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Strahovská knihovna

Strahover Bibliothek


Adresse. Strahovské nádvorí 1/132, 118 00 Praha 1 - Hradcany
Telefon. (02) 20 51 66 71 (Zentrale), 20 51 66 54 (Lesesaal und Katalog)
Telefax. (02) 20 51 72 81
e-mail. [strahovprem@mbox.vol.cz]

Unterhaltsträger. Královská kanonie premonstrát na Strahove [Prämonstratenserchorherrenstift Strahov]
Funktion. Klosterbibliothek.
Sammelgebiete. 1. Allgemeine Sammelgebiete: Handschriften, Inkunabeln und Alte Drucke zu Theologie und angrenzenden Gebieten wie Kirchenrecht, Kirchengeschichte, Ordenswesen und Ordensgeschichte, Hilfswissenschaften; Philologie, Geographie, Medizin, Pharmazie, Naturwissenschaften und Alchemie. - 2. Besondere Sammelgebiete: Prämonstratensia, Bibeln, Predigten, Dissertationen; Berichte, Broschüren und Periodika zu Theologie, Geschichte, Kultur und Literatur; Luther-Ausgaben, Autographen von Tycho Brahe.

Benutzungsmöglichkeiten. Präsenzbibliothek. - Öffnungszeiten: Lesesaal: Montag bis Freitag 9-16 Uhr. - Leihverkehr: nicht angeschlossen.
Technische Einrichtungen für den Benutzer. Kopiergerät.
Gedruckte Informationen. Strahov. Praha 1995 [in deutscher Sprache].
Hinweise für anreisende Benutzer. Schriftliche, telefonische oder e-mail-Anmeldung empfehlenswert. Vorbestellte Literatur kann bereitgestellt werden. - U-Bahnverbindung ab Hauptbahnhof (Metrolinie C) bis Station Muzeum, umsteigen (Metrolinie A) bis Station Malostranská, von dort Straßenbahn (Linie 22) bis Haltestelle Pohorelec. Fußwegnähe von der Haltestelle (ca. 5 Minuten). - Parkmöglichkeiten in der Nähe der Bibliothek.

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Das Prämonstratenserstift Strahov (lat. Mons Sion) wurde 1143 durch den späteren böhmischen König Vladislav I. (1140-1172, König seit 1158) und den Olmützer Bischof Jindrich Zdík (Amtszeit 1126-1150) gegründet. Die ersten Prämonstratenser siedelten aus dem rheinländischen Steinfeld nach Strahov über. Die Entstehung einer Schule, eines Skriptoriums und einer ersten kleinen Bibliothek fällt in diese Gründungszeit, aus der 5 Codices böhmischer Produktion in den Handschriftenbeständen erhalten geblieben sind. Diese Codices tragen den handschriftlichen Eigentumsvermerk Iste liber est ecclesie montis Syon, que et Strahov dicitur. Weitere 4 Codices mit diesem Exlibris befinden sich in der Kapitelbibliothek auf der Prager Burg, in der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik in Prag und in der Fürstenberg-Schloßbibliothek in Krivoklát [Pürglitz]. Es handelt sich um Handschriften aus der Mitte des 12. Jhs, die eventuell sogar im Strahover Skriptorium selbst gefertigt wurden, so z. B. der berühmte Hildebert-Codex und die Moralien Gregors des Großen.

1.2 Ein Brand im Jahre 1258 und die Wirren der Hussitenkriege, in denen das Kloster 1420 überfallen und geplündert wurde, ließen die Tätigkeit des Klosters und der Bibliothek stagnieren. Erhebliche Verluste erlitt die Bibliothek gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges, als ein finnisches Regiment in schwedischen Diensten Bücher im Wert von 20.000 fl. in 19 großen Kisten nach Turku abtransportierte. Diese wertvollen Bestände verbrannten zu Beginn des 19. Jhs in Turku. Als Erneuerer von Kloster und Bibliothek im 16. Jh wird der spätere Prager Erzbischof Jan Lohelius angesehen. Lohelius, geboren in Cheb [Eger], war von 1586 bis 1612 als Abt in Strahov tätig. Er sicherte der Bibliothek die Zinsen aus einer Geldsumme von 1000 Schock Meißner Groschen, die für Neuerwerbungen bestimmt waren. Sein Interesse an Büchern belegt sein Supralibros auf einer bemerkenswerten Zahl von Renaissance-Ledereinbänden, so z. B. auf den Werken Cornelius Iansenius, Commentariorum in suam ...Historiam Evangelicam, partes IV (Lyon 1586); Hieronymus Natalus, Adnotationes et meditationes Evangelia (Antwerpen 1607) und Aurelius Augustinus, Plura ac diversa ... sermonum opera (Basel 1494-1495). Im Handschriftenbestand finden sich ferner einige theologische Schriften, die Lohelius selbst verfaßt hat.

1.3 Lohelius' Nachfolger, Abt Caspar von Questenberg (Amtszeit 1612-1640), vermehrte die neugegründete Büchersammlung vor allem um Titel über den Hl. Norbert von Xanten. Die Bibliothek wuchs in den Folgejahren durch Spenden und Nachlässe ganzer Sammlungen an, so durch die des Propstes vom St.-Veits-Dom, Jirí Barthold z Braitenberka (Georg Barthold von Breitenberg, gen. Pontanus, †1616), des Juristen Johann Christoph Schambogen †1696) und des bedeutenden Arztes und Gerichtsmediziners Jan František (Johann Franz) Löw von Erlsfeld (1648-1725). Die beiden letztgenannten waren als Professoren an der Prager Karls-Universität tätig. Auch Abt Vincenc Makarius Frank (Amtszeit 1658-1669) bemühte sich um die Bestandserweiterung. 1665 erwarb Frank die sogenannte Freislebener Bibliothek des Ritters von Freisleben aus Jihlava [Iglau] für 3300 fl. Neuerwerbungen aus Nürnberg, Frankfurt a. M. und Leipzig wurden nun in Zusammenarbeit mit dem belgischen Gelehrten Amand Fabius (†1662), Profeß im Prämonstratenserkloster Ninove bei Brüssel, getätigt. Als Professor der Theologie und Rektor im Collegium Norbertinum in der Prager Altstadt war er Berater von Abt Frank.

