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Landeskirchliches Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Bibliothek

Adresse. Veilhofstraße 8, 90489 Nürnberg [Karte]
Telefon: (0911) 5 88 69-0
Telefax: (0911) 5 88 69-69
E-Mail: archiv.bibliothek@elkb.de
archiv@elkb.de
Bibliothekssigel. <N 26>

Unterhaltsträger. Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern
Funktion. . Wissenschaftliche Spezialbibliothek für bayerische Kirchen-, Landes- und Ortsgeschichte, Theologie, Ökumene und Kirchenrecht; Sammelstelle für landeskirchliches Schrifttum; treuhänderische Verwaltung von Kirchen- und Kapitelsbibliotheken im Bereich der Landeskirche.
Sammelgebiete. Protestantische Kirchen-, Landes- und Ortsgeschichte Bayerns; Kirchenkampf; Lokalgeschichte, Franconica; Gesangbücher, landeskirchliches Schrifttum, Ökumene, Kirchenrecht.

Benutzungsmöglichkeiten. Präsenzbibliothek im Lesesaal (24 Plätze). Ausleihe aus Magazinbestand möglich.
Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 9-17 Uhr, Donnerstag 9-20 Uhr und Freitag 9-13 Uhr. - Leihverkehr: DLV, kirchl. Leihverkehr.
Technische Einrichtungen für den Benutzer. Kopiergerät, OPAC. Fotostelle zur Anfertigung von Mikrofilmen, Papierkopien, Farbkopien u.ä.
Weitere Informationen, Aushebezeiten, aktuelle Öffnungszeiten u.a.: archiv@elkb.de
Gedruckte Informationen: Faltblatt
Hinweise für anreisende Benutzer. Schriftliche Anmeldung erwünscht; Bereitstellung von Literatur und Archivalien nach vorheriger schriftlicher Anmeldung möglich. Straßenbahnverbindung (Linie 8) vom Hauptbahnhof Richtung Erlenstegen bis Haltestelle Deichslerstraße. Parkplätze beim Archiv vorhanden.

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Im Dezember 1925 wurde auf Beschluß des Landessynodalausschusses beim Predigerseminar Nürnberg eine Sammelstelle für landeskirchliches Schrifttum eingerichtet, deren Auftrag es sein sollte, zur Vertiefung der praktischen Arbeit der Kirche die laufenden Veröffentlichungen über die und aus der bayerischen Landeskirche zu sammeln. Daneben wurde der Sammelstelle die Aufgabe übertragen unterstützt durch den ebenfalls 1925 gegründeten Verein für bayerische Kirchengeschichte -, einschlägige Druckerzeugnisse früherer Jahrhunderte zur bayerischen und fränkischen Kirchen- und Theologiegeschichte zusammenzutragen. Gesammelt werden sollte " alles, was sich auf bayerische kirchliche Verhältnisse (einschließlich des Schulwesens) bezieht oder von bayerischen theologischen oder kirchlichen Verfassern stammt".

1.2 Der Bestandsaufbau vollzog sich zunächst unsystematisch. Einem Aufruf im kirchlichen Amtsblatt, mit Spenden zum Aufbau der Sammelstelle beizutragen, folgten zahlreiche Pfarrer und Universitätstheologen. Bis 1931, als die Sammelstelle dem neu gegründeten Landeskirchlichen Archiv unterstellt wurde, waren vor allem durch Schenkungen und Abgaben aus Pfarramtsbibliotheken ca. 7600 Titel zusammengekommen (davon 104 aus dem 16. Jh, 138 aus dem 17. Jh, 340 aus dem 18. Jh und ca. 3750 aus dem 19. Jh), darunter neben exegetischen und homiletischen Werken ca. 190 vor 1900 gedruckte Titel zur Nürnberger Kirchengeschichte, Literaturgeschichte und praktischen Theologie aus der Bibliothek Theodor Bischoff, ca. 140 Predigten und Kasualreden aus Erlangen, Ansbach und Nürnberg aus den letzten Jahrzehnten des 19. Jhs, ca. 80 Predigten, Gebete und Gesänge aus Augsburger und Nördlinger Gemeinden sowie 30 Vorträge zur Missionsgeschichte von 1890.

1.3 In den folgenden Jahren wurde der Bestandsaufbau forciert, und die Schenkungen wurden durch systematische Erwerbungen ergänzt. Bis 1938 stieg der Bestand um ca. 12.500 Titel, davon 55 aus dem 16. Jh, 163 aus dem 17. Jh, 798 aus dem 18. Jh und 5590 aus dem 19. Jh. Als Geschenk kamen an Drucken aus den letzten Jahrzehnten des 19. Jhs hinzu: ca. 210 Predigten und Reden vor allem Nürnberger Pfarrer aus dem Besitz des Studienrats Karl Braun, 240 Drucke aus Nürnberg, ca. 300 kleine kirchliche Schriften aus Ansbach, Augsburg und Bayreuth, ca. 200 Broschüren aus dem Besitz von Pfarrer Christian Buchrucker, 130 kleinere Schriften und ein Sammelband mit Leichenpredigten des späten 17. Jhs aus der Oberpfalz von Pfarrer Maximilian Weigel aus Amberg, ca. 120 Broschüren aus der Bibliothek der Familie von Roth und ca. 50 kleine Schriften aus protestantischen Gemeinden in Niederbayern von Pfarrer Georg Seidel aus Landshut. Aus der Bibliothek des Pfarrers Hans Dittmar in Thurnau wurden ca. 930 Varia des 19. Jhs aufgenommen, aus dem Nachlaß des Kirchenrats Adolf Engelhardt und dem Buchbestand des Dekanats Nürnberg ca. 150 Drucke zur bayerischen Kirchengeschichte, von Pfarrer Hermann Steinlein aus Ansbach ca. 400 Titel zur Dogmatik und praktischen Theologie und von Pfarrer Christoph Fikenscher ca. 70 kleine Drucke. Ca. 80 Reden und Aufsätze zu politischen und kirchenpolitischen Fragen aus dem frühen 19. Jh stammen aus der Bibliothek des Erlanger Theologieprofessors Philipp Bachmann, 55 Dissertationen aus Erlangen und Predigten aus Bayreuth und Hof aus der ersten Hälfte des 19. Jhs aus dem Besitz von Pfarrer Heinrich Beyer und ca. 45 theologische Kontroversschriften aus der Zeit um 1848 aus dem Pfarramt Fürth.

1.4 Ein Sammelband mit Leichenpredigten des späten 17. Jhs aus der Oberpfalz gelangte aus dem Besitz von Pfarrer Maximilian Weigel in die Sammelstelle. Pfarrer Hermann Clauß aus Gunzenhausen vermachte dem Archiv einige Schwabacher Flugschriften der Reformationszeit. Die größte Erweiterung erfuhr der Altbestand der Sammelstelle 1933/34 durch den Erwerb eines Teils der Bibliothek Scheurl mit 582 Titeln des 16. bis 18. Jhs in 202 Bdn. Planmäßig erweitert wurde der Altbestand 1936/37 durch den Kauf von ca. 320 überwiegend lateinischen Predigten, kontroverstheologischen Schriften und Gelegenheitsdrucken des 17. und 18. Jhs aus Nürnberg, Altdorf, Meiningen und Lauingen.

1.5 Bis zum Beginn der fünfziger Jahre lag der Anteil der vor 1900 gedruckten Werke bei den Zugängen bei knapp 50 Prozent. Zwischen 1938 und 1947 konnte der Bestand wegen der Kriegsereignisse nur um ca. 5800 Titel erweitert werden (16 aus dem 16. Jh, 74 aus dem 17. Jh, 270 aus dem 18. Jh und 1990 aus dem 19. Jh). Etwa 600 Drucke des 19. Jhs stammen aus dem Nachlaß von Studienrat Karl Braun (Dogmatik, Kirchengeschichte, Verwaltungswissenschaft und Kirchenrecht, Predigten, Reden und Nachrufe). 1939 erhielt die Bibliothek ca. 200 Dubletten aus der Stadtbibliothek Nürnberg, vor allem Nürnberger Kleinschrifttum und Predigten aus dem 17. und 18. Jh. Die Pfarrer Johannes Volkert und Jakob Böhner schenkten der Sammelstelle ca. 200 kirchliche Broschüren des späten 19. Jhs aus dem fränkischen Raum, Dekan Friedrich Lippert 40 Predigten und Reden aus Bayreuth. 130 Drucke des 19. Jhs stammen aus dem Nachlaß des Pfarrers Karl Hegwein, 60 Titel aus dem Nachlaß des Abteilungsdirektors im Germanischen Nationalmuseum Heinrich Heerwagen. 1944 wurden ca. 260 pädagogische Werke, Ausgaben antiker Schriftsteller und Literatur zur Staatslehre aus dem 19. Jh erworben. Im Krieg war die Bibliothek der Sammelstelle in Pommersfelden ausgelagert, die Amtsbibliothek in Wiedersbach bei Ansbach; Kriegsverluste sind nicht eingetreten.

1.6 In den Nachkriegsjahren konnte die Zahl der Erwerbungen langsam wieder gesteigert werden. Einem Aufruf im Amtsblatt von 1952 folgend, gaben zahlreiche Kirchengemeinden und Pfarrer ihre älteren Buchbestände in die Obhut der Sammelstelle. Unter den ca. 6700 Titeln, die zwischen 1947 und 1957 in die Bibliothek gelangten, finden sich eine Inkunabel, 100 Drucke des 16. Jhs, 130 des 17. Jhs, 285 des 18. Jhs und ca. 1255 des 19. Jhs. Unter den älteren Beständen sind zu nennen eine Schenkung des Staatsarchivs Nürnberg von 20 Nürnberger Gelegenheitsdrucken des 16. Jhs, ca. 300 Drucke des 18. und 19. Jhs und 16 Dramen des Thomas Naogeorgus aus Straubing aus dem 16. Jh aus dem Nachlaß des Pfarrers Leonhard Theobald (1877-1947), ca. 600 ältere Drucke aus dem Nachlaß von Pfarrer Christoph Jordan aus Lichtenau (darunter ein Sammelband mit 198 zwischen 1681 und 1838 gedruckten Gelegenheitsschriften aus dem fränkischen Raum), ca. 2000 Titel des 19. Jhs aus der Bibliothek des ehemaligen Oberkonsistoriums München (Rechtsgeschichte, Verwaltungswissenschaft, theologische Handbücher). Erworben wurden 1949 30 Gesangbücher des 18. und 19. Jhs und 1956 eine Sammlung von ca. 40 Nürnberger Gelegenheitsschriften der frühen Neuzeit.

1.7 Zwischen 1957 und 1969 sank der Anteil der älteren Drucke unter den Erwerbungen auf 18 Prozent; von ca. 12.000 Titeln stammten nur noch 80 aus dem 16. Jh, 105 aus dem 17. Jh, 360 aus dem 18. Jh und ca. 1450 aus dem 19. Jh, darunter als Schenkung des Staatsarchivs Würzburg eine Sammlung von 25 Nürnberger Drucken des 16. Jhs und ca. 50 Predigten aus dem Dekanat Rothenburg um 1880. In den Jahren 1970 bis 1981 konnte ein Zuwachs von ca. 25.000 Titeln verzeichnet werden, davon 6 Prozent ältere Drucke (85 aus dem 16. Jh, 177 aus dem 17. Jh, ca. 1030 aus dem 18. Jh und ca. 2430 aus dem 19. Jh), u. a. 101 Gesangbücher des 18. und 19. Jhs aus der Bibliothek von Pfarrer Ludwig Weck, die der Gesangbuchsammlung eingegliedert wurden, und eine kleinere Sammlung Altdorfer Dissertationen des frühen 18. Jhs. Wichtigste Ergänzung im Altbestand bilden ca. 75 Drucke des 19. Jhs aus den Kirchenbibliotheken Nördlingen und Kempten, ca. 245 Öttinger Gelegenheitsschriften des späten 17. und frühen 18. Jhs aus der Nördlinger Kirchenbibliothek und dem Pfarramt Eysölden sowie ca. 30 Bayreuther Drucke des 18. Jhs aus dem Pfarramt Untersteinach. Von 1981 bis 1988 kamen ca. 7900 Titel hinzu, darunter 11 Prozent ältere Drucke (8 aus dem 16. Jh, 28 aus dem 17. Jh, 125 aus dem 18. Jh und ca. 530 aus dem 19. Jh) aus Pfarramtsbibliotheken und Nachlässen von Pfarrern. An Einzelbeständen sind zu nennen ein Sammelband mit 17 Altdorfer Drucken von Christian Gottlieb Schwarz (um 1725) und 30 Gesang- und Gebetbücher des 18. und 19. Jhs aus dem Besitz der Pfarrer Max und Wilhelm Herold.

