus dem 16. Jh, 64 aus dem 17. Jh, 118 aus dem 18. Jh, 394 aus dem 19. Jh; 282 deutsch, 307 lateinisch, 14 französisch, 9 italienisch, je einer griechisch und englisch) bezieht sich fast ausschließlich auf die Römische Liturgie; hierbei überwiegt die spezielle Liturgik. Schwerpunkte bilden Riten- und Zeremonienbücher einschließlich Kommentaren (z. B. Bartolomäus Gavanti, 1569-1638) sowie Quellen und Darstellungen zur Kirchenmusik, so Franz Xaver Haberl (1840-1910). Geringer ist der Anteil liturgiegeschichtlicher Werke; hier ist Ferdinand Probst (1816-1899) hervorzuheben.

2.16 Die Aszese bildet innerhalb der theologischen Fächer die größte Gruppe mit 2798 Titeln in 3181 Bdn (166 aus dem 16. Jh, 706 aus dem 17. Jh, 612 aus dem 18. Jh, 1314 aus dem 19. Jh; deutsch 1448 Werke, lateinisch 1053, italienisch 108, spanisch und englisch je 5, daneben je eine niederländische und zweisprachige Ausgabe). Es überwiegen Exerzitienliteratur, Spiritualität, Mystik und Meditationen. Dazu kommen Anweisungen zum christlichen Leben und Sterben sowie Andachts- und Betrachtungsbücher (über Leben, Sterben und Auferstehung Jesu u. a.). Die große Mehrheit der Autoren gehört dem Jesuitenorden an. Die bekanntesten Vertreter der Aszese (Ignatius von Loyola, 1491-1556; Alonso Rodriguez, 1531-1617; Lorenzo Scupoli, 1530-1610) sind ebenso vorhanden wie die der Spiritualität (Jeremias Drexel, 1581-1639; Luis de Granada, 1504-1588), der Mystik (Franz von Sales, 1567-1622; Johannes Justus Lansperg(er), 1490-1539; Luis de la Puente, 1554-1656, aber auch ein lutherischer Mystiker wie Johann Arndt, 1555-1621) oder Vertreter der " devotio moderna" (63 Ausgaben der Imitatio Christi des Thomas a Kempis).

2.17 Beim Kirchenrecht (1092 Titel in 1682 Bdn; 25 Titel aus dem 16. Jh, 144 aus dem 17. Jh, 312 aus dem 18. Jh, 611 aus dem 19. Jh; 533 in deutscher, 536 in lateinischer, 13 in französischer, 6 in italienischer Sprache, 2 zweisprachig) stehen neben rein kirchenrechtlichen Werken auch Bullarien und amtliche Dekrete der kirchlichen Behörden, sofern sie kirchliche Verfassungsangelegenheiten betreffen, sowie auch theoretische Schriften, welche die Konzilien vom Gesichtspunkt der Kirchenverfassung her erörtern. Unter den Lehr- und Handbüchern des 16. bis 18. Jhs, also der neuklassischen Kanonistik, überwiegen die " Kommentare" (z. B. von Agostino Barbosa, 1590-1649; Justus Hennig Boehmer, 1674-1749; Ludwig Engel, 1630-1674 und Zeger Bernard van Espen, 1646-1728) und " Institutionen". Daneben stehen Darstellungen des Staatskirchenrechts (Jus ecclesiasticum) und, vorwiegend im 17. Jh, des Eherechts. Die kleine Gruppe Kirchenstatistik (20 Titel in 57 Bdn) enthält ausschließlich Werke des 19. Jhs in deutscher Sprache.

2.18 Der Schwerpunkt innerhalb der Gruppe Religiöse Dichtung (209 Titel in 233 Bdn; 17 aus dem 16. Jh, 32 aus dem 17. Jh, 14 aus dem 18. Jh, 146 aus dem 19. Jh; 145 Titel deutsch, 55 lateinisch, 5 italienisch und 4 französisch) liegt bei der Behandlung biblischer Stoffe in Dramen und Lyrik, gefolgt von hagiographischen, Mysterien- und Legendenspielen sowie geistlichen Liedern und Gesängen.

