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Dekanatsbibliothek


Die Bibliothek wird als Depot in Nürnberg im Landeskirchlichen Archiv der ELKB aufbewahrt.

Adresse: Veilhofstraße 8, 90489 Nürnberg [Karte]
Telefon: (0911) 5 88 69-0
Telefax: (0911) 5 88 69-69
E-Mail: archiv@elkb.de
http://www.archiv-elkb.de

Aktualisiert: Februar 2021, Thilo Liebe, LAELKB


Unterhaltsträger. Evangelisch-Lutherische Gesamtkirchenverwaltung Hof
Funktion. Kirchenbibliothek.
Sammelgebiete. 1. Allgemeine Sammelgebiete: Der Altbestand wird nicht vermehrt. 2. Besonderes Sammelgebiet: Bibeln.

Benutzungsmöglichkeiten. Präsenzbibliothek. Benutzung nach Vereinbarung in den Räumen des Dekanatsarchivs. Leihverkehr: nicht angeschlossen.
Hinweise für anreisende Benutzer. Schriftliche Anmeldung erbeten. Busverbindung ab Hauptbahnhof (Linie 1 oder 2), umsteigen am Busbahnhof (Linien 3, 4, 8) bis Haltestelle Rathaus. A 9, Ausfahrt Hof-Süd. Parkmöglichkeit am Maxplatz.

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Die Geschichte der Dekanatsbibliothek Hof ist in die Entwicklung des Bibliothekswesens in der Stadt Hof eingebunden. Dieses hatte seinen Anfang in der Librey der Franziskaner und der Clarissinnen. Als mit der Einführung der Reformation in Hof (1529) das seit 1292 existierende Kloster der Franziskaner aufgelassen und mit dem Tod der letzten Äbtissin (1564) auch die Aufhebung des Clarissinnenklosters erfolgt war, ging der größte Teil dieser Bibliotheken verloren.

1.2 Im Jahre 1538 richtete man erneut eine Kirchenbibliothek ein. Hierfür standen noch Bücher aus der " monchen bibliotheca" zur Verfügung, andere wurden von Bürgern gestiftet oder gekauft. Die Bibliothek enthielt, wie der Rektor des Gymnasiums Mag. Enoch Widmann (1551-1617) in seinem Chronicon Curiense (1592) berichtet, Bibeln, Kosmographien, Werke der Kirchenskribenten wie Augustin, Hieronymus, Ambrosius, Gregor, Eusebius und Josephus. Die Bücher wurden als " libri catenati" in der Kapelle hinter dem Hochaltar der Michaeliskirche aufgestellt. Sie gingen dennoch durch mangelnde Aufsicht weitgehend verloren. Auf eine Anfrage des Markgrafen Georg (reg. 1527-1541) wurden 17 Titel festgestellt. Die Stadt Hof hatte durch die Belagerung im Bundesständischen Krieg (1553) hohe Verluste zu beklagen.

1.3 Die Grundlegung der heutigen Dekanatsbibliothek erfolgte in den Jahren 1589 bis 1591. Die Initiative zur Neueinrichtung einer Kirchen- und Schulbibliothek ergriffen der Superintendent D. Aurelius Streitberger (1577-1618), der Sohn des einstigen Gymnasiarchen, des späteren Superintendenten von Hof und ersten Generalsuperintendenten der Markgrafschaft D. Johann Streitberger (1517-1602), und der Landeshauptmann Adam von Wildenstein (1553-1602; s. a. Eintrag Bibliothek des Jean-Paul-Gymnasiums 1.2-1.3).

1.4 D. Aurelius Streitberger arbeitete einen Vorschlag zur Verwaltung und Absicherung der Bibliothek aus und stellte sich der Frage nach den Personenkreisen, die zu Stiftungen angesprochen werden sollten. Die Zielsetzung der Bibliotheksgründung definierte er mit den Worten: " ... ad nominis sui sanctissimi gloriam et verae doctrinae coelestis studiorumque humanitatis propagationem et ad ecclesiae reique publicae incrementum et usum directum ...". Innerhalb von zwei Jahren kam " ein feiner Vorrat" an theologischen, philosophischen und anderen Büchern zusammen, der 1591 zunächst im Gewölbe der Sakristei der Klosterkirche eingerichtet und nach dem Tode des Landeshauptmanns in der Sakristei der Michaeliskirche aufgestellt wurde.