1.8 Neben der Sammelstelle verwaltet das Landeskirchliche Archiv zwei bedeutende historische Buchbestände, die Fenitzer-Dilherrsche Bibliothek und die Spitalbibliothek (s. auch u. 1.20-1.23). Die Fenitzer-Dilherrsche Bibliothek geht auf eine Stiftung des Nürnberger Messersceds Johannes Fenitzer (1565-1629) zurück, der 1615 eine recht hohe Geldsumme mit der Auflage stiftete, aus den Zinsen " ein freye, offene und allgemeine Theologische Bibliothec einzukauffen". Die Verwaltung des Stiftungskapitals und die Anschaffung der Bücher lag in den Händen eines Kollegiums, das sich nach testamentarischer Verfügung aus dem Hauptprediger einer der beiden Nürnberger Hauptkirchen, dem Ratsschreiber, einem Diakon und einem Meister des Messerscedehandwerks zusammensetzte.

1.9 Während des 17. Jhs wurde kontinuierlich theologische Literatur erworben, vor allem Neuerscheinungen auch aus dem europäischen Ausland sowie vorreformatorische Drucke. Die Bücher erhielten einen Einband mit dem Signet des Hl. Laurentius, des Schutzpatrons der Lorenzkirche. In der Regel wurden auf dem Vorsatzblatt ein Kupferportrait Fenitzers und ein gedruckter Hinweis auf die Bücherstiftung angebracht, dem gelegentlich auch das Jahr des Kaufs zu entnehmen ist. Zu den Erwerbungen kamen einzelne Schenkungen aus Kreisen des Nürnberger Patriziats. Um 1670 wurde der Bibliothek die Büchersammlung des Schaffers bei St. Lorenz, Georg Faber (1579-1634) und seines Sohnes Erhard (1626-1670) eingegliedert.

1.10 Im ersten gedruckten Katalog von 1736 sind 1009 Titel verzeichnet. In den Jahren 1736 bis 1775 erhöhte sich die Gesamtzahl der Titel nach Ausweis des zweiten gedruckten Katalogs auf 2774. Kontinuierlich erweitert wurde der Bestand an Bibelausgaben und exegetischen Hilfsmitteln, Bibelkommentaren, Lexika, Schriften zur Geschichte des Judentums und zur orientalischen Philologie. Den größten Zuwachs erhielt die Bibliothek um 1730 durch den Altdorfer Prof. Johann Wilhelm Baier (1675-1729), der der Fenitzer-Stiftung seine wertvolle Sammlung von 1296 " Libri fanatici et mystici" vermachte. Aus dem Nachlaß des Nürnberger Hauptpredigers Johann Sigmund Mörl gingen außerdem 126 herrnhutische Schriften in den Besitz der Fenitzer-Bibliothek über. Während des 19. Jhs wurde der Bestand verdoppelt, teils in Absprache mit der Nürnberger Stadtbibliothek, die eine Reihe von Nürnberger Predigerbibliotheken hatte erwerben können. 1835 verzeichnete Hilpert in seinem Katalog 4176 Titel in 3351 Bdn.

1.11 Eine neue Etappe in der Geschichte der Bibliothek begann in der bayerischen Zeit. Als 1820 für die Büchersammlung wegen Baufälligkeit des Pfarrhofs bei St. Lorenz eine andere Unterbringungsmöglichkeit gefunden werden mußte, kam der Plan auf, die gesamten Buchbestände der großen Nürnberger Kirchen die Kapitelsbibliotheken von St. Lorenz, St. Sebald und St. Egidien, die kleinen Sammlungen der Suttenprediger und der Konvertitenbibliothek, die Fenitzerbibliothek und die große, seit 1669 im Sebalder Pfarrhof verwahrte Bibliothek des Hauptpredigers Johann Michael Dilherr (1604-1669) zu vereinigen. 1822 wurden alle Bücher leihweise in die Stadtbibliothek gebracht und von ihr verwaltet. Da es bald zu gravierenden Auseinandersetzungen über die Eigentumsrechte kam die Stadtbibliothek verwendete das Geld der Stiftung teils für den Erwerb nicht-theologischer Bücher und versah wertvolle Werke des Fenitzer-Bestandes mit dem eigenen Stempel -, wurden die Bibliotheken 1835 auf Drängen des Lorenzer Pfarrers Johann Wolfgang Hilpert (1796-1876) wieder in kirchliche Verwaltung überführt. Hilpert faßte die sieben Bibliotheken zu einem Buchbestand zusammen, ordnete die Bücher in fünf Sachgruppen, sonderte einen Teil der Dubletten aus und legte einen fünfbändigen Katalog an, in dem er zu jedem Titel die Provenienz vermerkte; verzeichnet wurden 11.202 Bde.

1.12 Die ehemals 8000 Bde umfassende Dilherrsche Bibliothek, die 1669 " samt den darzu gehörigen Indicibus" dem Kapitel von St. Sebald zur öffentlichen Benutzung vermacht worden war, bildet heute mit 18.977 Titeln in 5396 Bdn den größten Fonds innerhalb der Fenitzer-Bibliothek, darunter 258 Sammelbände mit 7148 Titeln aus dem 16. und 17. Jh. Die einzelnen Bände sind durch Vermerke im Katalog, durch handschriftliche Einträge und durch die Beschriftung der Buchrücken als zur Dilherrschen Bibliothek gehörig zu erkennen. Zwischen 1688 und 1750 wurden 102 Titel neu für die Dilherrsche Bibliothek erworben.

1.13 Die zur Sebalder Pfarrei gehörigen Bücher sind zum großen Teil nur noch nach Hilperts Angaben im Katalog zu identifizieren. Vorhanden sind 318 Bde mit 278 Titeln, von denen 57 aus dem 15. Jh, 99 aus dem 16. Jh, 104 aus dem 17. Jh und 20 aus dem 18. Jh stammen. Es handelt sich in der Regel um liturgische, homiletische und katechetische Werke; von den ehemals reichen mittelalterlichen Beständen der Sebalder Pfarrei ist nur noch wenig erhalten. Ein Teil der Bücher, besonders historische Werke, wurde dem Collegio Sebaldino als Geschenk übereignet. Einige Bände stammen aus der Wöchnersbibliothek an St. Sebald. Gesondert stehen als Bestand St. Sebald im Landeskirchlichen Archiv 11 Bibeln aus dem 16. bis 18. Jh, 2 Ausgaben von Dietrichs Summarien, 4 Collectengebete aus dem 16. Jh, 10 Agenden und 2 Psalter.

1.14 Aus der Pfarrei St. Lorenz stammen 228 Bde mit 333 Titeln, darunter 63 Inkunabeln aus dem Besitz von vorreformatorischen Pröpsten, 138 Drucke des 16. Jhs, 112 des 17. Jhs und 7 des 18. Jhs. Weitere 22 Inkunabeln gehörten dem letzten Propst Georg Behaim, darunter die wertvollsten Bestände, ein Psalterium aus dem Jahr 1260 und die 3 großen Bücher Albrecht Dürers, die Behaim als Geschenk erhalten hatte. Bei den der Kirchenstiftung gehörenden Büchern handelt es sich weitgehend um Literatur für den gottesdienstlichen Gebrauch, Missale, Psalterien, Bibeln und Perikopen sowie Lexika und einige exegetische und homiletische Grundlagenwerke. Während des 16. und 17. Jhs wurde die Bibliothek durch Kauf und Schenkungen vermehrt. Der Lorenzer Bibliothek inkorporiert ist die ca. 200 Titel umfassende Büchersammlung des Collegiums an St. Lorenz, deren Grundstock 80 theologische, historische und naturwissenschaftliche Werke in 44 Bdn aus dem Besitz des Rektors Georg Schröder (1584-1655) bildeten. Einen Zuwachs um 92 Titel erfuhr die Bibliothek zwischen 1744 und 1765 unter dem Rektorat von Sebastian Jacob Jungendres (1684-1765).

1.15 Die Zahl der aus dem Besitz der Egidienkirche stammenden Bücher ist mit 500 Titeln in 329 Bdn relativ gering. Die Bücher tragen als Stempel das Signet des Hl. Egidius. Die mit über 800 Bdn sehr wertvolle Bibliothek des ehemaligen Benediktinerklosters wurde nach 1570 zerstreut; vorhanden sind im Fenitzerbestand nur noch 14 Inkunabeln und ca. 100 Drucke aus der ersten Hälfte des 16. Jhs. Hinzu kommen 117 Drucke aus der zweiten Hälfte des 16. Jhs, 182 Drucke des 17. Jhs und 89 Drucke des 18. Jhs, neben Werken für den gottesdienstlichen Gebrauch, für Seelsorge und Predigtvorbereitung 43 philosophische und 33 historische Schriften für den Gebrauch am Auditorium Egidianum und 77 Leichenpredigten sowie 10 Epicedien aus Nürnberg. Gesondert stehen unter der Signatur Nürnberg St. Egidien ein Missale von 1478 und acht Messen von Orlando di Lasso von 1574.

1.16 Der Bibliothek der Suttenprediger am Heilig-Geist-Spital sind 28 Bde mit 37 Titeln zuzuordnen, davon 31 aus dem 16. Jh. Sie wurden der Fenitzer-Bibliothek um 1809 eingegliedert. Es handelt sich ausnahmslos um Stiftungen der Tucher für die Prediger in der Sutte. Ein kleiner Bestand von 9 Bdn mit 12 Titeln (vor allem Bibelausgaben) gehört zur 1658 von Dilherr gegründeten Konvertitenbibliothek bei St. Jacob.

1.17 Nach Zusammenlegung der Bibliotheken wurde der Bestand nocls wesentlich vermehrt. 1833 vermachte der ehemalige Pfarrer an St. Lorenz und spätere Stadtbibliothekar Gottfried Christoph Ranner der Stiftung einen Teil seiner Bibliothek mit 1033 Titeln in 972 Bdn, darunter Bücher aus berühmten Nürnberger Privatbibliotheken, die im 18. Jh zerstreut wurden. Von den 161 Titeln aus dem 16. Jh, 409 aus dem 17. Jh, 448 aus dem 18. Jh und 26 aus dem 19. Jh sind 80 Prozent in lateinischer Sprache, darunter die maßgeblichen Bibelausgaben und -kommentare, die Ausgaben der Kirchenväter und Scholastiker und die wichtigsten kirchengeschichtlichen Werke. Besonders groß ist mit 205 Titeln der Anteil an historischen, literarhistorischen und buchgeschichtlichen Werken sowie Bibliothekskatalogen. 1839 erwarb die Fenitzerstiftung 27 Bde aus der Bibliothek Nothnagel.

1.18 Die Fenitzer-Dilherrsche Bibliothek blieb bis 1863 im früheren Dominikanerkloster und wurde danach im Lorenzer Pfarrhof aufgestellt. Zwischen 1850 und 1872 wurden 307 neue Titel erworben, davon 29 aus dem 18. Jh. 1901 ließ der damalige Bibliothekar Wilhelm Sucro die ganze Sammlung wieder in die Stadtbibliothek schaffen; bei dieser Gelegenheit wurden die Bestände anhand der Kataloge überprüft und Fehlendes mit dem Vermerk " abgeschr. gem. Mag. Beschl. 20.2.IX 02. No 26637/II" versehen; ca. 86 Bde mit 170 Titeln aus dem Bestand Dilherr und 186 Bde mit 30 Titeln aus dem Bestand Fenitzer gelten seither als verloren. Anfang des 20. Jhs erhielt die Fenitzerbibliothek Zuwachs durch die Büchersammlung der Pfarrer Lorenz (1803-1881) und Max Kraußold (1833-1901) mit über 400 Flugschriften aus den Auseinandersetzungen um Wilhelm Löhe. 4 Sammelbände mit 190 lateinischen Disputationen des frühen 18. Jhs aus Altdorf und Erlangen stammen aus dem Besitz von Gottlieb Ferdinand Besenbeck (1795-1877). Nach erneuten Kontroversen mit der Stadtbibliothek über die Erwerbungspolitik und die Eigentumsrechte wurde die Bibliothek 1941 für kurze Zeit in die Räume des Landeskirchlichen Archivs gebracht, bevor die Bestände 1943 nach Castell und Rothenburg ausgelagert werden mußten. In Rothenburg verwüsteten Polen nach dem Krieg einen großen Teil der Bücher; ca. 349 Bde mit 285 Titeln aus der Sammlung Kraußold und 374 Bde mit 334 Titeln des 19. und frühen 20. Jhs aus dem Fenitzer-Bestand sowie ca. 20 Titel aus der Dilherrschen Bibliothek gingen verloren. Ende 1945 konnte die Bibliothek nach Nürnberg zurückgeholt werden.