2.19 Im inhaltlich systematisierten Fach Kunst (ursprünglich Christliche Archäologie und Kunst) wird zwischen profaner und christlicher Kunst unterschieden, wobei unter 403 Titeln in 546 Bdn die Profankunst überwiegt (252 : 151), ein inhaltliches Schwergewicht aber eindeutig bei christlicher Archäologie und Kunst liegt. Drei Werke wurden im 16. Jh, 13 im 17. Jh, 4 im 18. Jh und 383 im 19. Jh gedruckt. Es dominiert die deutsche Sprache (in 373 Schriften) gegenüber anderen (15 lateinische Titel, 9 französische, 7 italienische, ein englischer).

2.20 Die Allgemeine Theologie beinhaltet Werke, die sich mit den verschiedensten Zweigen der theologischen Wissenschaft gleichzeitig befassen. 135 Titel in 68 Bdn verteilen sich auf 2 aus dem 16. Jh, einer aus dem 17. Jh, 7 aus dem 18. Jh, 125 aus dem 19. Jh. 120 Titel sind deutschsprachig, 12 lateinisch, 3 spanisch.

2.21 Die Missionsliteratur umfaßt 61 Titel in 114 Bdn. Zehn Titel stammen aus dem 16. Jh, 15 aus dem 17. Jh, 5 aus dem 18. Jh und 31 aus dem 19. Jh; 30 sind in deutscher Sprache, 22 in lateinischer, 6 in französischer, 2 in italienischer, einer in englischer.

2.22 Bei den Gesangbüchern (205 Titel in 223 Bdn; 7 aus dem 17. Jh, 35 aus dem 18. Jh, 163 aus dem 19. Jh; 195 deutsche Titel, 9 lateinische und ein französischer) handelt es sich vorrangig um Gesang- und Gebetbücher katholischer deutscher Bistümer. In sehr geringem Umfang sind Ausgaben für lutherische und reformierte Territorien vertreten.

2.23 Die Vergleichende Religionswissenschaft umfaßt lediglich 43 Titel, davon 3 aus dem 18. Jh, 40 aus dem 19. Jh; 42 sind in deutscher Sprache abgefaßt, einer in Niederländisch.

2.24 Die Kategorie Allgemeines (406 Titel in 113 Bdn; 2 aus dem 16. Jh, 8 aus dem 17. Jh, 16 aus dem 18. Jh, 380 aus dem 19. Jh; davon 380 deutsch, 8 lateinisch, 13 französisch, 2 italienisch und einer niederländisch) vereinigt zwei Gruppen von Schriften: Werke verschiedensten Inhalts, die keiner Spezialdisziplin zuzuordnen sind, und Werke allgemein-theologischen, aber nicht wissenschaftlichen Inhalts (s. dagegen 2.20), welche sich ebenfalls der Zuordnung zu einzelnen Fachgebieten entziehen. Überwiegend handelt es sich um Schriftenreihen für einen breiteren Leserkreis (z. B. Kompaß für das katholische Volk oder Frankfurter zeitgenössische Broschüren), vereinzelt um Kongreßberichte, Wissenschaftskunde und bibliotheksbezogene Literatur.