1.4 In der Amtszeit von Abt Hieronymus Hirnhaim (1670-1679) wurde 1671 unter der Leitung des Prager Baumeisters Giovanni Domenico Orsi de Orsini ein Barocksaal für die Bibliothek erbaut - der heutige Theologische Saal. Im Jahre 1678 umfaßte die Bibliothek 5564 Bde (s. u. 3.3). In den weiteren Jahren wuchs sie durch Schenkungen und Nachlässe von kirchlichen Würdenträgern, Ordensmitgliedern und Professoren der Universität erheblich. Die Sammlungen wurden jedoch nicht als Sondersammlungen bewahrt, sondern in den Hauptbestand eingegliedert. In der Mitte des Theologischen Saals ist eine Sammlung geographischer und astronomischer Globen aus den Niederlanden aus dem 17. bis 19. Jh aufgestellt, darunter auch Globen aus der Werkstatt des Amsterdamer Kartographen Willem Blaeu. In diesem Bibliothekssaal wurden die Bücher nach Numerus currens aufgestellt; bereits in den zwanziger Jahren unter Abt Marian Herrmann (1673-1741) mußte der Saal verlängert werden, um die umfangreichen Bestandserweiterungen beherbergen zu können. Die Anzahl der Bände wird im Katalog von 1756 mit 11.023 angegeben (s. u. 3.3). Im Jahre 1775 erwarb die Bibliothek die Bücher des Gubernialarchivars und Hofdruckers Johann Josef Clauser (1705-1771), dessen in über 30 Jahren zusammengetragene Sammlung 6000 Bde zählte, sowie 1780 die Bibliothek des Kanzlisten beim Fiskalamt Johann Heidl (†1780) mit 17.000 Bdn.

1.5 Die umfangreichen Erwerbungen machten den Bau eines weiteren Bibliothekssaals in den Jahren 1783 bis 1786 erforderlich - des heutigen Philosophischen Saals, der in aufwendiger Weise im klassizistischen Stil ausgestaltet wurde. Für seine Innenausstattung wurde u. a. das Holzinterieur der zuvor aufgelösten Klosterbibliothek in Znojmo-Louka [Bruck a. d. Thaya] mit wertvollen Intarsienschreinen gekauft. Die Abmessungen dieser Bücherschränke bedingten einen erneuten Umbau des Saals, der 1792 schließlich beendet wurde. Im selben Jahr wurde die wertvolle Sammlung lateinischer und griechischer Klassiker des Wiener Professors für Kirchenrecht, Paul Joseph von Riegger (1705-1775), erworben und eingegliedert. Die Aufhebung der Klöster unter Kaiser Joseph II. hatte zur Folge, daß die Strahover Bibliothek Bücher aus deren Klosterbibliotheken günstig erwerben konnte, darunter Bücher aus dem Collegium Norbertinum in der Prager Altstadt (1785) und aus dem Kloster von Milevsko [Mühlhausen]. Die Strahover Bibliothek (im 18. und 19. Jh lateinisch Bibliotheca Strahoviensis genannt) selbst blieb als größte und wichtigste Ordensbibliothek in Böhmen bestehen. Sie sollte ihre Bestände in Zukunft auch der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich machen. Der Strahover Bibliothekar Václav Urban (1752-1787) initiierte sogar die Idee einer hier zu errichtenden öffentlichen Nationalbibliothek.

1.6 Bohumír (Gottfried) Jan Dlabac (1758-1820), Mitglied des Prämonstratenserordens und Verfasser des bekannten Werks Allgemeines historisches Künstlerlexicon für Böhmen und zum Theile für Mähren und Schlesien (Prag 1815-1818), erweiterte als Bibliothekar die Sammlung um einen wertvollen Komplex aus der Zeit des Humanismus und der Nationalen Wiedergeburt in Böhmen (s. u. 2.14-2.15). So legte er den Grundstein für die Bohemica-Sammlung. Zudem begann er mit dem Aufbau einer Sammlung zeitgenössischer Periodika, die heute einen wertvollen und teilweise unikaten Komplex der Bibliothek darstellt (s. u. 2.16). Im ausgehenden 18. Jh und beginnenden 19. Jh erreichte die Bibliothek ihre Blütezeit unter Abt Václav Josef Mayer (1779-1800) und dem Bibliothekar B. J. Dlabac. 1798 wurde der Großteil der wertvollen Bibliothek des Astronomen und Direktors der Prager Sternwarte Antonín Strnad (1746?-1799) erworben und inkorporiert. Diese einzigartige Sammlung dokumentiert u. a. die Prager Tätigkeit von Johannes Kepler und Tycho Brahe. Neben den Büchern, die in Prag publiziert wurden, finden sich häufig andere Druckorte wie z. B. Berlin, Dresden, Frankfurt a. M., Frankfurt/Oder, Leipzig, Nürnberg, Wien und Paris. 1801 kam die Sammlung des Bibliographen und Sammlers Josef Bartsch hinzu, 1837 die Bibliothek des Kanonikers Václav Peutelschmidt (ca. 9000 Bde) und 1847 die Bibliothek des Pfarrers in Peruc, J. Hauser (ca. 8000 Bde). Auf das Jahr 1825 geht die einmalige Dendrologische Bibliothek zurück, deren 68 Bde die Entwicklung einheimischer Bäume dokumentieren. Jeder Band ist einer Baumart gewidmet und in einmaliger Art eingebunden: die Buchdeckel sind aus dem jeweiligen Holz des Baumes und die Buchrücken aus der jeweiligen Rinde angefertigt.

1.7 Weiterhin erbte die Bibliothek Bücher verstorbener Ordensmitglieder. Wertvolle Sammlungen aus dem Besitz von Emerich Petrík, Jarloch Strnište, Jeroným Zeidler, Jirí Mechácek, Method Zavoral u. a. kamen hinzu. Bestände aus Institutionen wurden später ebenfalls inkorporiert, z. B von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und Kunst [Ceská akademie ved a umení], dem Archiv des Innenministeriums [Archiv ministerstva vnitra], dem Böhmischen Landesarchiv [Archiv zeme Ceské] und dem Archiv der Hauptstadt Prag [Archiv hlavního mesta Prahy] herausgegebene Bücher. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs trat eine gewisse Stagnation in der Bibliothekstätigkeit ein, obwohl die Bestände in den sechziger Jahren des 19. Jhs ca. 70.000 Bde zählten und nach der Universitätsbibliothek die umfangreichsten in Prag waren. Werke aus dem späten 19. Jh und dem 20. Jh wurden in den Verbindungsgängen der Bibliothekssäle und in anliegenden Räumen untergebracht, jedoch nicht mehr systematisch nach Gruppen geordnet. Seit Anfang des 20. Jhs wurde der wissenschaftlichen Bearbeitung und Katalogisierung der Bestände vermehrte Aufmerksamkeit gewidmet. Hier machten sich der Bibliothekar und Historiker Cyril Antonín Straka (1868-1927) und sein Nachfolger Vít Miloslav Hlka (1887-1957) verdient.