1.5 In seiner Beschreibung De Sacrario D. Michaelis interiore cum bibliotheca Curiensi (1691) führt der Rektor Mag. Johann Christoph Layriz (1655-1731) einen Bestand von 131 Titeln auf, der von Rektor Mag. Johann Theodor Benjamin Helfrecht (1753-1819) in seiner Beschreibung der Kirchenbibliothek (1797) bestätigt wurde. Förderung erfuhr die Bibliothek durch die Bürger der Stadt, durch die Geistlichkeit und Ritterschaft weit über die Grenzen der Stadt und ihres Umlands hinaus. Auch Vertreter des Hochadels ließen sich zu Stiftungen bewegen wie Christian, Erbprinz von Norwegen, Herzog von Schleswig-Holstein-Stormarn, Carl, Pfalzgraf bei Rhein, Elisabeth, Fürstin von Anhalt und Witwe des Kurfürsten und Markgrafen von Brandenburg, wie auch die Herzogin Sibylla von Württemberg. Name und Wappen der Stifter sowie die Jahreszahl der Schenkung wurden auf dem Vorsatzblatt der gespendeten Werke festgehalten.

1.6 Ein weiterer Ausbau der Bibliothek unterblieb durch den Tod der Initiatoren und des Förderers Markgraf Georg Friedrich (1557-1603). In der weiteren Entwicklung des Hofer Bibliothekswesens wich das Interesse an der Kirchenbibliothek den neuen Initiativen des Rektors Mag. Paul Daniel Longolius (Amtszeit 1735-1778) zum Aufbau der Bibliothek des Gymnasiums im 18. Jh (s. Eintrag dort, 1.4). Die Kirchenbibliothek wurde im 19. und 20. Jh durch theologische Literatur erweitert, um den Erfordernissen der Theologen des Dekanats zu entsprechen. Mit dem über die Zeiten hinweg geretteten historischen Bestand, zu dem 10 Inkunabeln, 8 Hss. und ein Autograph gehören, ist sie " eine nicht umfangreiche aber erlesene" Bibliothek (s. u. 4, Hommel), untergebracht in den Räumen des Kirchenarchivs.

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

2.1 Die Beschreibung und die Auszählung des Bestandes basieren auf dem einzigen maschinenschriftlichen Sachgruppenkatalog, dem sogenannten Findbuch. Darin sind die Werke ihrem Standort entsprechend in 16 Sachgruppen eingeteilt. Die Beschreibung folgt der Einteilung, faßt jedoch die Titel zu übergeordneten Kategorien zusammen.

Chronologische Übersicht und Übersicht nach Sprachen

2.2 Der historische Bestand umfaßt 652 Titel bei einem Gesamtbestand von 1200 Titeln. Davon gehören 285 Drucke der Zeit vor 1800 an. Die Bibliothek besitzt 10 Inkunabeln, 105 Titel aus dem 16. Jh, 49 aus dem 17. Jh, 121 aus dem 18. Jh und 367 aus dem 19. Jh. Die meisten Werke sind in deutscher Sprache abgefaßt. Unter denen des 15. bis 17. Jhs befinden sich 61 Werke in lateinischer und 23 in griechischer Sprache. Einige wenige Werke sind in hebräischer, französischer und englischer Sprache abgefaßt. Systematische Übersicht

2.3 Den ältesten Bestand bilden 10 Inkunabeln. Darunter befinden sich Drucke von Anton Koberger: Biblia Latina cum canonibus evangelistarumque concordantiis (Nürnberg 1479), die Biblia Latina cum commentariis Nicolai de Lyra et Paulli, ecclesiae Burgensis episcopi (Nürnberg 1481), Nicolaus de Lyra, Opera (Nürnberg 1493), Johannes Bertachinus, Repertorium iuris utriusque (Nürnberg 1483), Gulielmus de Saliceto, In scientia medicinali et specialiter perfectis liber (Venedig 1490); ferner sind vertreten: Juvenal, Satyrae (Venedig 1486), Franciscus de Zabarellis, Lectura super Clementinis (Turin 1492) und Hartmann Schedel, Liber Chronicarum (Nürnberg 1493).

2.4 Die bedeutendste Bestandsgruppe bildet die biblische Literatur. Zu ihr gehören 70 Editionen des Neuen Testaments in deutscher Sprache sowie 14 in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache. Bei 12 älteren Ausgaben fehlen Titelblatt und Angabe von Ort und Jahr des Druckes. Hervorhebung verdienen neben den Inkunabeln mit handgemalten Initialen die Editionen des 16. Jhs: Biblia universa mit dem Vorwort von Hieronymus und Johann Brentz (Leipzig 1544), die hebräische Bibel des Elias Hutter (Hamburg 1587), gestiftet von Christian, Herzog von Schleswig, Holstein und Stormarn, eine Luther-Bibel (Wittenberg 1555), das Neue Testament, griechisch-lateinisch mit Erläuterungen von Theodor Beza (Basel 1588) und die Biblia sacra Vulgatae Editionis (Antwerpen 1599).