2.25 Die Philosophie (1370 Titel in 1833 Bdn; 70 davon aus dem 16. Jh, 150 aus dem 17. Jh, 241 aus dem 18. Jh, 909 aus dem 19. Jh; 838 deutsch, 447 lateinisch, 51 französisch, 25 italienisch, 5 englisch, 4 griechisch) gehört zu den wenigen sachlich systematisch-chronologisch aufgeschlüsselten Fächern. Neben allgemeinen Einleitungen stehen Werke zur Logik und Erkenntnistheorie (Augustin Hunnaeus, † 1578), Ontologie und Metaphysik, darunter Naturphilosophie (Kosmologie), philosophische Anthropologie, philosophische Ethik (soweit sie nicht auf speziell christlich-dogmatischen Voraussetzungen beruht) und Religionsphilosophie, zur Psychologie und zur Geschichte der Philosophie, speziell der des Altertums, mit Aristoteles-Ausgaben und Kommentaren der frühen Neuzeit (Francisco Alvarez de Toledo, 1510-1555, Collegium Conimbricensis SJ Coimbrizenser) im Vordergrund.

2.26 Bei der Geschichte (2736 Titel in 4373 Bdn; 142 Titel aus dem 16. Jh, 327 aus dem 17. Jh, 416 aus dem 18. Jh, 1851 aus dem 19. Jh; 1989 deutsch, 605 lateinisch, 101 französisch, 19 italienisch, 5 englisch, einer griechisch, 14 zweisprachig) wurde die 1905 intendierte Teilung des Faches in Geschichte und Kirchengeschichte nicht realisiert. Kirchengeschichtliche Werke haben gegenüber profangeschichtlichen ein leichtes Übergewicht. Die wichtigsten Quelleneditionen sind ebenso vorhanden wie die Klassiker der Kirchengeschichtsschreibung (u. a. Eusebius von Caesarea, ca. 260-339; Caesar Baronius, 1538-1607; Claude Fleury, 1640-1723, und ihre jeweiligen Fortsetzer) und aus dem 19. Jh Vertreter der deutschen Romantik (Friedrich Leopold von Stolberg-Stolberg, 1750-1819), der " deutschen kirchenhistorischen Schule" (um Johann Joseph Ignaz von Döllinger, 1799-1890 und Karl Joseph Hefele, 1809-1893) und der " römischen Theologenschule" (um Joseph Hergenröther, 1824-1890). Weitere inhaltliche Schwerpunkte bilden Ordensgeschichten, Territorial- und Diözesangeschichte sowie die Reichsgeschichte und die europäische Staatengeschichte. Zahlreich vertreten sind auch Arbeiten zur Reformationsgeschichte und zum Kulturkampf (darunter auch von Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler, 1811-1877).

2.27 Biographien beziehen sich vor allem auf Heilige und Märtyrer. Neben der Hagiographie, mit besonderem Gewicht auf Angehörigen des Jesuitenordens, finden sich auch Lebensbilder des klassischen Altertums und der Profangeschichte der Neuzeit. Von 1516 Titeln in 1643 Bdn stammen 24 aus dem 16. Jh, 142 aus dem 17. Jh, 163 aus dem 18. Jh und 1187 aus dem 19. Jh. 1202 Werke sind in deutscher Sprache; bei hagiographischen Arbeiten spielt das Lateinische (206 Titel) eine große Rolle. Weiterhin finden sich 70 französischsprachige, 36 italienische und je ein englischer und niederländischer Titel.

2.28 Bei Sozial- und Staatswissenschaften einschließlich Politik und Ökonomie (561 Titel in 660 Bdn; 3 Titel aus dem 16. Jh, 60 aus dem 17. Jh, 52 aus dem 18. Jh, 446 aus dem 19. Jh; 496 in Deutsch, 50 in Lateinisch, 11 in Französisch, 4 in Italienisch) stehen zum einen Schriften zur sozialen Frage des 19. Jhs und Lösungsvorschläge aus kirchlicher Sicht im Vordergrund, zum anderen werden in stärkerem Maße " Herrscherideale", die Staatslehre der frühen Neuzeit und volkswirtschaftliche Probleme thematisiert.

2.29 Das Fach Pädagogik (664 Titel in 859 Bdn; 4 Titel aus dem 16. Jh, 23 aus dem 17. Jh, 46 aus dem 18. Jh, 591 aus dem 19. Jh; 613 in deutscher, 33 in lateinischer, 17 in französischer, einer in italienischer Sprache) weist eine differenzierte Systematik auf (heutige Aufstellung allerdings alphabetisch). Inhaltliche Schwerpunkte liegen bei der Pädagogikgeschichte, im Verhältnis Kirche-Schule und im Bereich der geistlichen Erziehung.