1.8 In der ersten Hälfte des 20. Jhs wurden die Bestände nicht mehr so intensiv erweitert. Als das Kloster 1950 aufgelöst und die Verwaltung der Bibliothek dem Tschechoslowakischen Staat übertragen wurde, umfaßte der Gesamtbestand ca. 130.000 Bde. Von 1953 bis 1991 stand sie unter der Verwaltung der Bibliothek des Museums für böhmische Literatur [Památník národního písemnictví - knihovna] (s. Eintrag dort), blieb aber separat bestehen. Das Museum für böhmische Literatur gewann beachtliche Bestandszuwächse hinzu, u. a. ca. 400.000 Bde aus aufgehobenen Klöstern in Mittel- und Nordböhmen mit bemerkenswerten Handschriften- und Inkunabelbeständen (ca. 1700 Hss. und 1000 Inkunabeln), ca. 50.000 Bde aus der Karásek-Galerie sowie einige Privatbibliotheken. Neuere tschechische Zuwächse wurden separat gesammelt und katalogisiert. Die Bestände zählen jedoch nicht zur Strahover Bibliothek. Sie selbst wurde 1991 an den Prämonstratenserorden restituiert. Die Bestände werden weiterhin um theologische und wissenschaftliche Literatur erweitert, darunter auch Werke zu Hilfswissenschaften, Bibliothekswesen, Kunstgeschichte und Enzyklopädien. Die Bibliotheksräume sind lediglich zu besichtigen; für die Benutzung der Bestände zu Forschungszwecken dient der Lesesaal. Ein Teil der Sammlung ist außerhalb in Depositen untergebracht.

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

Chronologische Übersicht und Übersicht nach Sprachen

2.1 Der Gesamtbestand der Bibliothek umfaßt etwas weniger als 200.000 Bde (einschließlich Periodika, Musikalien und Archivalien). Dies schließt ein 3286 Hss. und 1500 Inkunabeln sowie eine Reihe von Paläotypen der einheimischen und einer breiteren europäischen Produktion. Schätzungsweise liegen vor 15.000 Bde des 16. Jhs, 20.000 Bde des 17. Jhs, 30.000 Bde des 18. Jhs und 35.000 Bde des 19. Jhs. Alle Bestände befinden sich in einem relativ guten Zustand. Die Handschriften und Inkunabeln sowie weitere wertvolle Drucke werden in Tresorräumen aufbewahrt und sind deshalb erschwert zugänglich. Der umfangreiche Kern der Bibliothek, den die Literatur des 16. bis 19. Jhs aus der einheimischen und europäischen Produktion ausmacht, befindet sich im Theologischen Saal (ca. 16.000 Bde) und im Philosophischen Saal (ca. 50.000 Bde). Auch die Periodika einschließlich der wissenschaftlichen Zeitschriften sind dort aufgestellt.

2.2 Germanica sind besonders zahlreich aus dem 17. und 18. Jh vertreten. Vor allem sind es Werke zur Theologie, z. B. zum Ordenswesen, Kirchenrecht und zur Kirchengeschichte. Reich an Germanica sind weiterhin die Bestände zu Philosophie, Dichtkunst und den Naturwissenschaften. In tschechischer Sprache sind ca. 40 Prozent, in deutscher ca. 30 Prozent, in lateinischer ca. 20 Prozent vom Gesamtbestand; etwa 7 Prozent sind in französischer, ein Prozent in englischer und ca. 2 Prozent in weiteren Sprachen erschienen.

Systematische Übersicht

Handschriften

2.3 Aus der Handschriftenabteilung ist vor allem das Strahover Evangeliar aus dem Jahre 860 hervorzuheben, das wahrscheinlich aus Tours stammt und mit Illustrationen aus dem späten 10. Jh versehen ist. Zu nennen sind ferner ein Codex aus dem 13. Jh, der die Chronik des Prager Kanonikers Vincentius (1167) und des Abtes Gerlach (Jarloch, 1228) von Milevsko enthält, zudem die Historia Anglorum des Beda Venerabilis und schließlich die Schilderung des Italienzuges Friedrich Barbarossas vom Kleriker Ansbert. Aus dem 14. Jh liegt u. a. das Pontificale des Bischofs von Litomyšl [Leitomischl] und Magdeburg, Albert von Sternberg (†1380), vor. Zu den spätgotischen Werken gehört die sogenannte Schellenberg-Bibel (1446). In der Handschriftensammlung befinden sich auch bedeutende Bibelübersetzungen, z. B. das Neue Testament Nový zákon aus dem Dlabac-Nachlaß und die sogenannte Strahover Bibel. Vorhanden sind ferner Schriften aus den Bereichen Theologie, Kirchengeschichte, Kirchenmusik, Monasteriologie, Geschichte, Mathematik, Pflanzenkunde und historische Hilfswissenschaften (Genealogie, Heraldik, Diplomatik) sowie philosophische Werke, darunter zahlreiche von Tomáš ze Štítného. Die Werke von Jan Hus (z. B. Predigten und Traktate) sind ebenfalls in bemerkenswerter Zahl vertreten.

2.4 Die nachfolgenden Jahrhunderte brachten trotz der Entwicklung des gedruckten Buches noch zahlreiche Handschriften hervor. Interessant ist der Reisebericht des Friedrich von Dohna (Bedrich z Donína) vom Beginn des 17. Jhs über seine Reise von Böhmen nach Loretto in Italien. Aus dieser Zeit stammt auch eine Sammlung von Veduten verschiedener böhmischer Städte, die ursprünglich auf ein Skizzenbuch des Graphikers Johann Willenberger (†1613) zurückgehen. Vom Strahover Chorherren Jan Václav Šícha (†1633) stammen illuminierte liturgische Bücher. Ferner liegen vor Titel des Historikers Bohuslav Balbín (1621-1688), des Pädagogen Jan Amos Komenský (Johann Amos Comenius, 1592-1670) und das Tagebuch des tschechischen Komponisten Jakub Jan Ryba (1765-1815). Die Handschriftensammlung wird seit 1963 wissenschaftlich bearbeitet und katalogisiert (s. u. 3.2).