2.5 Aus dem 17. Jh stammen die Bibel von Daniel Cramer (Straßburg 1625) und die im Auftrag von Ernst, Herzog zu Sachsen, Jülich, Cleve und Berg edierte Bibel (Nürnberg 1686). Von besonderer Bedeutung für die Stadt Hof wurde die Bibel des Lucas Osiander (Lüneburg 1665) mit den ganzseitigen Stichen bekannter niederländischer Meister. Diese dienten neben den Bildern der Luther-Bibel (1555) und der Bibel des Matthäus Merian (Straßburg 1630) als Vorlagen für die Deckengemälde der Hospitalkirche, die der Kunstmaler Heinrich Andreas Lohe 1688/89 anfertigte.

2.6 Zu den Ausgaben des 18. Jhs gehören die Biblia von Nicolas Haas (Leipzig 1707), die Deutsche Bibel mit Holzschnitten (Nürnberg 1710), die Biblia Pentaplia (Hamburg 1711) und eine Luther-Bibel mit 128 Kupferstichen (Ansbach 1755). Anzufügen sind zwei Hofer Drucke aus dem Jahr 1736, Biblia nach Dr. Martin Luther (bei Vierling) und die sogenannte Markgrafenbibel (bei Schultzen). Diese enthält Kupferstiche, Bildnisse und Biographien der Markgrafen, abgefaßt von Rektor Mag. Paul Daniel Longolius, und eine Vorrede des Mag. Adam Nicolaus Meyer, Superintendenten in Hof (1730-1736).

2.7 In der Abteilung Kommentare sind 30 Titel aufgeführt, von denen 10 dem 16. Jh, 2 dem 17. Jh, einer dem 18. Jh und 17 dem 19. Jh angehören. Autoren sind Vitus Dietrich (Summaria über die gantze Bibel, Nürnberg 1557, Wittenberg 1560), Rudolph Walther (Zürich 1581), Matthäus Vogel (Tübingen 1586, 1587, 1589, 1590), David Chytraeus (Leipzig 1591), Johannes Mathesius (Leipzig 1590), Christoph Schleupner (Nürnberg 1632), Gregorius Zarnowiza (Amberg 1603), Georg Friedrich Seiler (Erlangen 1806) u. a.

2.8 In einer besonderen Gruppe sind Luthers Werke mit 10 Titeln aus dem 16. Jh zusammengefaßt. Hauptausgaben sind die Jenaer Ausgabe, deutsche Reihe (Jena 1575-1585), gestiftet von Carl, Pfalzgraf bei Rhein; dazu kommen eine Teilausgabe (Wittenberg 1570) und Luthers Schriften, hrsg. von Johann Georg Walch (Halle 1745).

2.9 Kirchengeschichtliche Werke und kirchliche Schriftsteller bilden zwei Bestandsgruppen. Von den 32 Werken zur Kirchengeschichte gehören 4 dem 16. Jh, 3 dem 17. Jh, 5 dem 18. Jh und 2 dem 19. Jh an. Darunter befinden sich eine anonyme Historia ecclesiastica (Basel 1560-1567), von Martin Chemnitz Examinis concilii Tridentini ... opus integrum (Frankfurt 1585), von Lambertus Hortensius Tumultum Anabaptistarum (Basel 1590), der Catalogus testium veritatis (Lyon 1597), von Johann Georg Layriz Der Römische Papstthron (Bayreuth 1685) und von Johannes Saubertus Wunderwerk der Augsburgischen Konfession (Nürnberg 1631) mit Cassander Evangelicus, Die Augspurgische Confession (Nürnberg 1631). Der Schwerpunkt bei den kirchlichen Schriftstellern liegt in den Werken des 16. Jhs (21 Titel) und des 17. Jhs (7 Titel). Als Autoren sind vertreten Ambrosius, Augustinus, Georg Maior, Hilarius Pictaviensis, Johann Ludwig Valentinus, Hieronymus Zanchius, Johannes Damascenus und Cassianus, Aegidius Hunnius, Hieronymus Platus und Antonius Sadeel Chandeus.

