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Statens konstmuseer - Konstbiblioteket

Nationale Kunstmuseen - Kunstbibliothek


Adresse. Hovslagargatan 2, Box 16176, 103 24 Stockholm
Telefon. (08) 6 66 42 50
Telefax. (08) 6 11 43 52
Bibliothekssigel. <N>

Unterhaltsträger. Statens konstmuseer [Nationale Kunstmuseen]
Funktion. Dienstbibliothek für das Nationalmuseum, das Museum für moderne Kunst und die in staatlichem Besitz befindlichen königlichen Schlösser und ihre Kunstsammlungen.
Sammelgebiete. Literatur zu fast allen Bereichen der abendländischen Kunst, insbesondere seit der Renaissance.

Benutzungsmöglichkeiten. Präsenzbibliothek. Reservierung bestellter Literatur möglich. - éffnungszeiten: Dienstag 12-19 Uhr, Mittwoch bis Freitag 12-16 Uhr (im Sommer und vor Feiertagen eingeschränkt). - Leihverkehr: nationaler und internat. Leihverkehr.
Technische Einrichtungen für den Benutzer. Kopiergerät.
Hinweise für anreisende Benutzer. Vom Hauptbahnhof U-Bahnverbindung (Blaue Linie) bis Haltestelle Kungsträdgården und Busverbindungen (Linie 65) bis Nationalmuseum oder von Sergelstorg (Linie 59) bis Karl XII.-torg. - Keine Parkmöglichkeiten.

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Wie das Nationalmuseum geht auch die Kunstbibliothek auf die private Sammlung der schwedischen Könige zurück. Nach dem Tod König Gustavs III. (1771-1792) fielen die königlichen Kunstsammlungen 1792 als Königliches Museum dem schwedischen Staat zu, der sie 1794 in einem Flügel des königlichen Schlosses neu einrichtete. Beim Umzug des Nationalmuseums in ein neuerbautes Gebäude folgte 1866 nur ein Teil der Bibliothek den Kunstsammlungen. Der verbliebene Teil wurde 1878 mit der Königlichen Bibliothek in ihrem neuen Gebäude im Humlegården vereinigt. Die Erwerbung neuer Literatur wurde mit der Einrichtung eines festen Etats seit 1866 zwar erleichtert, doch waren die Mittel der Bibliothek am Anfang noch gering. Die wenigen Neuerwerbungen wurden schon 1887 im zweiten Jahrgang des Akzessionskatalogs der schwedischen öffentlichen Bibliotheken verzeichnet. Seit 1918 bilden die vorher im Nationalmuseum verstreuten Büchersammlungen eine räumliche Einheit. Nach zahlreichen Auslagerungen der ständig angewachsenen Bestände ist die Bibliothek seit 1984 unter dem neuen Namen Kunstbibliothek [Konstbiblioteket] in einem unmittelbar neben dem Nationalmuseum gelegenen Gebäude untergebracht.

1.2 Die Bibliothek erwirbt nur 25 Prozent ihrer jährlichen Zugänge durch Kauf. Drei Viertel der Zugänge sind Schenkungen und Belegexemplare oder Tauschexemplare, die durch Tausch der Museumsschriften mit mehr als tausend schwedischen und ausländischen Museen, Galerien und anderen Kunstinstitutionen erworben werden. Wegen fehlender Mittel werden die älteren Bestände nicht systematisch ergänzt.

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

2.1 Die Bestandsangaben beruhen auf einer Stichprobe von ca. 30 Prozent des Systematischen und 10 Prozent des Alphabetischen Katalogs. Der nicht sehr umfangreiche Katalog der älteren Literatur wurde komplett ausgezählt. Bei den Ausstellungskatalogen erfolgte eine Stichprobe von 10 Prozent des Künstlerverzeichnisses und ca. 21 Prozent des Verzeichnisses der Ausstellungsorte.

Chronologische Übersicht und Übersicht nach Sprachen

2.2 Der Gesamtbestand an Büchern, Zeitschriften, Katalogen und Broschüren beträgt gegenwärtig etwa 290.000 Bde. Der Bestand bis 1983 umfaßt 41.000 Titel im Systematischen Katalog, zusätzlich etwa 25.000 Titel Broschüren und Sonderdrucke im Alphabetischen Katalog (die nicht im Systematischen Katalog verzeichnet sind) sowie insgesamt etwa 104.000 Ausstellungskataloge und 354 Titel im sogenannten Schrank des 18. Jahrhunderts. Von etwa 170.000 Titeln aus der Zeit von 1500 bis 1983 (bei den Ausstellungskatalogen sind auch Titel bis 1991 mitgezählt) macht der historische Bestand (vor 1900) mit knapp 5400 Titeln nur etwas mehr als 3 Prozent aus. Der darin thaltene historische deutsche Bestand umfaßt ca. 2110 Titel, davon 10 aus dem 16. Jh, 20 aus dem 17. Jh, ca. 80 aus dem 18. und knapp 2000 aus dem 19. Jh.

2.3 Die allgemeinen Kataloge der Bibliothek weisen nur einen Teil der Auktions-, Ausstellungs- und Museumskataloge nach. Sie nennen insgesamt ca. 320 Titel aus der Zeit vor 1900. In den Verzeichnissen der Ausstellungskataloge sind etwa 120 deutsche Titel des 19. Jhs aufgeführt. Von den etwa 1000 Zeitschriften und Serien (mehr als 420 laufende) sind knapp 100 vor 1900 erschienen. Die 30 deutschen Titel bilden unter ihnen die größte nicht-schwedische Gruppe. Bei den Broschüren und Sonderdrucken gehören mehr als 12 Prozent zum historischen Bestand (19. Jh). Hier sind etwa 1070 deutsche (und mehr als 1150 schwedische) Titel zu finden.