1.19 In den Nachkriegsjahren konnten noch einige Lücken im Fenitzer-Bestand gefüllt werden. 1957 wurde eine zusätzliche Abteilung VI eingerichtet, die bis 1962 auf 845 Titel gewachsen war, von denen Anfang der siebziger Jahre 420 Titel ausgeschieden wurden. Die meisten noch vorhandenen älteren Drucke stammen aus der Bibliothek des Pfarrers Christoph Jordan (47 Drucke) und aus den Amtsbibliotheken des ehemaligen Oberkonsistoriums München und des Konsistoriums Bayreuth. In den Jahren 1969 bis 1976 wurden 820 Bde mit ca. 700 Titeln des 19. Jhs darunter Flugschriften aus der Sammlung Kraußold in den Bestand der Sammelstelle für Landeskirchliches Schrifttum übernommen. Heute wird die Bibliothek nicht mehr weitergeführt.

1.20 Der zweite historische Bestand im Landeskirchlichen Archiv ist die Spitalbibliothek. Die Bibliotheca in Sacrario Templi Xenodochiani war ursprünglich Kapitelsbibliothek des Collegiums am Heilig-Geist-Spital zu Nürnberg. Grundstock der Bibliothek bildet die Büchersammlung des Predigers Georg Werner, die er 1624 dem Heilig-Geist-Spital als Arbeitsbibliothek für Geistliche und Lehrer an der Spitalschule vermachte. Die Bände sind mit den Initialen M.G.W., dem Erwerbungsjahr und einem Kupferportrait des Stifters auf dem Buchinnendeckel versehen. Erhalten sind von ehemals 600 Bdn 552 Bde mit 1500 Titeln.

1.21 1630 wurde die Spitalbibliothek durch 553 Bde mit 2495 Titeln aus der Bibliothek des Seniors zum Heiligen Geist Wilhelm Groß († 1630) vermehrt. Diese Bände sind in Leder gebunden und tragen den Besitzvermerk M.W.G. oder M.W.G.O. (Magister Wilhelm Groß Oelnicensis) sowie in der Regel die Angabe der Kosten für Buch und Einband. Im Lauf der Jahrhunderte sind 124 Bde mit 152 Titeln, darunter zwei Fünftel der ehemals vorhandenen großen Werkausgaben, verlorengegangen.

1.22 Hinzu kam 1653 die im handschriftlichen Katalog von 1662 als " Jaquetische Bibliothec" bezeichnete Sammlung aus dem Besitz des Pfarrers zum Heilig-Geist, Isaac Jaquet (1616-1652). Von den ehemals vorhandenen 1192 Bdn sind noch 989 Bde mit 3868 Titeln am Ort (verteilt auf die Signaturengruppen N bis Z, Einzelstücke auch bei Aa und Bb), 203 Bde müssen als Verlust gelten. Mindestens die Hälfte dieser Bücher 457 Bde mit 2014 Titeln gehörten ehemals in den Besitz von Jaquets Amtsvorgänger Christoph Welhammer (1585-1646). Die Bücher aus dem Besitz Welhammers sind durch die eingeprägten Initialen M.C.W. oder M.C.W.A. (Magister Christoph Welhamer Ambergensis) zu identifizieren; 46 Bde mit 132 Titeln stammen aus der Bibliothek des Amberger Pfarrers Paul Wagner, Welhammers Schwiegervater (Initialen M.P.W.W., d. i. Magister Paul Wagner Windsheimensis). Die ursprüngliche Ordnung der Bücher ist nicht erhalten. Die übrigen 532 Bde mit 1854 Titeln, die im Katalog dem Bestand Jaquet zugeordnet werden, tragen keinen Provenienzvermerk; nur bei 5 Bdn findet sich der handschriftliche Vermerk Isaac Jaquet. 1693 verehrte der Losunger Johann Caspar Kreß dem Spital die Büchersammlung des Predigers Martin Beer (1617-1692). Es dürfte sich um ca. 170 Bde mit 732 Titeln handeln, die heute auf verschiedene Signaturen verteilt sind (L 129-L 134. 12o, Aa, Bb und NR), darunter 9 Sammelbände mit 373 Titeln. Unbekannt ist die Herkunft des Nürnberger Kriegs- und Friedens-Curiers aus den Jahren 1667 bis 1787. Bücher aus der Bibliothek des Spitalamtes zumeist Stiftungen einzelner Prediger finden sich unter den Signaturen NR (Neue Reihe) und Aa.

1.23 1836 konnte bei einer Revision der in der oberen Sakristei des Heilig-Geist-Spitals untergebrachten Bibliothek durch Pfarrer Hilpert ein Bestand von 2540 Bdn festgestellt werden, 396 Bde mit 434 Titeln wurden als fehlend vermerkt. 1906 wurde die Spitalbibliothek zusammen mit den übrigen Nürnberger Kirchenbibliotheken in der Stadtbibliothek aufgestellt, jedoch nicht mit dem Fenitzer-Bestand vermengt. 1942 kam sie in die Obhut des Landeskirchlichen Archivs. Von 1943 bis 1945 war die Spitalbibliothek in Wilhermsdorf ausgelagert, 1946 wurde sie in das Archiv zurückgebracht. Kriegsverluste sind nicht eingetreten.

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

2.1 Den folgenden Bestandsangaben liegen für die Fenitzer-Dilherrsche Bibliothek und für die Spitalbibliothek Zählungen der im Magazin vorhandenen Titel zugrunde, für die Bibliothek der Sammelstelle Hochrechnungen aus Teilzählungen an den Beständen, kombiniert mit einer Durchsicht der Zugangsbücher.

Sammelstelle für landeskirchliches Schrifttum

2.2 Der Gesamtbestand an Drucken vor 1900 umfaßt in der Bibliothek der Sammelstelle ca. 22.500 Titel, davon ca. 18.235 aus dem 19. Jh, 3000 aus dem 18. Jh, 1350 aus dem 17. Jh und 450 aus dem 16. Jh. Etwa 12.200 Titel sind in den alten systematischen Gruppen aufgestellt, der Rest im Numerus currens. In der Numerus-currens-Aufstellung finden sich ca. 10.300 vor 1900 gedruckte Werke, davon 230 aus dem 16. Jh, 975 aus dem 17. Jh, 2540 aus dem 18. Jh und ca. 6900 aus dem 19. Jh.

2.3 Der Anteil fremdsprachiger Drucke ist insgesamt gering. Bei den Titeln des 16. Jhs ist ca. ein Drittel lateinischsprachig, bei den Drucken des 17. Jhs sind es ca. 20 Prozent.

2.4 Bei etwa der Hälfte der älteren Drucke der Sammelstelle handelt es sich um kirchliches Kleinschrifttum jeder Art (Predigten, Reden, Traktate, Flugschriften und Einblattdrucke). Der Aufstellung wurde folgende Systematik zugrundegelegt: Kirchengeschichte, Bayerische Kirchengeschichte, Dogmatik, Exegese, Praktische Theologie, Geschichte, Jahrbücher und Varia. 1957 wurde für neu angeschaffte Bücher die Numerus-currens-Aufstellung eingeführt, doch wurden die alten systematischen Abteilungen weiterhin punktuell ergänzt. Eine Sondersammlung bilden die Gesangbücher und die kirchenmusikalische Bibliothek Weck.

2.5 Die Abteilung Kirchengeschichte enthält ca. 1095 Titel vor 1900, davon 94 aus dem 16. Jh, 41 aus dem 17. Jh, 186 aus dem 18. Jh und 774 Titel aus dem 19. Jh. Neben den Werkausgaben der großen lutherischen Theologen der Reformationszeit und Werken zur Kirchen- und Reformationsgeschichte sind in dieser Gruppe Erzeugnisse kirchlicher Presse außerhalb der bayerischen Landeskirche, Drucksachen zur Kirchenpolitik, Berichte von Synoden und Kleinschrifttum überregionaler kirchlicher Institutionen gesammelt.

2.6 Zur Bayerischen Kirchengeschichte zählen ca. 1400 ältere Drucke, 48 aus dem 16. Jh, 101 aus dem 17. Jh, 397 aus dem 18. Jh und 853 Titel aus dem 19. Jh. Vorhanden sind Drucksachen der bayerischen Landeskirche (Berichte von Synoden), Schriften zur Geschichte einzelner Pfarreien und Dekanatsbezirke (nach Landschaften und Städten geordnet) und zahlreiche Broschüren zur Geschichte verschiedener kirchlicher Institutionen in Bayern (Armenhäuser, Diakonissen-Mutterhäuser, Missionsanstalten, kirchliche Vereine). Hinzu kommt eine Vielzahl von Kirchenordnungen aus dem fränkischen Raum. Die Abteilung " Kirchen" enthält in Kapseln Kleinschrifttum (Kirchenführer und Festschriften) einzelner Kirchen, in der Regel aus dem 20. Jh.

2.7 Die Abteilung Dogmatik umfaßt 956 ältere Titel in 901 Bdn, davon 18 aus dem 16. Jh (vor allem Melanchthon und Hus), 29 aus dem 17. Jh (Kontroversschriften), 129 aus dem 18. Jh (Dogmenstreit um Spener, Döderlein, Merz) und 780 aus dem 19. Jh. Bei den Drucken des 19. Jhs handelt es sich zum überwiegenden Teil um Kleinschrifttum lutherischer Provenienz (Bekenntnisschriften; Traktate zur Konfessionskunde; viel von G. H. Schubert); Autoren anderer Konfessionen sind kaum vertreten. Vorhanden sind natürlich neben Monographien zu den Kirchenvätern die grundlegenden Darstellungen zur Dogmengeschichte und protestantischen Bibellehre.

2.8 In der Abteilung Exegetica finden sich ca. 395 Titel aus dem 19. Jh, 163 aus dem 18. Jh und jeweils ca. 15 aus dem 17. und 16. Jh, in der Mehrzahl Bibelausgaben (besonders Nürnberger, Altdorfer und Ansbacher Bibeln), Bibelkommentare, darunter die mehrbändigen exegetischen Handbücher des 19. Jhs, Konkordanzen, Lexika und Grammatiken der alttestamentlichen Sprachen. Beim Kleinschrifttum, das ca. ein Drittel des Bestandes ausmacht, dominieren Dissertationen und Rektoratsreden der Theologischen Fakultät Erlangen zu exegetischen Fragen.

2.9 Die größte Abteilung ist die Praktische Theologie mit 3450 vor 1900 gedruckten Titeln in 1950 Bdn, davon 36 aus dem 16. Jh, 157 aus dem 17. Jh, 336 aus dem 18. Jh und 2920 aus dem 19. Jh. Neben homiletischen, katechetischen und liturgischen Werken (Predigtanleitungen, Perikopen, Choralbüchern, Religionslehrbüchern, geistlichen Liedersammlungen und Sammlungen von Gebeten, Sprüchen und Meditationen) sind zahlreiche Traktate, Predigten, Kasualreden und Nachrufe vor allem aus dem 19. Jh von fränkischen Pfarrern und Theologieprofessoren vorhanden. Reich vertreten ist die in Nürnberg seit der Reformorthodoxie des 17. Jhs besonders gepflegte Erbauungsliteratur (Trostbüchlein für Kranke, Kinderlehren, Beichtbüchlein etc.). Die Predigtsammlungen der bedeutenden Nürnberger Pfarrer zwischen 1620 und 1820 dürften komplett vorhanden sein. In großer Zahl finden sich Agenden aus Franken und evangelischen Gemeinden Altbayerns.

2.10 Die Abteilung Geschichte mit 785 Drucken des 19. Jhs, 115 des 18. Jhs, 7 des 17. Jhs und 16 des 16. Jhs hat ihren Schwerpunkt in der Landes- und Ortsgeschichte Bayerns und Frankens. Sehr dicht ist der Bestand an älteren lokalhistorischen Darstellungen zu Nürnberg, Altdorf, Franken und zum Nordgau (Chroniken, Landordnungen). Daneben sind die großen historischen Kompendien des 18. Jhs (Acta pacis Westphalicae, Khevenhüller, de Thou), die Enzyklopädien zur Weltgeschichte aus dem 19. Jh und die maßgeblichen Darstellungen zur Adelsgeschichte vorhanden. Durch die Aufnahme von Altbeständen aus der Bibliothek des Oberkonsistoriums München und der Konsistorien in Ansbach und Bayreuth konnten die historischen Hilfswissenschaften sowie die Verwaltungswissenschaft und Kameralistik ausgebaut werden.