2.10 Die vierte Bestandsgruppe enthält Kirchen- und Landesordnungen, Gesetze und Bekenntnisschriften. Von den 27 Titeln gehören 7 dem 16. Jh, 4 dem 18. Jh und 12 dem 19. Jh an. Darunter befindet sich der Catechismus pia et utili explicatione illustratus von Johann Brentz (Frankfurt 1551). Erwähnung verdienen die Kirchenordnung des Markgrafen zu Brandenburg und des Rats der Stadt Nürnberg (Nürnberg 1533, Hof 1591), das Corpus constitutionum Brandenburgico-Culmbacensium (Bayreuth 1746), das Allgemeine Landrecht für die Preussischen Staaten (Berlin 1794) sowie die Allgemeine Gerichtsordnung für die Preussischen Staaten (Berlin 1795). Vorhanden sind 3 Exemplare der Concordia Christiana (Dresden 1580) und die Apologie oder Verantwortung des christlichen Concordienbuches (Dresden 1584).

2.11 Von Bedeutung ist die Abteilung Psalmodien, Agenden und Gesangbücher. Von den 72 Titeln entfallen 2 auf das 16. Jh, 3 auf das 17. Jh, 9 auf das 18. Jh und 51 auf das 19. Jh. Erhalten sind die Psalmodia des Lucas Lossius (Nürnberg 1553, Wittenberg 1564), das Psalterium Harmonicum, Ebraice, Graece, Latine et Germanice des Elias Hutter (Nürnberg 1602) sowie Chorordnungen (Bayreuth 1698 und 1724) und das Agenden-Büchlein für die Nürnbergischen Kirchen (Nürnberg 1629). Die Bibliothek verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Lieder- und Gesangbüchern (80) mit den Erscheinungsorten Ansbach, Bayreuth, Coburg, Nürnberg, Magdeburg, Sulzbach, Berlin und München.

2.12 Zur theologischen Literatur zählen eine umfangreiche Sammlung Predigt- und Erbauungsbücher sowie Gemeindeblätter. Die meisten der etwa 650 Titel gehören dem 20. Jh an, 3 Titel sind dem 16. Jh, 9 dem 17. Jh, 52 dem 18. Jh und 63 dem 19. Jh zuzuordnen. Darunter befinden sich von Johann Brentz Die Auslegung der Apostelgeschichte (1534), eine Luther-Übersetzung der Apocrypha (1560), von Johann Arndt Postilla (Frankfurt 1675), von Georg Christoph Renschel Citaroedus Mysticus (Bayreuth 1665-1666), Predigten und Gebete von Johann Gustav Reinbeck (Berlin 1750), von Mag. Johann Christian Schmidt Fortgesetzte vollständige Sammlung heiliger Reden (Hof, Bayreuth 1765) und Johann Arndts Wohlklingender Psalter Davids (Hof 1740).

2.13 Hervorhebung verdienen die Werke des Hofer Superintendenten Mag. Andreas Pancratius (1567-1576), der durch die von ihm entwickelte " Pankratianische Predigtmethode" und durch seine Auseinandersetzung mit dem Heidelberger Professor Caspar Olerian, dem Schüler des Genfer Reformators Calvin, bekannt wurde. Vorhanden sind Hausbuch oder kurze Summarien und Gebetlein über die Sonntag- und Fest-Episteln und Evangelien (Nürnberg 1591 und 1662, Bayreuth 1773), Christliche Leichenpredigten (Frankfurt 1608-1610) und Christliche Catechismuspredigten (Frankfurt 1605). Die Abteilung enthält Sammlungen von Kirchenzeitungen und Gemeindeblättern aus dem 19. und 20. Jh.