Inkunabeln

2.5 Der Bestand an Inkunabeln der Strahover Bibliothek nimmt dem Umfang nach die zweite Stelle in der Tschechischen Republik ein; übertroffen wird er nur von der Sammlung der Nationalbibliothek. Inhaltlich überwiegen Werke theologischen Inhalts; vertreten sind aber auch juristische, kirchenrechtliche, historische, medizinische und naturwissenschaftliche Werke. Aus Böhmen stammen 16 böhmische Inkunabeln, darunter 7 Unikate, vornehmlich aus der Pilsner Druckerei von Mikuláš Štetina Bakalár (Nikolaus Baccalaureus, tätig 1498-1513). So übersetzte er z. B. aus Bernhard Breidenbachs Peregrinatio in terram sanctam zwei Kapitel, die selbständig als Traktát o Zemi svaté und als Zivot Mohamedv (Pilsen 1498) erschienen. 1498 erschienen Lucidár und Zivot Adama a Evy nach einem alttschechischen Thema. Zu den Unikaten gehören auch das Fragment des ältesten illustrierten Drucks von Aesops Fabeln Ezopa zivot s fabulemi (Prag 1488), der in Tschechisch nach Heinrich Steinhövel bearbeitet wurde, ferner das tschechische Neue Testament als Dlabacv Nový zákon (vor 1487), dann der älteste gedruckte tschechische Mondkalender Minucí na rok 1485 (Vimperk: Johannes Alacraw 1484). Die Bibliothek besitzt bei den anderen Inkunabeln einheimischer Herkunft sowohl Werke aus der Druckerei Severin Kamp, die seit 1488 in der Prager Altstadt arbeitete, als auch von den Brünner Druckern Matthias Preinlein und Konrad Stahel (tätig 1486-1498). Aus der Druckerei von Jonata z Vysokého Mýta in Prag stammt die zweite Auflage der Kronika trojánská (1487) von Quido de Columna.

2.6 Bedeutend sind weiterhin die in Böhmen in lateinischer Sprache gedruckten Inkunabeln, z. B. Missale Pragense (Pilsen 1479) und Albertus Magnus' Summa de eucharistiae sacramento (Vimperk: Johannes Alacraw 1484). Vorhanden sind auch liturgische Bücher für den Gebrauch in der Prager Erzdiözese, die im Ausland gedruckt wurden, z. B. die Ausgaben Missale Pragense (Leipzig: Konrad Kachelofen 1498) und Rituale Pragense (Nürnberg: Georg Stuchs 1496). Ein wertvolles Bohemicum ist die lateinische Historia Bohemica (1486) von Papst Pius II. (Aeneas Silvio Piccolomini). Der Inkunabelbestand aus europäischen Offizinen des 15. Jhs ist insgesamt beeindruckend umfangreich; so sind in der Bibliothek berühmte Drucker vertreten wie Konrad Sweynheym und Arnold Pannartz (Rom 1468), Friedrich Creussner (Bewährung daß die Juden irren, Nürnberg 1474), Nicolaus Jenson (Venedig 1471-1478), Aldus Manutius (Venedig 1498), Peter Schöffer (Mainz 1471-1477), Erhard Ratdolt (Augsburg 1488), Anton Koberger (Nürnberg 1472-1497; z. B. Malleus maleficarum, 1494), Johann Sensenschmidt (Nürnberg 1473, Bamberg 1489), Johannes Froben (Basel 1491), Johann Schönsperger (Der Teutsch Belial von Jacob de Theramo, Augsburg 1500) u. a. Es liegen Drucke vor aus Köln, Mainz, Passau, Regensburg, Wittenberg, Straßburg, Wien und Zürich sowie anderen Städten des deutschsprachigen Gebiets.

2.7 Von den ersten italienischen Drucken liegt die Ausgabe Commentarii de bello gallico (1469) vor, gedruckt von Konrad Sweynheym und Arnold Pannartz, die in Subiaco bei Rom arbeiteten. Mit zahlreichen italienischen Arbeiten vertretene Drucker sind zudem Nicolaus Jenson und Aldus Manutius. Von Peter Schöffer sind die Dekrete der Päpste (Gregor IX., Klemens V., Bonifatius VIII.), die Justinianischen Institutiones (1476) und Novellae (1477) vorhanden; Thomas von Aquin, Super quarto sententiarum (1469) und Summa theologica (1471) sowie die medizinische Arbeit Hortus sanitatis (1485) von Johannes de Cuba und die Reisebeschreibung Bernhard Breidenbachs Peregrinatio in terram sanctam (Mainz 1486) mit Holzschnitten von Erhard Reuwich liegen ebenfalls vor. Hartmann Schedels Liber chronicarum (1493) ist in der Bibliothek in lateinischer und deutscher sowie in einer kleinformatigen späteren Ausgabe vorhanden. Unter den Holzschnitten des Werks findet sich auch die älteste Ansicht Prags aus dem Jahre 1493. Schedels Werk erschien zuerst bei Anton Koberger in Nürnberg, aus dessen Druckerei die Bibliothek eine Reihe weiterer Inkunabeln besitzt. Zu den Kostbarkeiten der Bibliothek gehören zudem die Drucke Peter Schöffers. Von den Leipziger Druckern seien Melchior Lotter (1495) und Konrad Kachelofen (1489) genannt.

Theologischer Saal

2.8 Der Theologische Saal (mit ca. 16.000 Bdn) beherbergt die theologische Literatur in ihrem breiten europäischen Kontext und ihrer historischen Entwicklung. Er enthält eine außergewöhnlich reiche Sammlung an Bibeln, von umfangreichen Polyglott-Bänden (z. B. Ausgaben von Cristoph Plantin, Antwerpen 1569-1578; von Thomas Roycroft, London 1657 oder von Heinrich Herman Holle, Wandsbek 1710-1711) bis zu schmalen Bändchen des Neuen Testaments. Ein Kleinod mährischer Herkunft in dieser Sammlung ist die sechsbändige Bible kralická aus den Jahren 1579 bis 1594 mit dem Supralibros des Adelsgeschlechts Zierotin (ze Zerotína). Neben tschechischen Bibelausgaben sind hier auch Bibeln in lateinischer, hebräischer, griechischer, deutscher, englischer, französischer, italienischer, spanischer und arabischer Sprache sowie in Dänisch, Schwedisch, Lappisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch, Serbisch, Rumänisch und Syrisch vertreten. Der theologische Bestand umfaßt alle fundamentalen Werke der Kirchenväter und -lehrer sowie Heiligenviten und umfangreiche Predigtliteratur. In repräsentativer Auswahl sind die Reformation, u. a. mit Werken von Martin Luther, und noch reichhaltiger die Gegenreformation mit dem Schwerpunkt bei jesuitischer Literatur vertreten.