2.30 Die Rechtswissenschaft (1192 Titel in 1689 Bdn, 166 Titel aus dem 16. Jh, 252 aus dem 17. Jh, 377 aus dem 18. Jh, 397 aus dem 19. Jh; 495 Werke in Deutsch, 676 in Lateinisch, 17 in Französisch, 4 in Italienisch) umfaßt auch rechtsphilosophische Arbeiten. Im Bereich des öffentlichen Rechts finden sich vor allem Abhandlungen (und Gesetzes- bzw. Rechtsspruchsammlungen) zum Straf- und Strafprozeßrecht, zum Verfassungsrecht (Staatsrecht) und zum Lehnsrecht. Im Bereich des Privatrechts (Römisches wie Germanisches Recht) stehen neben den klassischen Pandekten- und Digestenwerken vor allem solche zum Institutionensystem, zum " usus pandectarum" (Johann Samuel Stryk, 1640-1710, ist vor allem durch Dissertationen vertreten) und zum Naturrecht. Der Bestand enthält auch eine Anzahl von Dissertationen; weitaus mehr juristische Dissertationen finden sich in ungeordneten Dissertations-Konvoluten. Eine eigene Abteilung bildet das Hessische Recht (206 Titel in 275 Bdn; 13 aus dem 17. Jh, 14 aus dem 18. Jh, 179 aus dem 19. Jh, 197 in deutscher, 9 in lateinischer Sprache).

2.31 Die Gruppe Erdkunde und Reisebeschreibungen (429 Titel in 492 Bdn; 10 aus dem 16. Jh, 41 aus dem 17. Jh, 24 aus dem 18. Jh und 354 aus dem 19. Jh; 336 Titel deutsch, 54 lateinisch, 34 französisch, 3 italienisch und je einer griechisch und englisch) enthält vor allem Reiseführer. Neben Länder- und Städtebeschreibungen stehen naturgemäß Kirchen und christliche Denkmäler im Vordergrund. Die eigene Abteilung Rom-Literatur umfaßt 72 Titel in 85 Bdn (3 aus dem 17. Jh, einer aus dem 18. Jh, 68 aus dem 19. Jh; 52 deutsch, 10 französisch, 6 italienisch, 3 lateinisch und eine zweisprachige Ausgabe).

2.32 Die Naturwissenschaft (708 Titel in 881 Bdn; 59 aus dem 16. Jh, 107 aus dem 17. Jh, 100 aus dem 18. Jh, 442 aus dem 19. Jh; 480 deutsch, 187 lateinisch, 24 italienisch, 15 französisch, je einer griechisch und englisch) ist getrennt aufgestellt nach " alter" (vor 1800) und " neuer" Naturwissenschaft. Sie gliedert sich in Naturwissenschaft, Medizin und Mathematik. Die Naturwissenschaft (528 Titel in 679 Bdn; 36 aus dem 16. Jh, 62 aus dem 17. Jh, 84 aus dem 18. Jh, 346 aus dem 19. Jh; 366 deutsch, 128 lateinisch, 11 französisch, 22 italienisch) hat ihre Schwerpunkte in der Botanik, Physik und Evolutionstheorie. Die Medizin umfaßt 156 Titel in 171 Bdn (23 aus dem 16. Jh, 45 aus dem 17. Jh, 15 aus dem 18. Jh, 73 aus dem 19. Jh; 89 deutsch, 59 lateinisch, 4 französisch, 2 italienisch, je einer griechisch und englisch); die Mathematik 24 Titel in 31 Bdn (einer aus dem 18. Jh, 23 aus dem 19. Jh; alle deutsch).