2.4 Die Sprachverteilung weicht vom typischen Bild schwedischer Bibliotheken etwas ab: Während im 16., 17. und 19. Jh, wie auch sonst üblich, mehr Literatur in deutscher als in irgendeiner anderen Sprache erworben wurde, dominieren im 18. Jh Schwedisch und Englisch. Die französische Sprache tritt hier noch hinter die deutsche zurück. Insgesamt machen deutsche, fast ausschließlich deutschsprachige Drucke mit über 2100 Titeln mehr als ein Drittel des historischen Bestandes aus.

Systematische Übersicht

2.5 Der historische Bestand an kunstwissenschaftlicher Literatur erreicht nicht die Bedeutung entsprechender Bestände der Königlichen Bibliothek und der älteren Universitätsbibliotheken. Neben einzelnen interessanten älteren Titeln, darunter deutsche Arbeiten in französischer Sprache aus dem 18. Jh, ist ein Ausschnitt aus der deutschen kunstwissenschaftlichen Literatur des 19. Jhs vorhanden. Die Drucke betreffen Graphische Kunst, Kunsthandwerk, Malerei, Skulptur und Topographie. Bei den Zeitschriften umfaßt der deutsche historische Bestand Kunst- und Gewerbezeitschriften, historische Zeitschriften und illustrierte Zeitungen sowie von Gesellschaften oder Vereinen herausgegebene Schriftenreihen.

2.6 Die ältere Literatur besteht in der Hauptsache aus Büchern aus königlichem Besitz, die 1866 den Kunstsammlungen in das neue Nationalmuseum gefolgt sind. Hierzu zählen z. B. 10 bekannte Werke zur Heraldik aus dem 16. bis 18. Jh, die im Systematischen Katalog unter der Rubrik Kunsthandwerk verzeichnet sind.

2.7 Der Katalog zum sogenannten Schrank des 18. Jahrhunderts führt 354 Titel auf, darunter 47 in deutscher, 12 in französischer und 3 in lateinischer Sprache aus Deutschland. In dieser in zwei verschlossenen Schränken im Lesesaal aufgestellten Sammlung sind trotz ihrer Bezeichnung alle Jahrhunderte vertreten. Fast ein Drittel machen Kataloge und Verzeichnisse einzelner Künstler oder Sammlungen aus. Neben der eigentlichen Kunstliteratur finden sich auch Arbeiten aus benachbarten Disziplinen, z. B. Biographie, Topographie, schwedische Geschichte und Kulturgeschichte. Zur Heraldik gehört das älteste in der Bibliothek aufbewahrte Werk, Virgil Solis' Wappenbuchlein (Nürnberg 1555).

3. KATALOGE

3.1 Moderne Kataloge

Alphabetischer Katalog bis 1983

[in Zettelform]

Systematischer Katalog bis 1983

[in Zettelform; nach bibliothekseigener Systematik]

1700-tals skåp [Schrank des 18. Jahrhunderts].

[in Zettelform; verzeichnet einen Teil der älteren Literatur]

Utställningskataloger. Enskilda konstnärer [Ausstellungskataloge. Einzelne Künstler].

[nach Künstlernamen alphabetisch geordnetes Verzeichnis in Loseblattform]

Utställningskataloger. Orter [Ausstellungskataloge. Orte].

[nach Ortsnamen und darunter nach Museen und Galerien alphabetisch geordnetes Verzeichnis in Loseblattform]

Zentrale Nachweise:

Sveriges offentliga bibliotek Accessions-katalog [Neuerwerbungskatalog der öffentlichen (wissenschaftlichen) Bibliotheken in Schweden]. Bd 1 (1886)-. Stockholm 1887 ff.

[gedruckter Katalog der Neuerwerbungen ausländischer Literatur; Erwerbungen vor etwa 1880 nicht angezeigt; mit Jahrgang 1975 zuerst als Mikrofiche-Katalog weitergeführt, seit Mitte der achtziger Jahre ersetzt durch die LIBRIS-Datenbank]

LIBRIS

[Datenbank der öffentlichen wissenschaftlichen Bibliotheken in Schweden; enthält hauptsächlich Titeleinträge moderner Literatur sowie alle Neuerwerbungen der Kunstbibliothek; ältere Titel werden, im Rahmen der Möglichkeiten der einzelnen Bibliotheken, sukzessiv retrospektiv eingearbeitet]

3.2 Historische Kataloge

Die Signaturen beziehen sich auf das mschr. Verzeichnis der im Gebäude des Nationalmuseums verwahrten Archivalien.

Biblioteket - äldre nominalkatalog [Alter alphabetischer Katalog der Bibliothek].

[Sign. D7AA; hschr.; 9 Bde; Entstehungszeit nicht bekannt]

Bibliotekets accessionskataloger [Erwerbungskataloge der Bibliothek].

[Sign. D5A; 2 Bde; verzeichnet Erwerbungen der Bibliothek zwischen 1866 und 1922]

4. QUELLEN ZUR GESCHICHTE DER BIBLIOTHEK

Påhlman, Sia: Nationalmusei bibliotek [Die Bibliothek des Nationalmuseums]. In: Biblioteksbladet [Das Bibliotheksblatt] 33 (1948) S. 158-161

Frendel, Yvonne: Historien om ett rum [Die Geschichte eines Raumes]. In: Nationalmuseum Bulletin 8 (1984) Heft 3, S. 92, 96

Stand: Februar 1994

Wolfgang Undorf


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.