2.9 Von Abt Hieronymus Hirnhaim, Professor der Philosophie im erzbischöflichen Priesterseminar und im Prämonstratenserkollegium Norbertinum in der Prager Altstadt, besitzt die Bibliothek sein Hauptwerk gegen die Scholastiker De typho generis humani (Prag 1676), seine Meditationes ... (Prag 1678) sowie seine Asketik im Geiste des Ordensstifters S. Norberti (Prag 1676).

Philosophischer Saal

2.10 Im Philosophischen Saal mit seiner Galerie sind ca. 50.000 Bde aus jenen Wissensgebieten aufgestellt, die in älterer Zeit an philosophischen Fakultäten unterrichtet wurden. Neben der Philosophie, Geschichte und Philologie sind auch die Geographie, Naturwissenschaften, Astronomie, Mathematik und Medizin vertreten.

2.11 Den Bestand ergänzen Werke zur Belletristik, Poesie und Kunst sowie Enzyklopädien. Ein Vergleich der im Philosophischen und im Theologischen Saal aufbewahrten Bestände (ungefähr im Verhältnis 50.000 zu 16.000 Bde) bezeugt die breiten wissenschaftlichen Interessen der Strahover Prämonstratenser in allen Jahrhunderten. Hoch zu bewerten ist die Tatsache, daß die einheimische böhmische Buchproduktion relativ vollständig vertreten ist und ein entsprechendes Pendant in der Produktion Mittel-, West- und Südeuropas findet. In geringerer Zahl sind Bücher aus England und Spanien vorhanden. Die französischen Enzyklopädisten, die in Franz Anton Maulpertschs Deckengemälde verurteilt werden, nehmen mit der Signatur AAI den ersten Platz im Saal ein. Eine große Bedeutung wird dem Geschenk aus dem Jahre 1812 der Kaiserin Maria Louise (1791-1847), der Gemahlin Napoleons, beigemessen: Josef Pierre Redoutés sechsbändiges Werk über die Liliengewächse Les Liliacés (Paris 1802-1812) und das vierbändige Musée française (Paris 1803-1811) mit Reproduktionen der Gemälde und Figuren im Louvre in Paris werden in einem besonderen Schrank aufbewahrt. Von der hier aufgestellten medizinischen Literatur sei Andreas Vesalius' De corporis humani fabrica (Nürnberg 1551) genannt.

2.12 Die Bibliothek besitzt weitere bedeutende Titel zur Geographie, wie z. B. die Atlanten aus der Amsterdamer Werkstatt Blaeu Theatrum orbis terrarum, sive atlas novus (1635), Novum ac magnum theatrum urbium Belgiae (1649) und Theatrum orbis terrarum (1648-1655) sowie Atlanten von Blaeus Nachfolger Peter Schenck und dem Nürnberger Kartographen Johannes Baptist Homann und seinen Erben. Ferner liegen vor Abraham Ortelius' Theatrum orbis terrarum (Antwerpen 1570) mit einem deutschen Auszug von 1604 und Gerhard Mercators Atlas sive cosmographicae meditationes de fabrica mundi et fabricata figura (Duisburg 1587). Inhaltlich und typographisch weniger bedeutende Atlanten ergänzen den Bestand.

2.13 Aus dem Gebiet der Astronomie seien von den ältesten Drucken genannt Nikolaus Kopernikus' De revolutionibus omnium coelestium (Nürnberg 1543) und Cyprianus Leovitius, Eclipsium omnium ab anno Domini 1554 usque in annum Domini 1606 accurata descriptio et pictura (Augsburg 1556). Nachweislich aus der Provenienz Tycho Brahes stammen sein Werk Astronomiae instauratae mechanicae (Wandsbek 1598); Johannes Regiomontanus, Ephemerides (o. O. ca. 1476-1482); Almanach magistri de Monte Regio ad annos XV accuratissim. calculata (Augsburg 1492) und Georgio Rhetico, Opus Palatinum de triangulis (o. O. 1596). Sie tragen das Supralibros Tycho Brahes. Mit dem Vermerk rara editio versahen die Strahover Bibliothekare folgende Werke: Opera Philippa Landsbergia (Dordrecht ca. 1650), Georgii Purbachii Theoricae novae planetarum (Köln 1591), Petri Pitati Almanach novum (Tübingen 1552) und Wolferd Senguerdius, Philosophia naturalis (Leyden 1685). Die Philosophie ist vertreten durch Werke von Bacon, Hobbes, Descartes, Leibniz, Spinoza und Pascal. Aus dem Bereich der deutschen Versdichtung sind der Begründer der schlesischen Schule, Martin Opitz (1597-1639), sowie Andreas Gryphius (1616-1664) mit mehreren Werken vertreten.

2.14 Die wichtigsten Werke aus der Epoche des Humanismus aus der lateinischen, deutschen und tschechischen Produktion sind nahezu vollständig vorhanden. Von den tschechischen Humanisten, die in starkem Maße die europäischen humanistischen Werke rezipierten, seien genannt Bohuslav Hasištejnský z Lobkowicz, Viktorin Kornel ze Všehrd, Oldrich Velenský z Mnichova, Mikuláš Konác z Hodiškova, Jan Dubravius, Kašpar Cropacius, Jirí Carolides z Karlsperka, Jirí Barthold Pontanus z Breitenberka u. a. Ihre Werke sind im Bestand vertreten. Gleichfalls genannt sei die glische Dichterin Elizabeth J. Weston (Vestonia, 1582-1612), die nach Prag emigriert war.

2.15 Aus der Zeit der Nationalen Wiedergeburt seit Ende des 18. Jhs finden sich zahlreiche Werke. Sie wurden verstärkt durch den Bibliothekar Bohumír Jan Dlabac zusammengetragen. Von den mit ihren lateinisch und deutsch verfaßten Werken vertretenen frühen Repräsentanten seien genannt Josef Dobrovský, Gelasius Dobner, Karel Rafael Ungar, Jaroslav Schaller und František Martin Pelcl. Weiterhin besitzt die Bibliothek Werke von Josef Jungmann, Jan Nejedlý, František Palacký u. a. Die romantische Generation repräsentieren Autoren wie Karel Hynek Mácha und Bozena Nemcová.