2.33 Die Klassische Philologie ist wie üblich unterteilt in griechische und lateinische Philologie, wobei letztere mehr als 70 Prozent einnimmt. Insgesamt enthält die Abteilung 310 Werke in 386 Bdn, fast ausschließlich Textausgaben. 22 Werke wurden im 16. Jh verlegt, 29 im 17. Jh, 60 im 18. Jh, 199 im 19. Jh; der lateinischsprachige Anteil ist mit 204 Titeln dominierend gegenüber 86 deutschen, 9 griechischen, 3 französischen und 8 zweisprachigen Ausgaben.

2.34 Die Literatur (1140 Titel in 1571 Bdn; 120 Werke aus dem 16. Jh, 178 aus dem 17. Jh, 192 aus dem 18. Jh, 650 aus dem 19. Jh; 615 deutsch, 377 lateinisch, 106 französisch, 38 italienisch, 4 englisch) gliedert sich in ältere (425 Titel) und neuere Literatur (713 Titel). Unter der älteren Literatur sind neben Werken zu den theoretischen Grundlagen der Literatur, Rhetorik und Poetik, neulateinische Dichter, und hier wiederum Vertreter des barocken Jesuitendramas (Nicolo Avancini, 1611-1686; Jakob Balde, 1604-1668 und Jakob Masen, 1606-1681) hervorzuheben. Die neuere Literatur enthält neben Klassiker-Ausgaben auch Literaturgeschichte.

2.35 Die Sprachwissenschaft (421 Titel in 444 Bdn; 38 Titel aus dem 16. Jh, 53 aus dem 17. Jh, 89 aus dem 18. Jh, 241 aus dem 19. Jh; 215 deutsch, 140 lateinisch, 14 französisch, 4 italienisch, 45 zweisprachig) enthält vor allem Lehrbücher, Grammatiken und Wörterbücher. Die Rhetorik umfaßt 33 Titel (14 aus dem 17. Jh, 16 aus dem 18. Jh, 3 aus dem 19. Jh; 29 in lateinischer, 4 in deutscher Sprache). Weitere Rhetorika finden sich unter Homiletik bzw. Literatur (s. 2.14 und 2.34).

2.36 Das Fachgebiet Bibliothekswesen (Handbibliothek) vereinigt 69 Titel in 143 Bdn (ein Titel aus dem 17. Jh, 4 aus dem 18. Jh, 64 aus dem 19. Jh; 64 in Deutsch, je 3 in Lateinisch und Französisch, einer in Italienisch). An gesondert aufgeführten und ursprünglich gesondert aufgestellten Zeitschriften finden sich 54 in 947 Bdn (eine Reihe aus dem 18. Jh, 53 aus dem 19. Jh; 45 Zeitschriften mit deutschem Titel, 3 in Lateinisch, je 2 in Französisch und Italienisch, eine zweisprachig). Daneben stehen einige Zeitschriften unter den jeweiligen speziellen Fachgebieten. Inhaltlich überwiegen Zeitschriften zur allgemeinen Theologie, zur christlichen Lebensgestaltung und Literaturberichte. Sondersammlungen

2.37 Die gesondert aufgestellten 156 Inkunabeln (in 135 Bdn) verteilen sich auf Theologie (128 lateinische, 2 deutsche Werke), Recht (10 lateinische, eine deutsche Ausgabe), Römische Philologie (7 lateinische Werke), Geschichte (5 lateinische Werke), Kirchengeschichte (ein lateinisches Werk) und Sprachwissenschaft (eine lateinische Ausgabe).