2.14 Die Bibliothek, die gegen Ende des 16. Jhs auch als Schulbibliothek eingerichtet wurde, verfügt über historischen Bestand in den Abteilungen " Weltliche Schriftsteller" (34 Titel), " Weltgeschichtliche und geographische Werke" (13 Titel) und " Lexika und Konkordanzen" (12 Titel). Davon gehören dem 16. Jh 34 Titel, dem 17. Jh ein und dem 18. Jh 5 Titel an. Autoren der Ausgaben aus der ersten Hälfte des 16. Jhs sind Valerius Maximus (1508), Plinius Secundus (1510, 1525), Sophokles (1534), Euripides (1537), Aristoteles (1538), Theokrit (1541), Flavius Josephus (1544). Aus der zweiten Hälfte des 16. Jhs stammen Werke von Plutarch (1560, 1574, 1580), Demosthenes (1572, 1574), Pausanias (1583), Cicero (1588), Isocrates (1593), Xenophon (1594), Dio Cassius (1591, gestiftet von Sibylla, Herzogin von Württemberg). Dazu kommen die Ausgaben der Werke von Jean Bodin (Paris 1586), Henricus Bocerus (Tübingen 1588), Johannes Rosinus (Basel 1583), Mag. Abraham Sauer (Frankfurt 1587), Flavius Josephus (Frankfurt 1580) u. a. Aus dem 17. Jh ist vorhanden Kardinal Richelieus De l'interest des princes et estats de la chrestienté (Paris 1641). Unter den Lexika seien erwähnt Conrad Gesner, Lexicon Graecolatinum (Basel 1550) und der Thesaurus Graecae Linguae des Henricus Stephanus (o. O., o. J.). Dazu kommen im 18. Jh das Allgemeine Biblische Lexikon von Daniel Schneider (Frankfurt 1730), Zedlers Allgemeine Staats- Kriegs- Kirchen- und Gelehrten-Chronicke (Leipzig 1734) und die Topographia Franconiae des Matthäus Merian (1766).

2.15 In einer letzten Gruppe sind ca. 350 Titel zur Ortsgeschichte Hofs, zur Geschichte des Burggraftums Nürnberg und der Markgrafschaft Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth sowie zur allgemeinen Geschichte zusammengefaßt. Von den Titeln gehören nur 4 dem 18. Jh und 7 dem 19. Jh an, die meisten Bücher sind aus dem 20. Jh. Der Schwerpunkt dieser Sammlung liegt bei der Geschichte der evangelischen Kirche in der ehemaligen Markgrafschaft und bei ortsgeschichtlichen Themen. Die Titel des 18. Jhs befassen sich mit der Bewegung der Salzburger Exulanten.

3. KATALOGE

3.1 Allgemeine Kataloge

Systematischer Katalog " Findbuch"

[mschr., Einteilung in 15 Sachgruppen]

Katalog zur Heimatgeschichte [mschr.]

Die Bestände sind nicht im Bayerischen Zentralkatalog nachgewiesen.

3.2 Historische Kataloge

Layriz, Johann Christoph: De sacrario D. Michaelis interiore cum bibliotheca Curiensi. (Programm des Gymnasiums Hof.) Hof 1691, S. 203-222 [enthält Bücherliste; Übersetzung in: Ebert, Friedrich: Alte Hofer Stadtbeschreibungen, Chronik der Stadt Hof. Bd 6, Hof 1966, S. 246-263]

Helfrecht, Johann Theodor Benjamin: Anhang von der hiesigen Kirchenbibliothek. In: Über die Höfer Schulbibliothek. Teil 3, Hof 1797, S. 47-72 [enthält Bücherliste]

4. DARSTELLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER BIBLIOTHEK

Planer, Johannes Andreas: Historia Varisciae sigillatim urbis Curiae. Wittenberg 1701 Hommel, Hildebrecht: Von Hofer Bibliotheken. In: Mein Frankenland 4 (1931) Heft 6, S. 203-206

Dumrath, Karlheinrich: " Gott zu Ehren und unseren Nachkommen zum Besten". Der Vorschlag des Hofer Superintendenten Aurelius Streitberger zur Errichtung und Ordnung einer Kirchen- und Schulbibliothek (1589). In: Archiv und Bibliothek im kirchlichen Raum. Festschrift für D. Walter Schwarz, hrsg. von der Archivgemeinschaft kirchlicher Archivare und Bibliothekare. Kassel 1959, S. 2-15

Schindler, Edgar: Aus der Geschichte der Hofer Bibliotheken. In: Kulturwarte, Nordostoberfränkische Monatsschrift für Kunst und Kultur 11 (1965) Nr. 9, S. 185-194

5. VERÖFFENTLICHUNGEN ZU DEN BESTÄNDEN

Dietlein, Ernst: Chronik der Stadt Hof. Bd 1, Hof 1937, S. 458-466 [mit Abbildungen der Wappen der Stifter von Werken]

Dietlein, Ernst: Chronik der Stadt Hof. Bd 4: Kirchengeschichte. Hof 1955 [passim]

Dolde, Kerstin: Wertvolle Bücherschätze, von denen kaum einer weiß. In: Hofer Anzeiger vom 27. Februar 1989

Stand: Februar 1993

Günter Mulzer

Adolf Meyer


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.