Periodika

2.16 Die Periodika sind im Gesamtbestand und in den Räumlichkeiten verstreut. Besonders bedeutend ist der Zeitschriftenbestand aus der Epoche der Nationalen Wiedergeburt, den vermehrt B. J. Dlabac zusammengetragen hat und der großenteils mit literarischen und kulturellen Themen befaßt ist. Deutschsprachige Periodika liegen verstärkt zu theologischen und religiösen Bereichen vor. Ebenfalls im Bestand verstreut sind die vorhandenen Dissertationen.

Angrenzende Räume

2.17 Im südlichen Verbindungskorridor und in kleineren Magazinräumen sind die Bestände aus jüngerer Zeit (19. und 20. Jh) nach Numerus currens aufgestellt, insgesamt ca. 130.000 Bde. Im nördlichen Verbindungsgang werden medizinische und pharmazeutische Werke aufbewahrt. Eine Zierde des Bestandes stellen seltene Bücher der Pharmazie dar (4 Hss. und mehr als 2800 Alte Drucke). Darunter sind auch die Apothekenordnungen und Tarifsätze vieler deutscher Städte. Ferner liegen einige Schriften von Zehner und Paracelsus vor sowie drei Unikate von Heilmittelschriften, z. B. von Johann Neukrantz und Johann Jacob Woyt verfaßt.

3. KATALOGE

3.1 Moderne allgemeine Kataloge

Alphabetischer Katalog

[hschr. Zettelkatalog; verzeichnet auch die außerhalb in Depositen deponierten Bestände]

Standortkatalog des Theologischen Saals

Standortkatalog des Philosophischen Saals

EDV-Katalog der Alten Drucke

Die Bohemica in tschechischer Sprache sind erfaßt in Knihopis ceských a slovenských tisk od doby nejstarší az do konce XVIII. století [Bibliographie der tschechischen und slowakischen Drucke von den ältesten Zeiten bis zum Ende des 18. Jhs] (Praha 1939-).

Die Bestände sind in der Bibliographie der gedruckten fremdsprachigen Bohemica aus den Jahren 1501-1800, die als Datenbank in der Hauptbibliothek der Akademie der Wissenschaften in Prag ausgearbeitet wird, verzeichnet.

3.2 Moderner Sonderkatalog

Ryba, Bohumil: Soupis rukopis Strahovské knihovny [Verzeichnis der Handschriften der Strahover Bibliothek]. Bde 3-5, 6.2. Praha 1970-1979

3.3 Historische Kataloge

Catalogus librorum (et codicum) Bibliothecae Strahoviensis anno 1672 confectus, fallend in den Zeitabstand der Jahre 1672 bis 1677

[hschr.; Systematischer Katalog; innerhalb der Gruppen nach Formaten und annähernd alphabetisch geordnet; keine Signaturen]

Catalogus Bibliothecae Strahoviensis antiquus

[hschr. Reinschrift des Alphabetischen Katalogs der Bücher und Handschriften von 1740]

Catalogus librorum et codicum Bibliothecae Strahoviensis secundum authorum cognomina ordine alphabetico digestus

[hschr. Umschrift des Alphabetischen Katalogs; von 1756]

Ältester Fachkatalog der Strahower Bibliothek

[hschr.; 1781-1795; von mehreren Bibliothekaren geschrieben, berichtigt und ergänzt; großenteils mit Signaturen]

Jüngerer Fachkatalog der Strahower Bibliothek

[hschr.; von den Bibliothekaren Adolph Jan Fischer (1819-1857) und Erwin Anton Weyrauch (1857-1865) ausgearbeitet]

4. DARSTELLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER BIBLIOTHEK

Dlabac, Bohumír Jan: Historische Darstellung des Ursprungs und der Schicksale des königlichen Stiftes Strahow. 3 Bde. Prag 1805-1807

Weyrauch, Erwin Anton: Geschichte und Beschreibung der königl. Stift Strahöwer Bibliothek. Prag 1858

Weyrauch, Erwin Anton: Geschichte des königlichen Prämonstratenser Chorherren-Stiftes Strahow. Prag 1863

Cermák, Dominik Karel: Premonstráti v Cechách a na Morave [Die Prämonstratenser in Böhmen und Mähren]. Praha 1877, S. 1-128

Cermák, Dominik Karel: Das Prämonstratenser-Chorherrenstift Strahov oder Berg Sion in Prag. Würzburg und Wien 1883

Straka, Cyril A.: Návšteva císarovny francouzské Marie Ludviky na Strahove r. 1812 [Der Besuch der französischen Kaiserin Marie Louise in Strahov im Jahre 1812]. In: Zenské listy [Blätter für Frauen] 11 (1912) S. 3-4

ders.: Švédové na Strahove a oblezení Prahy roku 1648 [Die Schweden in Strahov und die Belagerung Prags im Jahre 1648]. In: Sborník Historického krouzku [Sammelband des Historischen Zirkels] 18 (1917) S. 161-170

ders.: Knihovna Strahovského kláštera (Zpráva o stavu katalogizace) [Die Bibliothek des Strahover Klosters (Bericht über den Stand der Katalogisierung)]. In: Ceský casopis historický [Tschechische historische Zeitschrift] 25 (1919) S. 378-381

ders.: Vznik Filosofického sálu knihovny premonstrát na Strahove [Der Philosophische Saal der Bibliothek der Prämonstratenser in Strahov]. In: Knihy a knihovny [Bücher und Bibliotheken] 1 (1920) S. 91-106 [auch als Sonderdruck]

Krasnopolski, Paul: Geistliche Bibliotheken in Böhmen und Mähren. In: Gutenberg-Jahrbuch 1 (1926) S. 77-105 [auch als Sonderdruck]

Hlka, Vít M.: Strahov (o knihovne) [Strahov (über die Bibliothek)]. In: Lidové listy [Volksblätter] (1. April 1931)

Šulc, Alois L.: Dejiny a popis Strahovské knihovny [Geschichte und Beschreibung der Strahover Bibliothek]. Praha 1932

Hlka, Vít M.: Strahov. Strucný prvodce jeho památkami [Strahov. Kurzer Führer zu seinen Sehenswürdigkeiten]. Praha 1939

Hlka, Vít M.: Strahov a jeho památky [Strahov und seine Denkwürdigkeiten]. Praha 1940

Mainx, Felix: Die Bücherei des Prämonstratenser-Stiftes in Prag. In: Sankt Wiborada 8 (1940) S. 41-43