2.11 In die Abteilung Varia sind zahlreiche Drucke aus Nachlässen von Pfarrern und Stiftungen eingegangen (ca. 420 vor 1900 gedruckte Titel in 461 Bdn, davon 374 aus dem 19. Jh, 20 aus dem 18. Jh und 4 aus dem 17. Jh). Der Bestand ist heterogen und umfaßt neben pädagogischer Literatur des 19. Jhs Almanache, Gedichtsammlungen, Erzählungen, Reiseberichte und Werke zur Musikgeschichte, darunter einige Dubletten.

2.12 Als Sonderbestand blieb die Bibliothek Scheurl mit 17 Titeln aus dem 16. Jh, 219 aus dem 17. Jh und 345 aus dem 18. Jh erhalten (414 in deutscher, 132 in lateinischer Sprache). Es handelt sich um Predigten, theologische Kontroversliteratur und historische Schriften; vorhanden sind außerdem 15 Leichenpredigten und 30 Disputationen. 53 Prozent der Titel sind in Nürnberg oder Altdorf gedruckt.

2.13 Erheblich ist der Altbestand bei den Zeitschriften und Zeitungen: 213 Titel mit 7340 Bdn, davon 216 Bde aus dem 18. Jh und 1651 Bde aus dem 19. Jh. Es handelt sich um überregionale kirchliche Presseorgane, um theologisch-wissenschaftliche Zeitschriften, um laufende Publikationen verschiedener kirchlicher Institutionen und Vereine (Central-Bibelverein, Missionsvereine, Brüder-Bund, Diakonissen-Anstalten, Gustav-Adolph-Stiftung), um Berichte von Synoden und um populäre Kalender und Wochenschriften zur Erbauung (Der Kinderfreund, Jahrbuch für Christliche Unterhaltung). Hinzu kommen ältere historisch-statistische Veröffentlichungen (Hof- und Staatskalender) und landesgeschichtliche Zeitschriften, die ca. 20 Prozent des Bestandes ausmachen. Nahezu komplett sind in der Bibliothek der Sammelstelle Gesetz- und Regierungsblätter aus Bayern vorhanden (27 Titel).

2.14 In der Sammlung von Jahresberichten verschiedener Stiftungen und Institutionen in Bayern sind nur ca. 130 Drucke des 19. Jhs auszumachen (Central-Bibelverein und Central-Missions-Verein). Bei den Schulprogrammen sind ca. 600 vor 1900 gedruckte Bde aus den älteren protestantischen Gymnasien in Bayern vorhanden, z. T. lückenhaft.

2.15 Die Bibliothek Weck enthält unter 290 kirchenmusikalischen Werken nur 24 Psalmen- und Liedersammlungen des 19. Jhs, 5 aus dem 18. Jh und 4 aus dem 17. Jh.

2.16 Bei den Büchern in der Numerus-currens-Aufstellung dürfte der Anteil ephemeren Schriftguts am Gesamtbestand auf etwa 30 Prozent zurückgegangen sein. Aus dem 16. Jh sind Bibeln, Agenden, Gesangbücher, Flugschriften aus der Reformationszeit sowie Drucke von Luther, Melanchthon und Erasmus und mehrere Augustinus-Ausgaben vorhanden. Unter den Büchern des 17. Jhs bilden neben den Ausgaben der Kirchenväter und Scholastiker und den großen Werken zur Kirchengeschichte (Baronius, Seckendorff) Katechismen, Kirchenordnungen, Predigten (Gerhard, Calixt, Spener) und Andachtsbücher den größten Anteil. In einzelnen Sammelbänden sind Gelegenheitsschriften des 17. Jhs aus Hof, Coburg, Wittenberg, Nördlingen, Öttingen, Bayreuth und Nürnberg zusammengestellt. Im 18. Jh treten theologische und philosophische Kompendien (Buddeus, Baier, Gotthold, Wirth) sowie Werke zur Gelehrten- und Landesgeschichte, Lexika und Rechtssammlungen hinzu; vorhanden sind außerdem ein Band mit Altdorfer Dissertationen und einige Sammelbände mit Gebeten und Verkündigungen des 18. Jhs. Bei den Drucken aus dem 19. Jh ist neben der Kirchen- und Konzilsgeschichte, dem Kirchenrecht und der Liturgik eine reiche dogmatische Literatur zu nennen (Formulierung der evangelischen Glaubenslehre; Konkordienformel); als neue Schwerpunkte sind die Moraltheologie und die Religionspädagogik zu erwähnen, wobei Werke von bayerischen Pfarrern und Erlanger Theologen besonders stark vertreten sind. Sehr zahlreich sind die Schriften von Wilhelm Löhe.

Sondersammlung

2.17 Die ca. 2100 Bde umfassende Sammlung von Gesangbüchern aus allen Ländern, die fortlaufend ergänzt wird, enthält 991 z. T. seltene Drucke vor 1900. Die evangelischen Gesangbücher der bayerischen Zeit sind komplett vorhanden, die der vorbayerischen evangelischen Territorien fast vollzählig. Der Bestand ist nach Ländern und Orten aufgestellt, ein Restbestand von 274 Drucken nach Jahren, Ausstattung und Preisen sowie nach Themen (Militär, Jugend, Plattdeutsch, geistliche Liedersammlungen) und Religionsgemeinschaften (Methodisten, Reformierte).

Fenitzer-Dilherrsche Bibliothek

2.18 Die Fenitzer-Dilherrsche Bibliothek umfaßt ca. 13.068 Bde mit 27.126 Titeln. Davon sind 387 Titel Inkunabeln, 7616 Titel entfallen auf das 16. Jh, 15.816 auf das 17. Jh, 2170 auf das 18. Jh und 995 auf das 19. Jh.

2.19 Der größte Teil der Titel (16.117) ist in lateinischer Sprache verfaßt, 9558 sind deutschsprachig. Die Frühdrucke sind zum weitaus überwiegenden Teil lateinischsprachig. Im 16. Jh erhöht sich durch die Flugschriften der Reformationszeit die Anzahl deutschsprachiger Schriften. Im 17. Jh nimmt Latein im akademischen theologischen Schrifttum die erste Stelle ein. Der Anteil der übrigen Sprachen ist gering: neben 71 Drucken in griechischer Sprache und 53 polyglotten Ausgaben sind 147 Drucke in hebräischer Sprache aus dem 17. Jh von Bedeutung; hinzu kommen 26 Drucke in niederländischer und 20 in italienischer Sprache aus dem 17. Jh sowie 52 in französischer, 8 in tschechischer und 3 in englischer Sprache aus dem 18. Jh.

2.20 Ca. 70 Prozent des Bestandes sind theologische Schriften, darunter 246 Bibelausgaben, 126 Lexika, ca. 2700 exegetische und dogmatische Werke, 5250 Kontroversschriften, 1376 deutsche Predigten, 2173 homiletische Schriften und Andachtsbücher und 2100 kirchengeschichtliche Darstellungen. Besonders zahlreich sind Werke von Gerhard (120 Titel), Luther und Melanchthon (jeweils 110), Brenz (90), Dilherr (50), Breckling (45), Spener (45), Calixt (44), Selnecker (40), Erasmus und Osiander (jeweils 32), Chemnitz (30) und Weigel (30).

2.21 An Kasualschriften enthält der Gesamtbestand 941 Leichenpredigten, 188 Epicedien, 162 Hochzeitsgedichte, 290 Gratulationsschriften, ca. 3000 Dissertationen (davon 2619 aus Dilherrs Bibliothek), 318 akademische Orationes, 318 Relationes und 451 Einblattdrucke. Unter den nicht-theologischen Sparten bilden die Historica mit 1644 und die Philosophica mit 1411 Titeln die größte Gruppe. Drucke aus Nürnberg und Altdorf, vor allem aus dem Bestand Fenitzer, machen ca. 10 Prozent aus. Über den Gesamtbestand sind 167 Bde mit Hss. verteilt.

2.22 Die Abteilung Bibelausgaben und Exegetica mit ca. 2204 Bdn beginnt nach Hilperts grober Systematik mit 156 Bibelausgaben in lateinischer, hebräischer, griechischer und deutscher Sprache (9 Inkunabeln, 67 aus dem 16. Jh, 45 aus dem 17. Jh und 35 aus dem 18. Jh), 65 Ausgaben des Psalters, davon 50 aus dem 16. Jh, und 70 Ausgaben des Neuen Testaments. Es folgen 104 Lexika und Grammatiken der biblischen Sprachen (Johannes Avenarius, Johann Buxtorf), 24 Konkordanzen und 68 Bibellexika, Thesauri und Chronologien (Flacius Illyricus, Marlorati). Die umfangreichste Gruppe bilden 781 Bibelkommentare und kleinere exegetische Schriften, davon 9 Inkunabeln (Turrecremata, Augustinus, Holcot), 550 aus dem 16. Jh, 840 aus dem 17. Jh (darunter 7 Sammelbände mit 166 Disputationen von 1630 bis 1660) und 117 aus dem 18. Jh. Unter den Autoren sind Lutheraner und Calvinisten etwa zu gleichen Teilen vertreten. Gut 15 Prozent der Titel stammen von katholischen Verfassern aus Sevilla, Lyon, Köln, Antwerpen und Ingolstadt (Pineda, Lorinus, Becanus, Bellarminus, Quirin de Salazar, Lapide, Jansenius, Contzen). Bei den protestantischen Autoren sind neben den herausragenden Gestalten Luther, Melanchthon, Bugenhagen, Brenz, Oecolampad, Calvin, Bucer, Bullinger und Aretius auf lutherischer Seite vor allem die Wittenberger, Jenaer und Leipziger Theologen des konfessionellen Zeitalters zu nennen (Nicolaus Selnecker, Nikolaus Hemming, Vincentius Schmuck, Salomon Gesner, Johann Musaeus, Johann Gerhard), auf reformierter Seite die Niederländer (Andreas Rivetus, Johann Drusius, Johann Coccejus, Johann Amesius, Ludovicus de Dieu, Johann Clericus, Friedrich Spanhemius), Engländer (Thomas Morton, William Salden, John Owen, William Perkins) und Theologen aus Heidelberg, Amberg, Lauingen und Herborn (David Paraeus, Johann Piscator). Am Ende der Abteilung stehen 6 theologische Zeitschriften und ca. 60 Bibelkommentare des 19. Jhs.

2.23 Die Abteilung " Literatura Homiletica et Ascetica" enthält ca. 3620 Bde mit homiletischen, katechetischen und asketischen Schriften, darunter zahlreiche Sammelbände. Die Abteilung wird eröffnet durch 313 homiletische und 474 katechetische Werke des 16. und 17. Jhs (davon ca. 20 Prozent von katholischen Autoren), 555 Postillen und 110 Predigtsammlungen aus den Jahren 1560 bis 1700, vor allem aus Sachsen, Thüringen und Württemberg. Die Autoren sind zu 80 Prozent lutherischer Provenienz: Luther (Wittenberg), Lucas Osiander (Tübingen), Cyriacus Spangenberg (Eisleben), Andreas Celichius (Güstrow), Gregor Strigenitius (Leipzig), Martin Mirus (Dresden), Friedrich Balduin (Wittenberg), Johann Tarnov (Rostock), Johann Röber (Halle), Jacob Andreae (Tübingen), Johann Gerhard (Jena), Johann Heermann (Lissa), Valerius Herberger (Hamburg), Johann Schmidt und Johann Conrad Dannhauer (Straßburg), Philipp Jacob Spener (Frankfurt a. M.). Ca. 20 Prozent der Drucke stammen aus Nürnberg (Veit Dietrich, Johann Saubert, Johann Meelführer, Dilherr, Andreas Unglenk, Johann Conrad Feuerlein). In 102 Sammelbänden aus Dilherrs Bibliothek sind in der Regel nach Themen geordnet ca. 820 Leichenpredigten vor allem aus Thüringen, Sachsen und Franken und ca. 975 einzelne Predigten zusammengestellt, davon ca. 10 Prozent aus der ersten Hälfte des 16. Jhs. Eine eigene sachliche Gruppe bilden 485 Gebetbücher, Andachtsbücher und geistliche Liedersammlungen des 16. und 17. Jhs, darunter 25 Prozent katholische Drucke (Jeremias Drexel, Alvarez de Paz, Suffrenus). Etwa 1500 Werke vor allem im Oktav- und Sedezformat, darunter seltene Drucke häretischer Schriftsteller, spiegeln die Auseinandersetzungen der Orthodoxie mit sektiererischen Bewegungen im 17. und 18. Jh, den Rosenkreuzern (149 Titel), den Schwenckfeldianern (84 Drucke), den Böschen Brüdern (Comenius), chiliastischen Strömungen (Felgenhauer; 22 Titel), der Kabbalistik (Sperber; 53 Titel), der Mystik (Tauler, Böhme, Paracelsus), theosophischen Bewegungen aus den Niederlanden (Jane Leade, Antoinette Bourignon, Friedrich Breckling, Jean de Labadie, Quirinus Kuhlmann) und Schleswig-Holstein (Johann Wilhelm Petersen, Christian Hoburg; 325 Titel), den Quäkern (John Lightfoot, George Bull, Joseph Hall, John Fox, Stephen Crisp, Robert Barclay; 45 Titel), den Wiedertäufern (132 Titel, darunter die Werkausgaben von David Joris 1553 und 1614) und den Weigelianern (40 Titel). 582 Schriften geben Zeugnis von den Auseinandersetzungen mit pietistischen Strömungen aus den Jahren 1660 bis 1760 (Spener, Francke). Aus dem 19. Jh finden sich 10 Zeitschriften zur Praktischen Theologie (Mission, Diakonie), 42 Predigten und Kasualreden und 36 Titel zur Katechese und Liturgik.