2.38 Die Fuldensien (1065 Titel in 1282 Bdn; 6 Titel aus dem 16. Jh, 40 aus dem 17. Jh, 317 aus dem 18. Jh, 702 aus dem 19. Jh; 805 deutsch, 258 lateinisch, 2 französisch) sind gemäß Bibliotheksreglement vom 13. Januar 1887 ein besonderes Sammelgebiet mit dem Ziel größtmöglicher Vollständigkeit. Sie waren ursprünglich systematisch aufgestellt, stehen heute aber zusammen mit den Hassiaca (540 Titel in 663 Bdn; 3 aus dem 17. Jh, 34 aus dem 18. Jh, 503 aus dem 19. Jh; 522 deutsch, 16 lateinisch, 2 französisch; inhaltlicher Schwerpunkt bei der Geschichte) und den Werken zur Fuldaer Nachbargeschichte (52 Titel in 59 Bdn; einer aus dem 17. Jh, 12 aus dem 18. Jh, 39 aus dem 19. Jh; 47 deutsch, 5 lateinisch), nach (fingiertem) Numerus currens. Inhaltliche Schwerpunkte bilden Darstellungen zum Leben und Wirken der (Fürst-)Äbte und (Fürst-)Bischöfe, zu Verfassung, Recht, Wirtschaft und Gesellschaft, zu Schule und Geistesleben, Liturgie und Gottesdienst sowie Drucke Fuldaer Autoren, z. B. Athanasius Kircher SJ (1602-1680), Johann Georg Pfister (1765-1839), Johann Leonhard Pfaff (1775-1848), Friedrich Erdmann Petri (1776-1850), Georg Joseph Malkmus (1811-1877), Cornelius Will (1831-1905) und Heinrich Fidelis Müller (1837-1905).

2.39 Eine besondere Stellung innerhalb der Fuldensien nehmen die Schriften des um die Mitte des 16. Jhs in Fulda wirkenden Irenikers Georg Witzel (Wicelius) ein. Diese Sammlung, gesondert aufgestellt, wird ausgebaut; sie umfaßt bislang 62 Drucke in 60 Bdn aus dem 16. Jh (39 deutsch, 23 lateinisch).

3. KATALOGE

3.1 Allgemeine Kataloge

Alphabetischer Katalog

[Anlage nach PI, Dienst- und Benutzerkatalog]

Schlagwortkatalog

[erfaßt nur einen geringen Teil der vor 1900 erschienenen Literatur]

Zeitschriftenkatalog Die Bestände sind weder im Hessischen Zentralkatalog noch in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) nachgewiesen.

3.2 Sonderkatalog

[Huhn, Joseph:] Verzeichnis der Inkunabeln der Bibliothek des Priesterseminars zu Fulda. Fulda o. J. [1946]

3.3 Historischer Katalog

200 Kapselkataloge für die einzelnen Fachgebiete

[z. T. alphabetisch, z. T. systematisch-chronologisch nach 6 Fächern geordnet; mit Unterbrechungen von 1905 bis 1960 geführt; Standortkatalog für den Altbestand]

3.4 Historische Kataloge von Teilbibliotheken (z. T. integriert) Katalog der Bibliothek des Päpstlichen Seminars zu Fulda. 1641

[Biblioteca Apostolica Vaticana, Chis. Q III 7c, fol. 407r-408r]

Katalog der Bibliothek des Jesuitenkollegs und des Päpstlichen Seminars in Fulda [ca. 1700; Fragment]

Catalogus librorum ad usum cleri domus collegiatae ab erectionis ejusdem, id est a quartali Luciae anno 1729 intra spatium 25 annorum

[Katalog der Bibliothek des Priesterseminars in Fulda 1729-1754]

Catalog der Alumnats-Bibliothek [ca. 1825-1845]

Catalog über die Bücher der im Museum befindlichen Bibliothek

[ca. 1863; enthält 272 Titel]

Katalog der hinterlassenen Bibliothek des verstorbenen Seminardirektors [Johann] G[eorg] Pfister. 1862

[Archiv des Bischöflichen Generalvikariats Fulda, 102-03, Fasz. 1]

4. DARSTELLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER BIBLIOTHEK

4.1 Archivalien

Im Archiv des Bischöflichen Generalvikariats Fulda werden 3 Faszikel mit Akten zur allgemeinen Verwaltung der Bibliothek und Generalia (Bibliotheksordnung, amtliche Korrespondenz, Haushalts-, Bau-, Personalangelegenheiten, Bibliothekschronik, Zugangsbücher, Kataloge unvollständig überliefert) aus dem Zeitraum 1781 bis 1894 aufbewahrt (I: 1781-1785; II: 1830-1886; III: 1886-1894).