Kneidl, Pravoslav: K programu knihovny Památníku národního písemnictví [Zum Programm der Bibliothek des Museums für böhmische Literatur]. In: Glosy ze Strahova [Glossen aus Strahov] (1965) Heft 3/4, S. 6-7

Prazáková, Bela: Strahovská knihovna zivá a aktuální [Die Strahover Bibliothek lebendig und aktuell]. In: Glosy ze Strahova [Glossen aus Strahov] (1965) Heft 3/4, S. 24-25

Kneidl, Pravoslav: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek]. Praha 1966 [in Tschechisch, Russisch, Englisch, Deutsch und Französisch]

Krause, Joachim: Die Bibliothek des ehemaligen Klosters Strahov in Prag. In: Philobiblon 12 (1968) Heft 3

Kneidl, Pravoslav: Die Strahover Bibliothek. In: Librarium. Zeitschrift der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft 13 (1970) Heft 1, S. 25-38

Kneidl, Pravoslav: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek]. In: Památník národního písemnictví [Museum für böhmische Literatur]. Praha 1970, S. 54-60

Prazáková, Bela: Strahovský knihovní rád z roku 1672 [Die Strahover Bibliotheksordnung aus dem Jahre 1672]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 5/6 (1970/1971) S. 405-418

Kneidl, Pravoslav (Hrsg.): Rád Strahovské knihovny 1672 [Die Ordnung der Strahover Bibliothek 1672]. Praha 1971

Baur-Heinhold, Margarete: Schöne alte Bibliotheken. Ein Buch vom Zauber ihrer Räume. München 1972, S. 235-237 [mit Abbildungen]

Kneidl, Pravoslav: K 300. výrocí vzniku teologického sálu Strahovské knihovny [Zum 300. Jahrestag der Erbauung des Theologischen Saals in der Strahover Bibliothek]. In: Glosy ze Strahova [Glossen aus Strahov] (1972) Heft 16, S. 2-3

P. K. [Kneidl, Pravoslav]: Deset let pametní knihy vzácných návštev Strahovské knihovny [10 Jahre Gedenkbuch seltener Besucher in der Strahover Bibliothek]. In: Glosy ze Strahova [Glossen aus Strahov] (1972) Heft 16, S. 4

Prazák, Jirí: Z pocátk Strahovské knihovny [Aus den Anfängen der Strahover Bibliothek]. In: Studie o rukopisech [Handschriftenstudien] 13 (1974) S. 169-171

Krivský, Pavel: Obnova Strahovské knihovny v letech 1658-1669 [Die Instandsetzung der Strahover Bibliothek in den Jahren 1658-1669]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 14/15 (1979/1980) S. 111-120

Kneidl, Pravoslav; Rollová, Anna; Preiss, Pavel: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek]. Praha 1988 [deutsche Zusammenfassung S. 194-203]

Prazák, Jirí: K existenci strahovského skriptoria [Zur Existenz des Strahover Skriptoriums]. In: Documenta Pragensia. Bd 10, Heft 1. Praha 1990, S. 51-58

Malecek, František; Malecek, Roman: Strahov Praha [Strahov in Prag]. Praha 1993

Bojanovská, Jitka: Systematický a jmenný rejstrík ke sborníku Strahovská knihovna [Systematisches und Namenverzeichnis zum Sammelband Strahovská knihovna] In: Bibliotheca Strahoviensis 1 (1995) [als Beilage]

Bibliothekare:

Straka, Cyril A.: Buditel národa B. J. Dlabac jako knihovník [Der Volksaufklärer B. J. Dlabac als Bibliothekar]. In: Knihy a knihovny [Bücher und Bibliotheken] 1 (1920) S. 48-51

Perlík, Romuald: Bohumír Jan Dlabac. In: Cyril 47 (1921) S. 1-5, 22-23

Hlka, Vít M.: P. Cyril Antonín Straka, knihovník strahovský [Cyril Antonín Straka, Strahover Bibliothekar]. In: Kalendár pro katolíky na r. 1928 [Kalender für Katholiken auf das Jahr 1928] (1928) S. 83-85

Prazáková, Bela: Bohumír Jan Dlabac ve Strahovské knihovne [B. J. Dlabac in der Strahover Bibliothek]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 1 (1966) S. 133-171

Hamanová, Pavlína: K zivotopisu strahovského bibliotekáre Kašpara Bouška [Zur Lebensgeschichte des Strahover Bibliothekars K. Boušek]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 2 (1967) S. 258-261

Brenová, Vera: Adam Václav Urban a jeho knihovnická práce na Strahove (1780-1787) [A. V. Urban und seine bibliothekarische Arbeit in Strahov (1780-1787)]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 3 (1968) S. 255-259

Kneidl, Pravoslav: Uplynulo sto let od narození P. Cyrila Straky [100 Jahre vergingen seit der Geburt von P. Cyril Straka]. In: Glosy ze Strahova [Glossen aus Strahov] (1969) Heft 9/10, S. 6-7

Batha, František: Vzpomínáme Jana Bohumíra Dlabace [Zum Gedenken an J. B. Dlabac]. In: Glosy ze Strahova [Glossen aus Strahov] (1970) Heft 12, S. 11-12

Brenová, Vera: Strahovští knihovníci a jejich príspevky k dejinám knihtisku [Die Strahover Bibliothekare und ihre Beiträge zur Geschichte des Buchdrucks]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 7 (1972) S. 191-218

Brenová, Vera: Bibliotekári Strahovské knihovny [Die Bibliothekare der Strahover Bibliothek]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek]

 8 (1973) S. 87-118

Hlinomaz, Milan: PhDr. Theodor Zahradník. In: Bibliotheca Strahoviensis 2 (1996) S. 101-107

Parez, Jan: Cyril Antonín Straka (1868-1927). Strahovský bibliotékár [C. A. Straka (1868-1927). Der Strahover Bibliothekar]. In: Bibliotheca Strahoviensis 3 (1997) S. 213-243

5. VERÖFFENTLICHUNGEN ZU DEN BESTÄNDEN

Beránek, Karel: Soupis archivních rukopis a jiných archiválií v Universitní a Strahovské knihovne v Praze [Verzeichnis der Archivhandschriften und anderer Archivalien in der Universitätsbibliothek und Strahover Bibliothek in Prag]. In: Sborník archivních prací [Sammelband der Archivarbeiten] 21 (1971) S. 185-234

Bistrický, Jan: Chronologie rukopis olomouckého skriptoria 12. století [Chronologie der Handschriften des Olmützer Skriptoriums im 12. Jh]. In: Acta Universitatis Palackianae Olomucensis. Historica 21 (1981) S. 7 ff.