2.24 Die Abteilung " Dogmatica et Polemica" enthält in ca. 1260 Bdn die großen dogmatischen Schriften der drei wichtigsten Konfessionen und zahlreiche kürzere polemische Schriften über die strittigen Dogmen (Abendmahlslehre, Prädestination, Ubiquitätsfrage). Am Anfang stehen 187 dogmatische Schriften katholischer Schriftsteller (Petrus Berchorius, Benedict Pererius, Stanislav Hosius, Michael Staudacher), 574 Titel reformierter Autoren aus der Schweiz, den Niederlanden und den calvinistischen Gemeinden in Deutschland (Antonius, Amandus Polanus, Wolfgang Musculus, Andreas Rivetus, Antonius Sadeel, Johann Vorstius, Franciscus Gomarus, Philipp Mornay) und 580 Werke lutherischer Theologen (Luther, Melanchthon, Leonhard Hutter, Egidius Hunnius, Martin Chemnitz). Hinzu kommen Schriften aus dem Kreis der Böschen Brüder (Comenius), der Sozinianer (Johann Hoornbeeck, Faustus Socinus, Drucke aus Raków), der Unitarier und Antitrinitarier (Johann Crell). In 16 Sammelbänden ist teils nach Themen, teils nach Regionen oder Jahrzehnten zusammengestellt - akademisches Schrifttum zu dogmatischen Problemen versammelt, darunter 9 Sammelbände mit 276 Disputationen aus Helmstedt unter Calixt und Conring aus Dilherrs Besitz. Reich ist der Bestand an Kontroversschriften des konfessionellen Zeitalters: 21 Sammelbände mit 141 Drucken der ersten Hälfte des 16. Jhs, 41 Sammelbände mit 474 Drucken aus der zweiten Hälfte des 16. Jhs (Auseinandersetzungen in Sachsen und in der Oberpfalz), 65 Sammelbände mit 1088 Titeln aus der ersten Hälfte des 17. Jhs (besonders aus den Jahren 1617, 1620 und um 1645), 16 Sammelbände mit 262 kontroverstheologischen Schriften aus der zweiten Hälfte des 17. Jhs (besonders Jena 1660) und 5 Sammelbände mit 212 Drucken aus dem 18. Jh (besonders Altdorf und Erlangen). Aus dem 18. und 19. Jh sind 55 Lehrbücher der protestantischen Dogmatik (Glaubenslehre, Religionsunterricht) zu nennen. Katholische Literatur ist kaum mehr vorhanden.

2.25 Die Abteilung Kirchengeschichtliche Literatur mit ca. 3660 Bdn enthält 165 Titel lutherischer, katholischer und reformierter Theologen zur Kirchengeschichte von Trithemius bis zu den Acta ecclesiastica von 1734, 18 Werke über die Urgemeinde, 28 Titel zur Geschichte der Heiligen und Märtyrer, darunter 6 Inkunabeln (allein 4 Ausgaben von Jacobus de Voragines Legenda aurea sanctorum, sive Lombardica historia, Nürnberg 1478, Straßburg 1479, Nürnberg 1482 und Basel 1486) und Johann Bollandus' Acta Sanctorum in 59 Bdn. 15 Titel befassen sich mit der Geschichte des Judentums, 25 Titel mit der Geschichte der griechischen und koptischen Kirche, 40 Titel mit religiösen Riten (Rudolph Hospinian). Einen größeren Komplex bilden 20 vorreformatorische Meßbücher, darunter 5 Inkunabeln und das Bamberger Missale in 7 Ausgaben, 24 liturgische Schriften, 254 Werke zur Patristik (zumeist die großen Kirchenväter-Ausgaben des frühen 16. Jhs aus Basel und Venedig; Augustinus, Hieronymus und Chrysostomos in Ausgaben des 15. Jhs), 23 Schriften zur Geschichte häretischer Bewegungen (Christoph Arnold), 34 rechtsgeschichtliche Drucke, darunter 17 Dekretalensammlungen des 15. Jhs und Pandektensammlungen des frühen 16. Jhs, 40 monastische Schriften und 64 Werke (7 Inkunabeln) zur Geschichte der katholischen Kirche (Geschichte der Päpste und der Inquisition, Werkausgaben von Päpsten und Bischöfen). Das Schrifttum der Scholastik ist durch 375 Schriften repräsentiert, darunter 177 Inkunabeln (Albertus Magnus, Thomas). 29 Werke der einflußreichsten Theologen des 16. Jhs bilden eine weitere Sachgruppe, darunter die Werkausgaben von Grotius, Erasmus, Bucer, Calvin, Melanchthon (25 Titel) und Luther (40 Titel). Ca. 1535 weitere Schriften befassen sich mit der Geschichte des Luthertums und den Auseinandersetzungen mit reformierten und katholischen Theologen vom 16. bis zum 18. Jh, darunter 450 kleinere Drucke aus der Reformationszeit (50 von Luther), 370 Schriften aus den letzten Jahrzehnten des 16. Jhs, 180 aus der ersten Hälfte des 17. Jhs, 25 aus der zweiten Hälfte des 17. Jhs und 45 aus dem frühen 18. Jh (Pietistenstreit). 115 Werke sind der Geschichte sektiererischer Bewegungen gewidmet (Wiedertäufer, Sozinianer, Rosenkreuzer, Quäker), 30 dem Konzil von Trient, 330 dem Jesuitenorden, 70 den Böschen Brüdern (Comenius) und 104 der Herrnhuter Brüdergemeine. Eine Sonderrubrik bilden 90 Agenden und Kirchenordnungen vor allem aus Franken, Sachsen und Thüringen (70 Prozent aus dem 16. Jh), 35 Catechismen, 30 Schriften des 18. Jhs zur Nürnberger Kirchengeschichte, 35 Titel zur Kirchengeschichte einzelner Länder und 13 Musikalien des 16. Jhs. Aus dem 19. Jh sind 150 Monographien und Lexika zur Kirchengeschichte (Geschichte des Luthertums, Missionsgeschichte) vorhanden.

2.26 Die Abteilung Varia enthält ca. 3900 Bde nicht-theologischer Literatur, davon etwa 80 Prozent aus der Bibliothek Dilherrs. Der Aufstellung folgend handelt es sich um 5 Ausgaben des Flavius Josephus, 192 Schriften zur Hebraistik (darunter 25 Ausgaben des Talmud und einige Sulzbacher Drucke des 17. Jhs), 50 pädagogische Schriften, 81 Lexika und Grammatiken der arabischen, türkischen, griechischen und lateinischen Sprache, 50 Ausgaben antiker Schriftsteller und 82 philosophische und politische Schriften des 16. und 17. Jhs (Caspar Barth, Budaeus, Jsaac Casaubon, Justus Lipsius). Neben der modernen Naturwissenschaft (Mathematik, Astronomie, Botanik) mit 222 Drucken, 93 Disputationen und 65 Kometenschriften sowie der Medizin und Pharmazie mit 165 Titeln sind 414 juristische Schriften des 16. und 17. Jhs (davon 192 Dissertationen) sowie 761 historische Werke aus dem 16. und 17. Jh (Chroniken, Reisebeschreibungen, Schriften zur politischen Geschichte, Archäologie, Landeskunde, 20 Titel zu Nürnberg) und ca. 230 Berichte von aktuellen politischen Ereignissen aus den Jahren zwischen 1570 und 1650 zu nennen. Gesondert zusammengestellt sind 20 Titel zur Numismatik, 59 Titel zur Gelehrtengeschichte (Melchior Adam, Johann Albert Fabricius, Johann Christoph Gatterer), 544 Drucke zur Universitätsgeschichte (darunter ein Sammelband mit 76 Einblattdrucken der Universität Altdorf und ein Band mit 375 Einblattdrucken der Universität Leipzig von 1602 bis 1630 aus Dilherrs Bibliothek) und 109 Schriften zur Buch- und Bibliothekskunde (Johann Bartholomäus Riederer, Siegmund Jacob Baumgarten). Die Gruppen Philologie (247 Titel) und Rhetorik (64 Titel) enthalten konfessionsübergreifend die wichtigsten Werke des 16. und 17. Jhs einschließlich italienischer und niederländischer Drucke. Beim poetischen Schrifttum und der Erzähl- und Briefliteratur (459 Titel) dominieren Ausgaben und Anthologien antiker Autoren (Horaz, Vergil) und die lateinischen Dichtungen der Humanisten des 16. Jhs (Scaliger, Melanchthon, Nicodemus Frischlin). Die zeitgenössische Literatur des 17. Jhs ist bis auf wenige neulateinische Werke kaum vertreten. Die Abteilung Philosophie umfaßt 425 Drucke und 915 Disputationen aus dem 17. Jh (vor allem Logik und Ethik; zu 60 Prozent Aristoteles-Kommentare) und die Gruppe Politica 203 Titel, darunter 40 Ausgaben der Schriften Ciceros vor allem aus dem 16. Jh und zahlreiche Drucke des frühen 17. Jhs aus Leiden, Amsterdam und Herborn (Grotius).

2.27 Die nur noch 425 Titel umfassende sechste Gruppe enthält einen sehr heterogenen Bestand an theologischer, philosophischer und juristischer Literatur (14 Titel zum Kirchenrecht), davon ca. die Hälfte aus dem 18. Jh. Aus dem 19. Jh stammen neben einer Werkausgabe Schleiermachers das Corpus scriptorum historiae Byzantinae in 36 Bdn.

Spitalbibliothek

2.28 Der Bestand der Spitalbibliothek umfaßt 8633 Titel in 2402 Bdn. Davon sind 9 Inkunabeln, 2926 Titel entfallen auf das 16. Jh, 5984 auf das 17. Jh und 41 auf das frühe 18. Jh. Über den Bestand verteilt sind 93 Bde mit verschiedenen Hss. aus dem 17. Jh.

2.29 Durch den hohen Anteil an Kontroversliteratur des 16. Jhs ist die Zahl der deutschsprachigen Drucke hier mit 4702 höher als die der lateinischsprachigen mit 3620. Die übrigen Sprachen fallen kaum ins Gewicht; erwähnenswert sind 56 polyglotte Titel.

2.30 Die Aufstellung der Spitalbibliothek läßt keine sachliche Ordnung erkennen; die Bestandsbeschreibung folgt daher den inkorporierten Bibliotheken. Insgesamt finden sich 56 Bibelausgaben, 22 Lexika, 2321 Predigten des späten 16. und frühen 17. Jhs sowie 950 exegetische sowie 512 homiletische und katechetische Schriften. Weniger reich vertreten sind die Kirchengeschichte mit 93 und die Kirchenväter-Literatur mit 56 Titeln. Unter den nicht-theologischen Disziplinen sind 177 Historica, 150 Poetica, 119 Politica, 90 Ausgaben antiker Schriftsteller und 104 naturwissenschaftliche Werke zu nennen. In 239 Sammelbänden sind 1316 Disputationen, 639 Leichenpredigten, 217 Hochzeitsgedichte, 136 Epicedien, 66 Gratulationsgedichte, 89 Reden und 105 Berichte zusammengestellt.