 Weiteres Material findet sich ungeordnet und z. T. noch unerschlossen in der Bibliothek.

4.2 Darstellungen

zur Institution (Priesterseminar, Jesuitenkolleg, Päpstliches Seminar)

Hilpisch, Stephan: Geschichte des Fuldaer Priesterseminars. Fulda 1962

Komp, Georg Ignaz: Die zweite Schule Fulda's und das päpstliche Seminar. Fulda 1877

Duhr, Bernhard: Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge. Freiburg, Regensburg 1907-1929 [4 Bde passim]

Weber, Christoph: Die Jesuiten in Fulda (mit Regestenanhang). In: Fuldaer Geschichtsblätter 34 (1958) S. 8-72

Leinweber, Josef: Das Päpstliche Seminar in Fulda. In: Polley, Rainer: Die Adolphsuniversität Fulda 1734-1805. Marburg 1984 (Schriften des Hessischen Staatsarchivs Marburg 2) S. 5-18

ders.: Das Päpstliche Seminar in Fulda und seine Bedeutung im Zeitalter der Katholischen Erneuerung und des Barock. In: Amon, Karl u. a. (Hrsg.): Ecclesia peregrinans. Josef Lenzenweger zum 70. Geburtstag. Wien 1986, S. 185-194

ders.: Verzeichnis der Alumnen und der Konviktoren des Päpstlichen Seminars in Fulda (1584-1773). St. Ottilien 1987 (Fuldaer Studien 1)

ders.: Adolf von Dalberg (1726-1737). Abt, Quasi-Bischof, Landesherr. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 40 (1988) S. 139-161

ders.: Alumnat, Päpstliches Seminar und Adeliges Seminar. Zur Geschichte der Fuldaer Seminarien der frühen Neuzeit. Erscheint voraussichtlich in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 43 (1991)

5. VERÖFFENTLICHUNGEN ZU DEN BESTÄNDEN

Flügel, Georg: Eine glossierte Bibel von 1520 in der Bibliothek des Priesterseminars zu Fulda. In: Fuldaer Geschichtsblätter 25 (1932) S. 33-36

Jäger, Berthold: Die Literaturversorgung der Theologischen Fakultät Fulda. Frankfurt am Main 1989 (Fuldaer Hochschulschriften 7) [Erstfassung: Die Literaturversorgung der Theologischen Fakultät Fulda durch die Bibliotheken des Bischöflichen Priesterseminars und der Theologischen Fakultät. In: Mitteilungsblatt der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken (AKThB) 34 (1987) S. 37-70]

Leinweber, Josef: Die der Öffentlichen Bibliothek zu Fulda von ihrer Fertigstellung im Jahre 1778 bis zum Jahre 1802 einverleibten Bibliotheken: In: Brall, Artur (Hrsg.): Von der Klosterbibliothek zur Landesbibliothek. Beiträge zum zweihundertjährigen Bestehen der Hessischen Landesbibliothek Fulda. Stuttgart 1978 (Bibliothek des Buchwesens 6) S. 323-336

Richter, Gregor (Hrsg.): Auszug aus dem Accessionsjournal der Bibliothek des Priesterseminars zu Fulda. Fulda 1908-1910

Richter, Gregor: Die Schriften Georg Witzels bibliographisch bearbeitet. Neben einigen bisher ungedruckten Reformationsgutachten und Briefen Witzels. Fulda 1913 (Veröffentlichungen des Fuldaer Geschichtsvereins 10)

Stand: November 1989

Berthold Jäger


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.