Bohatcová, Mirjam: Deutsche Einblattdrucke des 16. Jahrhunderts im Prager Sammelbuch des Václav Dobrensky. In: Gutenberg-Jahrbuch 54 (1979) S. 172-183

Brenová, Vera: Pokusy o soupis ceských tisk ve Strahovské knihovne [Versuch eines Repertoriums böhmischer Drucke in der Strahover Bibliothek]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 10 (1975) S. 101-112

Brenová, Vera: Katalogy Strahovské knihovny [Die Kataloge der Strahover Bibliothek]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 12/13 (1977/1978) S. 105-121

Dlabac, Bohumír Jan: Nachricht von einem bisher noch unbekannten böhmischen Neuen Testamente. Für die Abhandlungen der k. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. Prag 1816

Hamanová, Pavlína; Nuska, Bohumil: Knizní vazba sedmi století z fond Strahovské knihovny [Bucheinbände aus 7 Jahrhunderten aus den Beständen der Strahover Bibliothek]. Praha 1966

Hanzlícek, Zdenek: Farmaceutika ve Strahovské knihovne [Pharmazeutica in der Strahover Bibliothek]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 1 (1966) S. 198-200

Honl, Ivan: Zemepisné atlasy ve Strahovské knihovne [Geographische Atlanten in der Strahover Bibliothek]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 1 (1966) S. 201-203

Horský, Zdenek (Hrsg.): Nicolai Copernici De revolutionibus orbium coelestis. Edition Cimelia Bohemica. Bd 16. Praha 1971

Hrubeš, Jirí: Odpoved nalezneme v oddelení Libri politici. (Italští státovedci 16. století v Strahovské knihovne) [Die Antwort finden wir in der Abteilung Libri politici. (Italienische Staatswissenschaftler des 16. Jhs in der Strahover Bibliothek)]. In: Glosy ze Strahova [Glossen aus Strahov] (1969) Heft 9/10, S. 2-4

Hrubeš, Jirí: O dvou neznámých konvolutech Lutherových raných spis [Zwei unbekannte Konvolute Lutherischer Frühschriften]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 10 (1975) S. 5-20

Hrubeš, Jirí: Nad deseti rocníky Strahovské knihovny [Mehr als 10 Jahrgänge Strahovská knihovna]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 10 (1975) S. 301-304

Johanides, Josef: Zajímavá robinsonáda z roku 1753 ve Strahovské knihovne [Eine bemerkenswerte Robinsonade aus dem Jahre 1753 in der Strahover Bibliothek]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 2 (1967) S. 263-265

Kammeyer, Hans F.: Eine besondere Dendrologische Bücherei. In: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (1957/1958) Nr. 60, S. 98 [zur dendrologischen Bibliothek Karl von Hinterlagens im Kuriositätenkabinett]

Kleinschnitzová, Flora: Ex bibliotheca Tychoniana Collegii Soc. Jesu Pragae ad S. Clementem. In: Nordisk Tidskrift för Bok- och Biblioteksväsen [Nordische Zeitschrift für Buch- und Bibliothekswesen] 20 (1933) S. 73-97

Martínek, Jan: Nové literárne historické poznatky cerpané ze strahovských konvolut 16. a 17. století [Neue literaturhistorische Erkenntnisse von den Strahover Sammelbänden des 16. und 17. Jhs]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 10 (1975) S. 47-66

Meštan, Antonín: Starší polonika strahovské knihovny [Alte Polonica in der Strahover Bibliothek]. In: Slavia 32 (1963) S. 85-90

Prazák, Jirí: Pozstatky strahovské knihovny 12. století [Die Überreste der Bibliothek von Strahov aus dem 12. Jh]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 5/6 (1970/1971) S. 59-64

Spurný, Václav: Archeologická sbírka Strahovské knihovny v Praze [Die archäologische Sammlung in der Strahover Bibliothek in Prag]. In: Zprávy památkové péce [Nachrichten über Denkmalpflege] 13 (1953) S. 219-224, 250-255

Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek]. 15 Bde. Praha 1966-1986 [seit 1995 wird die Neue Folge der Jahrbücher als Bibliotheca Strahoviensis herausgegeben]

Straka, Cyril A.: Zápisy exulant v Strahovské bibliotéce z r. 1622 a 1628 [Die Eintragungen der Exilierten in der Strahover Bibliothek in den Jahren 1622 bis 1628]. In: Casopis Musea Král. ceského [Zeitschrift des Museums des Königreichs Böhmen] 83 (1909)S. 145-146

ders.: Nález dosud nezvestných prvotisk v knihovne Strahovské [Der Fund der bisher verschollenen Inkunabeln in der Strahover Bibliothek]. In: Casopis Musea Král. ceského [Zeitschrift des Museums des Königreichs Böhmen] 86 (1912) S. 209-219

ders.: Zápis Tychona Brahe v knihovne Strahovské [Die Eintragung Tycho Brahes in der Strahover Bibliothek]. In: Casopis Musea Král. ceského [Zeitschrift des Museums des Königreichs Böhmen] 87 (1913) S. 382-384

ders.: Nove objevený ceský prvotisk z r. 1485 [Der neuentdeckte böhmische Wiegendruck aus dem Jahre 1485]. In: Casopis ceskoslovenských knihovník [Zeitschrift der tschechoslowakischen Bibliothekare] 4 (1925) S. 25-30

ders.: Památky po našich knihtiskarích ve Strahovské knihovne [Denkmäler über unsere Buchdrucker in der Strahover Bibliothek]. In: Typografie 32 (1925) S. 13-21

Studnicka, František: Prager Tychoniana. Prag 1901

Tarantová, Marie: Fryderyk Chopin ve Strahovské knihovne [Frédéric Chopin in der Strahover Bibliothek]. In: Strahovská knihovna [Die Strahover Bibliothek] 4 (1969) S. 275-278

Zahradník, Isidor T.: Prvotisky knihovny Strahovské [Die Inkunabeln der Strahover Bibliothek]. In: Vestník Ceské akademie ved a umení [Anzeiger der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und Kunst] (1902) Nr. 11, S. 1-39

Stand: Januar 1999

Milan Hlinomaz

Pravoslav Kneidl

Praha [Prag] 21a


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.