2.31 Von den 1500 Titeln aus der Bibliothek Werner sind 2 Inkunabeln, 1022 stammen aus dem 16. Jh und 476 aus dem frühen 17. Jh; die meisten Drucke erschienen zwischen 1550 und 1620. Den Schwerpunkt bilden theologische Werke. Vorhanden sind 15 Bibelausgaben, 22 Ausgaben von Kirchenvätern und Scholastikern sowie die großen Ausgaben der Reformatoren (Wittenberger und Jenaer Luther-Ausgaben, Wittenberger Melanchthon-Ausgabe) und die Magdeburger Centurien. Mit 348 Titeln ist der Anteil an Predigten, Postillen und Predigtanleitungen beträchtlich. Unter den Autoren dominieren die Lutheraner Egidius Hunnius, Salomon Gesner, Johann Olearius, Gregorius Strigenitius, Siegfried Saccus und Martin Bohemus. Die reformierte Theologie ist sowohl durch Schriften der wichtigsten Autoren des 16. Jhs (Calvin, Bünting, Beza und Bullinger) als auch durch die Zeitgenossen Hospinian, Lavater, Benedict Aretius und Abraham Scultetus vertreten. Besonders gut dokumentiert sind die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen um 1600 in Sachsen, Anhalt und der Oberpfalz durch Schriften von Wolfgang Amling, Leonhard Hutter, Conrad Schlüsselburg, David Pelargus und Jacob Heilbrunner. Der Anteil katholischer Theologen ist mit 15 Drucken gering (Bellarmin Politanus, Ribera). In 29 Sammelbänden sind nach Themen und Gattungen 214 Dissertationen vorwiegend aus Wittenberg, Jena, Altdorf und Tübingen, 39 Leichenpredigten, 72 Epicedien, 91 Epithalamia, 15 Gratulationsschriften und 22 Orationes, vor allem aus dem sächsisch-thüringischen Raum und aus Nürnberg, zusammengestellt. Einen erheblichen Teil stellen historische Werke (Aventin, Franck, Sleidanus; 38 Titel) und Ausgaben antiker Autoren (Vergil, Plinius secundus, Plutarch; 15 Titel).

2.32 Die Bibliothek Groß umfaßt 3 Inkunabeln, 423 Drucke des 16. Jhs und 1999 Drucke aus den ersten Jahrzehnten des 17. Jhs. Ein sachlicher Schwerpunkt liegt neben exegetischen und homiletischen Werken vor allem lutherischer Theologen (347 Titel) und polemischer Kontroversliteratur (212 Titel) auf deutschsprachiger Predigtliteratur aus Leipzig, Jena, Wittenberg, Halle, Erfurt, Coburg (ca. 1153 Titel). Vertreten sind neben den Lutheranern Martin Hammer, Georg Weinrich, Johann Tarnov und Wilhelm Alard und den Calvinisten Bullinger, Wolfgang Musculus, Rudolph Gualther und David Paraeus auch die Sektierer Schwenckfeld und Weigel (10 Schriften). Werke katholischer Autoren sind kaum vorhanden. In zwei Sammelbänden sind Predigten zum Luther-Jubiläum 1617/18 vereinigt. Besonders reich ist die Sammlung an deutschsprachigen Gelegenheitsschriften (327 Leichenpredigten, 27 Epicedien, 29 Epithalamia, 12 Gratulationsschriften) und lateinischen Dissertationen (127 Drucke aus Wittenberg, Jena, Altdorf). Einen nennenswerten Anteil stellen noch historische Werke (53 Titel) und Ausgaben antiker Autoren (33 Titel).

2.33 Die Bibliothek Welhammer enthält mindestens 587 Drucke des 16. Jhs (zu 70 Prozent aus den letzten zwei Jahrzehnten) und 1403 Drucke aus der ersten Hälfte des 17. Jhs. Besonders reich ist die Sammlung an Flugschriften aus der Reformationszeit, an theologischer Kontroversliteratur aus der Zeit der protestantischen Unierungsbestrebungen um die Wende vom 16. zum 17. Jh (485 Titel, vor allem aus der Oberpfalz und Anhalt) und an Predigten (524 Titel). Der Anteil der Schriften reformierter Autoren aus der Schweiz (Antonius Sadeel, Rudolph Simler, Lambert Danaeus, Robert Rollocus Scoto) und aus Amberg, Herborn, Lauingen und Heidelberg (Johann Piscator, Joachim Ursinus) liegt weit über dem lutherischer Theologen (Johann Brenz, Martin Chemnitz, Nikolaus Selnecker, Johann Himmelius, Johann Gerhardt, Martin Hammer, Johann Conrad Dannhauer, Georg Calixt und Laurentius Laelius). Ein besonderer Rang kommt Melanchthon mit etwa 35 Drucken zu. Vorhanden sind auch eine Reihe von Werken katholischer Autoren (Adam Contzen, Ludovicus de Ponte, Jeremias Drexel, Didacus de la Vega, Petrus Canisius) sowie einige Schriften von Schwenckfeld, Weigel und den Rosenkreuzern. 304 Dissertationen aus Tübingen, Altdorf, Wittenberg und Helmstedt spiegeln die akademischen Auseinandersetzungen. Seltene Drucke dürften sich unter den 229 Kasualschriften finden, darunter 143 Leichenpredigten, vor allem aus Franken, Sachsen, Thüringen und Württemberg. Erheblich ist der Anteil an Klassikerausgaben (Terenz, Sallust, Cicero, Ovid).

2.34 Die restlichen 532 Bde mit 1854 Titeln verteilen sich wie folgt: Es sind 2 Inkunabeln vorhanden; 865 Titel entfallen auf das 16. Jh und 1117 auf das 17. Jh. In 53 Sammelbänden sind 126 Leichenpredigten, 25 Epicedien, 68 Hochzeitsgedichte (z. T. aus Leipzig), 22 Gratulationen, 61 Relationes und 219 Dissertationen (vor allem aus Altdorf) enthalten. Bei der exegetischen und kontroverstheologischen Literatur (ca. 675 Titel) überwiegen Schriften reformierter Autoren (ca. 70 Prozent). Isaac Jacquet besaß einige Sammelbände mit Flugschriften der Reformationszeit (Luther, Karlstadt, Flacius Illyricus, Schwenckfeld) und Kontroversschriften aus der zweiten Hälfte des 16. Jhs, vor allem aus Wittenberg. Von den Autoren des 17. Jhs sind Matthias Hoe von Hoenegg (Leipzig), Elias Reusner und Johann Gerhard (Jena), Johann Buxtorf (Basel), Nicolaus Vedelius (Genf), Johann Drusius und Ludovicus de Dieu (Amsterdam) zu nennen. Hinzu kommen exegetische Schriften der Jesuiten Antonio Fernandes und Martin Becanus, der Calvinisten Benedict Aretius und Heinrich Bullinger, Friedrich Spanhemius und Abraham Scultetus (insgesamt 190 Titel). Nürnberger Predigten stammen zum großen Teil aus den Jahren um 1650. Mit 15 Bdn ist der Jesuitendramatiker Jeremias Drexel vertreten. Der Anteil politischer Werke (u. a. Grotius und Lipsius) ist mit 63 relativ hoch. Aus Martin Beers Besitz stammen vor allem Nürnberger Drucke der zweiten Hälfte des 17. Jhs, Predigten (Johann Schmidt, Georg Calixt), Postillen und Kontroversschriften u. a. aus den Niederlanden (Andreas Rivetus), historische Schriften sowie 8 Sammelbände mit Dissertationen aus Jena, Wittenberg und Altdorf von 1650 bis 1660.

2.35 Unter den Zeitungen stehen die äußerst seltenen frühen Nürnberger Blätter, die Ordinari Postzeitung von 1667 bis 1673 (mit Lücken), der Teutsche Kriegs- und Friedens-Curier von 1667 bis 1787 und der Nürnberger Wöchentliche Anzeiger von 1748 bis 1765.

2.36 Etwa 101 Bde mit 84 theologischen Titeln vorwiegend aus dem 17. und 18. Jh für den Gottesdienstgebrauch und die Predigtvorbereitung (Bibeln, Perikopen, Kommentare, Agenden, Gesang- und Gebetbücher) sind der Handbibliothek des Heilig-Geist-Spitals zuzurechnen. In diesem Bestand finden sich Predigtsammlungen Nürnberger Pfarrer (Saubert, Schalling, Schopper) und 5 Chorstimmenbücher aus dem 18. Jh.

Depotbibliotheken

2.37 Außer der Fenitzer-Dilherrschen Bibliothek und der Spitalbibliothek verwahrt das Landeskirchliche Archiv 189 Kirchen- und Kapitelsbibliotheken aus dem Raum der bayerischen Landeskirche mit ca. 8680 vor 1900 gedruckten Titeln in 5640 Bdn. In den meisten Fällen handelt es sich um kleine Bestände älterer Literatur aus Pfarramtsbibliotheken (Bibeln, Agenden, Predigten). Etwa 20 Prozent stammen aus dem 16. Jh, 30 Prozent aus dem 17. Jh, 20 Prozent aus dem 18. Jh und 30 Prozent aus dem 19. Jh.

2.38 Bibliothek der Pfarrei St. Michael in Weiden/Oberpfalz. Als größte Depotbibliothek umfaßt die 1975 vom Landeskirchlichen Archiv übernommene Bibliothek 5481 Titel in 1940 Bdn (116 aus dem 16. Jh, 1727 aus dem 17. Jh, 3293 aus dem 18. Jh und 345 aus dem 19. Jh; 2899 in deutscher und 1658 in lateinischer Sprache) und 15 Hss.; ca. 20 Prozent des ehemaligen Bestandes sind im Lauf der Jahrhunderte abhanden gekommen. Etwa 1200 Bde mit den Initialen PCP stammen aus dem Besitz des Fürstlich Brandenburgischen Rats Johann Caspar Pfannenstiel (1664-1735), vor allem Reformationsschriften und theologische Werke des späten 17. und frühen 18. Jhs, 53 Bibelausgaben, 860 homiletische und katechetische Schriften, 275 Predigten, 175 exegetische, 112 kirchengeschichtliche und ca. 1320 kontroverstheologische Schriften aus Halle, Wittenberg und Jena (Pietistenstreit). Einen wertvollen Bestand bilden 115 Gesangbücher aus den Jahren 1650 bis 1735 (mit Schwerpunkt in Schleusingen, Römhild, Sulzbach), die im RISM-Band verzeichnet sind. Nennenswert sind auch 73 Sammelbände mit 511 Leichenpredigten sowie einigen Hochzeits- und Gratulationsgedichten aus Nürnberg, Franken und Thüringen sowie 893 Disputationen aus Altdorf, Halle und Wittenberg.

2.39 Pfarrbibliothek Ortenburg. Die Bibliothek, die der Kirchenstiftung z. T. von den Grafen von Ortenburg vermacht wurde, besteht aus 278 Bdn mit 447 Titeln (144 aus dem 16. Jh, 204 aus dem 17. Jh, 92 aus dem 18. Jh und 7 aus dem 19. Jh; 265 in deutscher, 177 in lateinischer Sprache), darunter 17 Bibelausgaben, ca. 50 Predigten, 80 homiletische Werke und einige Bände von Religionskolloquien. Kleinschrifttum ist kaum vorhanden. Ein Sammelband enthält Schriften über Ungarn (um 1590).

2.40 Kirchenbibliothek Bad Windsheim. Die Bibliothek hat mit 407 Titeln in 254 Bdn (31 aus dem 16. Jh, 304 aus dem 17. Jh, 67 aus dem 18. Jh und 5 aus dem 19. Jh; 260 in deutscher, 143 in lateinischer Sprache) ihren Schwerpunkt ebenfalls in der Theologie (Predigten, Kontroversliteratur, Gesangbücher). An kleinen Schriften sind 24 Leichenpredigten und 27 Disputationen vorhanden. Einige Bände stammen aus dem Besitz von Georg Ludwig Oeder und Johann Georg Döderlein.

2.41 Pfarrei Behringersdorf. Beachtung verdient der Bestand mit 15 Hss. und 358 Titeln in 205 Bdn (eine Inkunabel, 101 aus dem 16. Jh, 77 aus dem 17. Jh, 154 aus dem 18. Jh und 23 aus dem 19. Jh; 201 in deutscher, 121 in lateinischer Sprache). Neben theologischer Literatur sind ca. 80 historisch-politische Schriften vorhanden. In 7 Sammelbänden sind 10 Leichenpredigten und 66 Disputationen vereinigt. Eine Reihe von Bänden stammt aus dem Besitz von Friedrich Rothscholz.

