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Roztez

Schloßbibliothek

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Schloß Roztez erhielt am Anfang des 19. Jhs Friedrich Karl Freiherr von Dalberg (1787-1817) als Erbe des erloschenen Hauses der Grafen von Ostein. In der Zeit Friedrich Karls erfolgte die Einrichtung der Bibliothek. Inkorporiert wurde u. a. ein Rest der Sammlung der Familie seiner Mutter, Marie Anna Freiin von Greiffenklau (1829). Weitere Förderer der Bibliothek waren Karl Anton (1792-1859) und Friedrich Ferdinand von Dalberg (1822-1908). Nach dem Erlöschen der Familie fiel die Bibliothek als Erbe an die Fürsten von Salm-Salm, die sie um Literatur aus der ersten Hälfte des 20. Jhs erweiterten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Bibliothek unter die Verwaltung des Nationalmuseums in Prag, in dessen Besitz sie sich heute befindet.

1.2 In der Bibliothek finden sich die gleichen Provenienzvermerke wie in der zweiten Dalbergschen Sammlung auf Schloß Dacice [Datschitz] (s. Eintrag dort), z. B. Bücher mit dem Supralibros der Grafen von Berlepsch. Die Handschriften stammen vorwiegend aus der Provenienz von Johann Friedrich Karl von Ostein, Erzbischof und Kurfürst von Mainz (Amtszeit 1743-1763).

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

2.1 Unter den 6665 Bdn Gesamtbestand sind 88 Hss., eine Inkunabel, 11 Drucke des 16. Jhs, ca. 20 Bde des 17. Jhs, ca. 1300 Bde des 18. Jhs und ca. 3500 Bde des 19. Jhs. Der Rest stammt aus der ersten Hälfte des 20. Jhs.

2.2 Der Bestand der Alten Drucke ist zu etwa 40 Prozent deutschsprachig und enthält historische und juristische Werke sowie Reiseliteratur. Nennenswert sind beispielsweise Franz Schmiers Jurisprudentia publica universalis (Salzburg 1722) und Herrn Georg von Fürsts ... curieuse Reisen durch Europa, in welcher allerhand Merckwürdigkeiten zu finden (Sorau 1739).

2.3 Im Bestand des 19. Jhs sind ca. 70 Prozent deutschsprachige Werke. Inhaltlich handelt es sich bei den Drucken des 19. und frühen 20. Jhs vorwiegend um historisches Schrifttum, insbesondere Biographien von Staatsmännern, häufig aus dem Hause Habsburg. Ebenfalls zahlreich sind exotische Reisedarstellungen, Beschreibungen von Jagdexpeditionen und Reiseführer der Länder Europas. Große Aufmerksamkeit wird der Jagd- und Forstliteratur gewidmet, einschließlich der Jagd-Belletristik. Kleinere Bestandsgruppen umfassen naturwissenschaftliche Literatur und politische Schriften über den Nationalismus. Zu nennen sind ferner Belletristik, einige Kochbücher sowie Almanache und Jahrbücher verschiedener Fächer.

Standortkatalog [erstellt 1975]

Stand: Dezember 1996

Petr Mašek


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.