2.42 Aus den kleineren Depotbibliotheken sind hervorzuheben: 5 Titel aus dem Pfarramt St. Moritz in Coburg, darunter eine Hs., eine Inkunabel, jeweils ein Druck aus dem 16. und 17. Jh und ein Sammelband mit 8 Gelegenheitsschriften. In der Bibliothek der Kirche in Erlangen-Bruck finden sich drei spätmittelalterliche Hss. und 6 Inkunabeln: das Missale Bambergense in zwei Ausgaben von 1490 und 1506, das Breviarium Bambergense (1506), die Pharetra doctorum et philosophorum ([Nürnberg:] Friedrich Creussner [1473-1474?]), ein Missale Romanum und ein Graduale von 1499 sowie Kirchengesänge von 1586. Die alte Bibliothek der Kirche zu Kalbensteinberg enthält neben drei spätmittelalterlichen Hss. 4 Inkunabeln, das Obsequiale Eystettense von 1488, das Missale Eystettense in zwei Ausgaben von 1486 und 1494 und das Breviarium Eystettense von 1486. Eine Inkunabel - Marsilius Ficinos De triplici vita (Florenz 1489) ist neben drei Drucken des frühen 16. Jhs auch vorhanden in der Kirchenbibliothek Nördlingen, eine weitere Ausgabe des Breviarium Eystettense im Depot Pappenheim.

3. KATALOGE

3.1 Moderne allgemeine Kataloge

Kataloge der Bibliothek der Sammelstelle für landeskirchliches Schrifttum:

Alter Alphabetischer Katalog

[in Zettelform, nach klassischer PI mit chronologischer Ordnung; angelegt 1925 bis 1963]

Neuer Alphabetischer Katalog

[in Zettelform, nach PI mit mechanischer Wortfolge; begonnen 1964; enthält auch die Depotbibliotheken]

Schlagwortkatalog [in Zettelform; begonnen 1967]

Zeitschriftenkatalog

[wird seit 1963 im AK mitgeführt]

Zeitschriften-Verzeichnis theologischer Bibliotheken. 2. gänzl. umgearb. u. wesentl. verm. Auflage des ZVthB von 1962. Bearb. von Hermann Erbacher. Neustadt an der Aisch 1980 (Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft der Archive und Bibliotheken in der evangelischen Kirche 12)

Zentrale Nachweise:

Die Bestände sind bis auf die Fenitzer-Dilherrsche Bibliothek im Bayerischen Zentralkatalog, aber nicht in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) nachgewiesen. Zeitungen sind bei Hagelweide, Zeitschriften bei Jessen (Die Zeitschriften des deutschen Sprachgebiets von 1871 bis 1900, Stuttgart 1977) nachgewiesen. Meldungen an den Nürnberger Zentralkatalog 1984-1988.

3.2 Moderne Sonderkataloge

Systematischer Zettelkatalog der Handbibliothek im Lesesaal

Katalog alter Musikalien

Fragmentarischer Zettelkatalog der Fenitzerbibliothek [unvollständig; erfaßt sind Fen. II. IV. V]

Katalog der Leichenpredigten in Fen. II.

[unvollständig]

Katalog der Spitalbibliothek

[mschr., in Zettelform; abgeschlossen 1956]

Incunabeln am Landeskirchl. Archiv Nürnberg

[mschr. Liste von ca. 379 Frühdrucken aus der Fenitzer-Dilherrschen Bibliothek, der Spitalbibliothek und verschiedenen Depotbibliotheken]

Standortkatalog der Bibliothek Weck. Gefertigt im Februar 1978

Standortkatalog der Kirchenbibliothek Behringersdorf. Gefertigt im März 1970

Standortkatalog der Kirchenbibliothek Ortenburg. Gefertigt im September 1979

Alphabetischer Katalog der Pfannenstiel-Bibliothek Weiden

[in Zettelform; abgeschlossen 1979; in den AK eingearbeitet]

3.3 Historische Kataloge

Fenitzer-Dilherrsche Bibliothek:

Register der Predigen [sic] 1. über die Bibel 2. von unterschiedlichen Materien, deren Titel im nachst-folgenden [sic] Register zu finden [von Dilherrs Hand]

[Thematisches Register Dilherrs zu seiner Bibliothek]

Weis, Johann Michael: Catalogus bibliothecae Fenizerianae. [...] Verzeichnis Der jenigen Bücher, welche in der Fenizerischen Bibliotheck befindlich, und in den Pfarrhof bey St. Lorenzen aufbehalten und noch jährlich mehrere hierzu angeschaffet werden, alle in gewiese [sic] Ordnungen eingetheilet, Nebst des Seel. Stiffters Lebens-Lauff, und Bildniß. Nürnberg: Peter Conrad Monath 1736

[gedruckter Katalog der Fenitzer-Bibliothek mit systematischer Anordnung in zehn Sachgruppen mit Index Auctorum; am Anfang eine kurze Geschichte der Sammlung und ein Verzeichnis der Executoren der Fenitzer-Stiftung bis 1736]

Weis, Johann Michael; Rinder, Leonhard: Catalogvs bibliothecae Fenizerianae. Verzeichnis derjenigen Bücher welche in der Fenizerischen Bibliothek befindlich und in dem Pfarrhof bey St. Lorenzen aufbehalten und noch jährlich mehrere hierzu angeschaffet werden, alle in gewisse Ordnungen eingetheilet nebst des seel. Stifters Lebens-Lauf und Bildniß. Nürnberg: Wolfgang Schwartzkopf 1776

[erweiterter Katalog der Fenitzer-Bibliothek mit den Ergänzungen der Jahre 1736 bis 1775 und einer neuen Einteilung in 24 Sachgruppen; am Anfang ein Nachdruck der Vorrede von Johann Michael Weis von 1736 und ein kurzes Vorwort Leonhard Rinders, am Schluß ein Autorenregister]

Catalogus der vereinigten Fenitzer-Dillherrs. Bibliothek. Vol. I-V und Registerband

[hschr. Bandkatalog von Hilpert mit Gliederung in fünf Sachgruppen, Provenienzangabe und Hinweisen auf seltene Drucke; abgeschlossen vor 1839; mit Nachträgen aus dem 19. und 20. Jh; ca. 20 Prozent der angebundenen Schriften sind nicht verzeichnet; die am Ende aufgestellten Titel aus der Bibliothek Ranner sowie Einzelstücke aus anderen Beständen sind in der Regel den Systemstellen zugeordnet; im Registerband finden sich mschr. Listen der Schriften von Brenz, Calvin, Luther und Weigel im Bestand der Fenitzer-Bibliothek]

Katalog der Nürnberger Stadtbibliothek. Hrsg. im Auftrag des Stadtmagistrats. Erster Bd. Abteilung I: Geschichte. Erster Teil. Nürnberg 1909. Zweiter Bd. Abteilung I: Geschichte. Zweiter Teil. Alte Geschichte. Mittlere und neuere Geschichte im allgemeinen. Nürnberg 1909-1913

[enthält Drucke aus der Fenitzerbibliothek; Sign. Fen.]

Die mittelalterlichen Bibliothekskataloge von St. Sebald, St. Lorenz und St. Egidien sind abgedruckt bei Paul Ruf: Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz. Bd 3; III Bistum Bamberg, München 1939, S. 672-680; S. 690-718 Sigismund Meisterlins Katalog der Kirchenbibliothek von St. Sebald 1486-1502; S. 718-729 Vermehrung der Kirchenbibliothek durch Sebald Schreyer 1482-1503

Catalogus Librorum Scholae Laurentianae in Folio

[Verzeichnis der 1720 vorhandenen Bücher]

Der Katalog Melchior Schmidtbauer (s. 4.2 Murr, 1788, S. 23) ist nicht nachweisbar.

Diese Bücher habe ich, M. Sebastian Jungendres, seit Führung meines Rectorats aus dem Schul-Fisco in die Schul-Bibliothec geschaffet

[Verzeichnis, 92 Titel enthaltend, um 1765]

Spitalbibliothek:

Die mittelalterlichen Bibliothekskataloge der Bibliotheca Xenodochiana sind abgedruckt bei Ruf: Mittelalterliche Bibliothekskataloge (1939) S. 731-751

Catalogus Materiarum et librorum qui continentur in Bibliotheca M. Christophori Welhameri. Ab Anno 1623

[hschr. Verzeichnis mit Gliederung nach Formaten]

Die Kataloge Werner-Groß-Jaquet-Beer (1721; zitiert bei Murr, 1788, S. 37), der Index (1660) sowie der Katalog Beer (1693, zitiert ibid., S. 38) sind nicht mehr nachweisbar.

Catalogus Der gantzen Bibliothec der Kirch zum H. Geist. 1662. = Catalogus Aller derer Bücher so Weyland durch die Ehrwürdige undt Wohlgelehrte Herren I. M. Georgium Werner damahln wohlverdienten Predigern im Jahr Christi 1624. II. M. Wilhelm Großen Diaconum und Seniorem Zum Heiligen Geist A. 1630. gedachter Kirchen züm besten, wohlmainend verschafft; und dan ferners Von dem Hochlöblichen Spital Ampt auß denen Jacquetischen hinterlassenen erkaufften Büchern Anno 1653. ümb ein merckliches verbessert worden

[4 Teile: 1. Werners Bibliothek, 1624; 2. Jacquetische Schriften aus dem Spitalamt, 1663; 3. Weitere Bücher aus dem Spitalamt, 1664; 4. Verzeichnis der Defekten, 1836 von Pfarrer Pürkhauer gefertigt]

Standortkatalog von Johann Carl Stephani (1620-1683), Diakon des Heilig-Geist-Spitals

[1660 angelegt, 1693 ergänzt; aufgeführt sind auch angehängte Schriften mit Verfasser, Titel und Jahr; Revisionsvermerke von 1836]

Konvolut von hschr. Notizen zum Katalog der Spitalbibliothek

[enthält u. a. eine Einteilung des Katalogs der Predigerbibliothek]

3.4 Depotbibliotheken

Catalogus Librorum Bibliotheche Perjngersdorfensia Sacrorum, nunc de novo conscriptus, et nomibus Donatorum clarissimis adornatus. 1738

[nach Formaten geordneter hschr. Katalog mit Angaben der Donatores]

Pfarrbibliothek Ortenburg. Bestand vor 1800

[mschr. Liste von 504 Titeln in 322 Bdn; angelegt von Pfarrer Adolf Hardte 1938]

Inventar der Kirche von Ortenburg. Mit einem Katalog der Kirchenbibliothek, abgeschlossen von Carl Halbmair, 23. October 1846 [Hs. ohne Titelblatt]

Katalog der evang. Pfarrbibliothek in Ortenburg/ Nürnberg. 1938

Standortkatalog der Kirchenbibliothek Ortenburg. Gefertigt im September 1979

Catalogus Bibliothecae Pfannenstielianae Repositorium I. littera X. insignitum

[hschr. Katalog der Pfannenstielbibliothek mit Nachweis der angebundenen Schriften; nach Formaten geordnet]

Catalog der Pfannenstielschen Bibliothek Neue Bibliothek

[Verzeichnis der seit 1785 erworbenen Bücher]

Pfannenstielbibliothek Abteilung IV/V

Hschr. Verzeichnis der Folio-, Quart-, Oktav- und Sedezbände der Pfannenstiel-Bibliothek mit Haupt-Register

Alter Alphabetischer Zettelkatalog der Pfannenstiel-Bibliothek Weiden [angelegt um 1940]

Verzeichnis: Leichenpredigten in der Pfannenstielbibliothek [mschr. Verzeichnis von Helene Hoffmann]

4. DARSTELLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER BIBLIOTHEK

4.1 Archivalien

Sammelstelle für landeskirchliches Schrifttum: Zur Geschichte der Sammelstelle für landeskirchliches Schrifttum sind Korrespondenzen und Zugangsbücher seit dem 26. Februar 1926 vorhanden. Ferner sind heranzuziehen: Schriftwechsel 1931-1957; Schriftwechsel 1931-1948 [Buchbeschaffung; enthält u. a. eine mschr. Liste Bibliothek des Landeskirchenrates München. Bücher, die für das Landeskirchliche Archiv erwünscht sind]

Schriftwechsel 1938-1945 [betr. Brandschutzsicherung und Auslagerung der Bibliotheken]

Sammelstelle für landeskirchliches Schrifttum. 1925-1962; Nachlaß Landesbischof Meiser, 1. Abgabe Nr. 64: Landeskirchliches Archiv 1928-1954 [Schriftwechsel über die Tätigkeit der Bibliothek]

Im Bestand Oberkonsistorium München sind Zugangsbücher und ein Katalog der Bibliothek des Oberkonsistoriums München aus dem 19. Jh vorhanden.

Fenitzer-Dilherrsche Bibliothek: Zur Geschichte der Fenitzer-Dilherrschen Bibliothek findet sich Material in folgenden Beständen: Stiftungsbuch Dilherrs 1675 [Pfarramt St. Sebald];

Acta der Prediger Joh: Mich: Dillherr: Stipendienstiftung - Recherchen über die Dillherrsche Bibliothek und diverse aeltere, die Austheilung der Stiftung betreffende Papiere 1777-1835 [enthält eine hschr. " Specificatio Librorum aere Dilherrianô comparatorum" und eine Liste der für die Dilherrsche Bibliothek 1688-1750 angeschafften Bücher];

Acta der Prediger Joh: Michael: Dillherr Stipendienstiftung das Münz-Cabinet betr. 1860; Organisation des Nürnbergischen Kirchenwesens im 19. Jh Pfarrbuch oder allgemeine Beschreibung des gesammten Kirchenwesens in der Königlich Bayerischen Evangelisch-Lutherischen Pfarrey St. Lorenz zu Nürnberg [gefertigt von Johann Wolfgang Hilpert und Jacob Wilhelm Osterhausen 1833; enthält Angaben zur Stiftung Ranner]

Acta des Königl. Bayerischen protest. Pfarramts St. Lorenz Staatspolizeiliche und Notariatsgeschäfte, Kirchenbücher und öffentliche Blätter. Schulwesen. Lorenzer Trivial-Schule. Stiftungen [enthält eine Liste der von Johann Conrad Hagendorn 1720 bei Antritt des Rektorats der Lorenzer Schule übernommenen Bücher, einen Katalog bei der beim Amtsantritt Jungendres' vorhandenen Bücher und ein Verzeichnis der unter seinem Rektorat angeschafften Bücher];

Diverse Stiftungen 1818-1853; Verwaltung diverser Stiftungen 1811-1910;

Inventar 1819-1874

Acta des Königlich Bayer. protestantischen Di- stricts-Decanats Nürnberg. Betreff Fenizerische Bibliothek. Consistorial-Bibl. (1822-1872) [enthält u. a. ein Verzeichnuß der neu angekauften Bücher der Fenitzerischen Bibliothek von 1850-1872 und eine hschr. Liste Extractum ex Catalogo der vereinigten Fenitzer-Dillherrl: Bibliothek. Volumen I. Bibel-Ausgaben und exegetische Literatur]

Fenizersche Bibliothek 1874; Fenitzsche u. Kolbische Stiftung 18. Jh; Vereinigtes Kirchenvermögen 1840-1924; Hauptpredigerstelle St. Sebald [1828-1930];

Fenitzer Bücherstiftung in Nürnberg sowie Dillherrsche Bücherstiftung und Münzsammlung (1885-1917) [enthält u. a. eine Abschrift des Testaments Fenitzers];

Fenitzer-Bibliothek (1935-1964) [enthält eine mschr. Liste Stadtbibliothek Nürnberg. Auszug aller Hss. und Inkunabeln (vor 1500), die in den 5 Bdn des Fenitzerkataloges als früherer Besitz von St. Lorenz, St. Sebald und St. Egidien angegeben sind, und eine hschr. Liste " Die Fenitzer'sche Bibliothek hier empfaengt aus der Nothnagelisch. Bücherversteigerung" (1839)]

Kirchenwesen Nürnbergs 1807; Schenkungen und Stiftungen I 1821/73; II 1874-1907; Nürnberg, protestantische Kirchenverwaltungen 1835-1920; Generalakten zu Schenkungen, Stiftungen, ständigen Kollekten 1836-1919; Kleinere Stiftungen; Kleinere örtliche Stiftungen; St. Sebaldus; St. Lorenz; St. Egidien LKAN Best. Kirchenvermögen Nürnberg Nr. D 9 I Fach 15: Dilerrische [sic]

Bibliothek, Mietentschädigung betr. 1836; LKAN Best. Kirchenvermögen Nürnberg Nr. J 29-34 Fach 45: Jnventare der wichtigsten Kirchen und des protestatischen Cultus; LKAN Ms. 2216-2217 Johannes Kübel: Belege und Vorarbeiten zur Geschichte des Nürnberger Kirchenguts

Repertorium 14 über die von den Nürnberger Pfarreien St. Sebald und St. Lorenz extradierten Urkunden, Akten und Bände [enthält Archivalien zur Dilherrschen Stiftung, ein Verzeichnis " St. Sebald, Librarium der Kirchenstiftung" (Liturgische Hss., Inkunabeln und andere wertvolle Drucke) und Drucke aus dem Bestand St. Lorenz]; Repertorium über die von Pfarreien und Kirchenstiftungen extradierten Archivalien [enthält ein Verzeichnis der Altdrucke des Pfarramts St. Egidien]

Zur jüngsten Geschichte der Bibliothek sind heranzuziehen: Fenitzer-Inventar 1899-1938; Fenitzer-Inventar 1903-1924 [angelegt in der Stadtbibliothek Nürnberg];

Fenitzer-Inventar [Zugänge 1938-1941];

Fenitzer'sche Stiftung 1941-1957 [enthält eine Liste der Bände, die bei der Übernahme der Fenitzerbibliothek 1941 fehlten]

Spitalbibliothek:

Zur älteren Geschichte der Spitalbibliothek ist kaum archivalisches Material vorhanden. Einige Informationen sind der Pfarrbeschreibung von Hl. Geist zu entnehmen [LKAN Best. Konsistorium Ansbach Nr. 4722 I-II];

zur jüngsten Geschichte der Bibliothek s. LKAN Registratur [Schriftwechsel über die Bibliotheca Xenodochiana 1941-1986; enthält ein Gutachten Matthias Simons über die Spitalbibliothek vom 24. April 1941 und eine mschr. Skizze zur Geschichte der Bibliothek]

Depotbibliotheken:

Für die Depotbibliotheken ist der Schriftwechsel in der laufenden Registratur des LKAN heranzuziehen, der jeweils Listen der deponierten Bücher enthält. Im Akt über die Pfarrbibliothek Weiden findet sich eine mschr. Beschreibung der Pfannenstiel-Bibliothek von Helene Hoffmann.

4.2 Darstellungen

Murr, Christoph Gottlieb von: Beschreibung der vornehmsten Merkwürdigkeiten in des H. R. Reichs freyen Stadt Nürnberg. Nürnberg 1778 [S. 49 Bibliothek Dilherr, S. 314-316

Fenitzer-Bibliothek]

Murr, Christoph Gottlieb von: Memorabilia bibliothecarum publicarum Norimbergensium et Universitatis Altdorfinae. Nürnberg 1786-88 [II, 1-34 Bibliotheca Dilherriana (der Katalog Schmidtbauer, S. 23, ist nicht mehr nachweisbar);

II, 35-40 Bibliotheca Capituli Xenodochiana (die Kataloge Werner, 1721, S. 37, mit Index, 1660, S. 38, sowie Beer, 1693, S. 38, sind nicht nachweisbar); II, S. 41-58

Bibliotheca Fenizeriana; III, S. 11-16

Bibliotheca capituli Aegidiani; S. 21-22 Bibliotheca ita dictorum conversorum ab aliarum religionum opinionibus in aedibus Antistis ad D. Jacobi]

Baader, Klement Alois: Reisen durch verschiedene Gegenden Deutschlandes in Briefen. II. Augsburg 1797, S. 86-88 [Bibliothek St. Lorenz]

Murr, Christoph Gottlieb von: Beschreibung der vornehmsten Merkwürdigkeiten in der Reichsstadt Nürnberg. Nürnberg 1801 [S. 430-432

Die Prediger Dilherrische Bibliothek, und Münzkabinet; S. 433 Die Kapitelsbibliothek in der Sakristey der neuen Spitalkirche zum heil. Geist; S. 433-434

Die Bibliothek des Kapitels zu St. Aegidien; S. 137-138 und 435-436 Die Fenitzerische Bibliothek im Lorenzer Pfarrhof]

Warnecke, Friedrich: Die Vennitzerische Bibliothek im Lorenzer Pfarrhofe zu Nürnberg. In: Exlibris. Zeitschrift für Bücherzeichen 1 (1891) S. 8-10

Stoehr, A.: Vennitzer-Exlibris. In: Exlibris. Zeitschrift für Bücherzeichen 15 (1905) S. 8-12 Meiser, Hans: Sammelstelle für landeskirchliches Schrifttum. In: Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte 1 (1926) Heft 1, S. 31-32 [Aufruf zu Stiftungen für die Sammelstelle.]

In: Korrespondenzblatt für die Evang.-luth. Geistlichen 1926 [Aufruf zu Stiftungen für die Sammelstelle.]

In: Zeitschrift des Vereins für bayerische Kirchengeschichte 1 (1926) S. 31-32

Bekanntmachung des Landeskirchenrats über die Sammelstelle für Landeskirchliches Schrifttum vom 26. 11. 1928. In: Kirchliches Amtsblatt S. 93

Festgabe aus Anlaß des 75. Geburtstages von D. Dr. K. Schornbaum. Neustadt/Aisch 1950, S. 9-18

Gürsching, Heinrich: 25 Jahre Sammelstelle für landeskirchliches Schrifttum. In: Nachrichten der ev.-luth. Landeskirche in Bayern 6 (1951) S. 4-6

Gürsching, Heinrich: [Nachruf auf Karl Schornbaum]. In: Der Archivar 7 (1954) S. 149-152

Simon, Matthias: Das Landeskirchliche Archiv. In: Nachrichten der Ev.-Luth. Landeskirche in Bayern 9 (1954) S. 77-79

ders.: Das Werden des Landeskirchlichen Archivs. In: Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte 25 (1956) S. 175-188

ders.: Die Fenitzerbibliothek in Nürnberg. In: Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte 29 (1960) S. 167-185

ders.: Zur Geschichte der Fenitzerbibliothek. In: Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte 30 (1961) S. 101

Mebs, Rudolf: Über die Anfänge der Sammelstelle für landeskirchliches Schrifttum in Nürnberg. In: Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte 45 (1976) S. 205-215

Baier, Helmut: Ein Handwerker als Mäzen der Theologen. Zum 350. Todestag von Johann Fenitzer. In: Nürnberger Gemeindeblatt Nr. 47 vom 25. November 1979

Baier, Helmut; Sprusansky, Svetozar: 50 Jahre Landeskirchliches Archiv in Nürnberg. Nürnberg 1981 (Ausstellungskataloge des Landeskirchlichen Archivs Nr. 11)

Baier, Helmut: Die Bibliotheken des Landeskirchlichen Archivs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. In: Bibliotheksforum Bayern 12 (1984) S. 153-160

Handbuch des kirchlichen Archivwesens I. Die zentralen Archive in der evangelischen Kirche. Bearb. von Karlheinrich Dumrath, Wolfgang Eger, Hans Steinberg. 3., von Wolfgang Eger und Ekkehard Kätsch neu bearb. Auflage. Neustadt an der Aisch 1986, S. 15-49

5. VERÖFFENTLICHUNGEN ZU DEN BESTÄNDEN

Dumrath, Karlheinrich; Talazko, Helmut: Kostbarkeiten aus Nürnberger Kirchen: Liturgische Bücher aus der Zeit vor und nach der Reformation. Ausstellung des Landeskirchlichen Archivs 1967

Geldner, Ferdinand: Wertvolle Inkunabeln und Postinkunabeln im Landeskirchlichen Archiv in Nürnberg. In: Gutenberg-Jahrbuch (1973) S. 215-218 [mit einer chronologischen Übersicht über die im LKA verwahrten liturgischen Inkunabeln und Postinkunabeln]

Hanisch, Manfred: Zwischen Fürbitte und Obrigkeitsvergottung. Politische Gebete von 1500-1918. In: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 48 (1988) S. 39-161

Kyriß, Ernst: Nürnberger Klostereinbände der Jahre 1433 bis 1525 (Diss. Erlangen 1940) Möckesch, Viktor H.: Ein Inkunabelfund in Pappenheim. Das Breviarium Eystettense von 1483. In: Jahrbuch des Historischen Vereins für Mittelfranken 84 (1967/68) S. 247-249

Stand: Februar 2016 LT (Daten)

Text Bestandsbeschreibung: Renate Jürgensen, Februar 1989


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.