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Evangélikus Könyvtárak (Líceumi és Konventi Könyvtár)

Evangelisch-lutherische Bibliotheken (Lyzeums- und Konventbibliothek)


Adresse. Bibliothek des Evangelisch-lutherischen Dániel-Berzsenyi-Gymnasiums (Lyzeum): Széchényi tér 11, H-9400 Sopron; Bibliothek der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde: Templom u. 10, H-9400 Sopron
Telefon. (099) 31 22 50-17 (Lyzeum); 31 15 69 (Kirchengemeinde)

Unterhaltsträger. Soproni Evangélikus Egyházközség [Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Ödenburg]
Funktion. Abgeschlossene museale Büchersammlungen.
Sammelgebiete. Bis ca. 1910 alle Disziplinen, hauptsächlich evangelisch-lutherische Theologie; seitdem nur Lokalgeschichte, Kirchen- und Schulgeschichte sowie Zeitschriften.

Benutzungsmöglichkeiten. Präsenzbibliothek. - Öffnungszeiten: für Forscher nach vorheriger Anmeldung. - Leihverkehr: nicht angeschlossen.
Technische Einrichtungen für den Benutzer. Kopiergerät.
Hinweise für anreisende Benutzer. Beide Bibliotheken befinden sich in der Innenstadt. - Zug- und Busverbindungen von Budapest über Gyor oder von Wien. Fußwegnähe vom Bahn- und Busbahnhof (ca. 10 Minuten). - Von Wien über Eisenstadt und Klingenbach; von Budapest Autobahn M 1 bis Gyor und von dort Landstraßen 85 und 84. Parkmöglichkeiten beim Lyzeum (Fußwegnähe zur Konventbibliothek).

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Der Stammbestand der Ödenburger Evangelisch-lutherischen Bibliotheken setzt sich aus der Sammlung der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und der Schulbibliothek des humanistischen Dániel-Berzsenyi-Gymnasiums (später Lyzeum) zusammen. Sie wurden 1825, nach der Renovierung des Gymnasiums, vereinigt. Ihre erneute Trennung wurde 1949 aufgrund formaler Gesichtspunkte vollzogen: die Biblica und die theologische Literatur wurden aus dem Gebäude des Lyzeums in die Bibliothek der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde überführt, wo sich der Bestand auch gegenwärtig befindet.

Bibliothek der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde

1.2 Die Büchersammlung der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde befand sich ursprünglich in der oberen Sakristei der städtischen Pfarrkirche St. Michael. Die älteste diesbezügliche Angabe stammt aus dem Jahre 1655. Die Sammlung wurde damals als Bibliotheca publica bezeichnet. In den sechziger Jahren des 17. Jhs kam es zu einer großzügigeren Entwicklung der Bibliothek, vor allem dank der Tätigkeit des evangelisch-lutherischen Seelsorgers Matthias Lang (1622-1682), der mit Hilfe deutscher und österreichischer Buchhändler (1666 Dorothea Görlin in Ulm, 1664/65 Johann Wittigau in Leipzig und Michael Babst in Wittenberg, 1665 Johann Fincelius in Wittenberg und 1665/66 Praun in Wien) bestrebt war, in erster Linie im Bereich der theologischen Fachliteratur ein zeitgemäßes Niveau zu erreichen.

1.3 In der Folgezeit wurde der Bibliothekssaal mit drei Porträts geschmückt. Das erste stellt Matthias Lang dar und trägt die Inschrift <SMALL>AMPLIFICABAT</SMALL> (er hat die Bibliothek erweitert), das zweite den Bürgermeister Peter Zoana mit der Inschrift <SMALL>INCHOABAT</SMALL> (er hat die Bibliothek gegründet), und das dritte Gemälde stellt Leopold I. dar mit der Inschrift <SMALL>HOC IMPERANTE</SMALL> (während seiner Regierungszeit). Deshalb wurde das Gründungsdatum der Bibliothek lange Zeit mit dem Todesjahr des Bürgermeisters Zoana (1666) identifiziert. Diese Annahme schien auch dadurch gestützt zu sein, daß im selben Jahr die Stadt Rothenburg ob der Tauber der Ödenburger Kirchengemeinde eine Geldspende in erheblicher Höhe zu dem new aufgerichtenden Bibliothec hatte zukommen lassen.

1.4 Die Büchersammlung der Pfarrkirche St. Michael, deren Gründungsjahr nicht belegt ist, war bereits in den ersten Jahrzehnten des 17. Jhs eine evangelisch-lutherische Institution. Nachdem die Katholiken die Kirche der evangelisch-lutherischen Glaubensgemeinde 1674 in Besitz genommen hatten, wurden die Bücher in die neu erbaute Holzkirche der Lutheraner überführt, die 1676 während einer Brandkatastrophe bereits wieder zerstört wurde. Die Feuersbrunst hat im Bestand der Bibliothek wahrscheinlich keine größeren Schäden angerichtet. Später wurde die Sammlung in der an Stelle der niedergebrannten Holzkirche erbauten Steinkirche untergebracht.

1.5 Im 18. Jh wurde die Bibliothek neu geordnet und in die Bücher das Monogramm AEB (Augustanae Ecclesiae Bibliotheca) eingetragen. Es dient als Nachweis dafür, welche Exemplare aus dem Besitz der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde stammen. Die im Chor der Kirche untergebrachte Bibliothek wurde anfangs von Seelsorgern betreut; nach 1825 - also nach der Überführung der Bücher in das Gebäude des Gymnasiums - fiel diese Aufgabe den Lehrern zu.

Bibliothek des Gymnasiums

1.6 Die frühe Geschichte der Bibliothek des Gymnasiums wird nur durch Eintragungen in den Büchern dokumentiert. Die älteste stammt aus dem Jahr 1575 und findet sich in einem griechisch-lateinischen Wörterbuch, das der Bürgermeister Jakob Mitler dem Gymnasium schenkte. In den zwanziger Jahren des 17. Jhs wurde der Bestand durch den aus Regensburg stammenden Rektor Christoph Schwanshofer (1581-1639) um einige Neuanschaffungen vermehrt. Genauere Daten über den Umfang des Bestandes liegen erst aus der Mitte des 18. Jhs vor. Nach dem von Rektor Dániel Hajnóczy (1690-1747) 1741 bearbeiteten Katalog umfaßte der Teilbestand prima classis 139 Bde, davon 86 aus dem 16. Jh, während unter secunda classis nur 25 Bde verzeichnet waren. Die Bibliothek wurde mittels der von den Schülern jährlich eingezahlten Beträge (je 17 Kreuzer) sowie mit Hilfe verschiedener Spenden erweitert. Im heutigen Bestand tragen 80 Bde die aus der Mitte des 18. Jhs stammende Eintragung Bibliotheca scholastica Semproniensis primae classis. Der ungarische Dichter Dániel Berzsenyi (1776-1836) und heutige Namenspatron des Gymnasiums war hier von 1790 bis 1795 Schüler. Das wertvollste Dokument seiner Schulzeit ist ein Ausleihverzeichnis, das auch die Titel der von ihm ausgeliehenen Bücher enthält.

1.7 Vom späten 16. Jh an bildeten Spenden von Privatpersonen die wichtigste Quelle zur Erweiterung der Bibliothek. Anhand der Eintragungen sind die Schenkungen vieler Lehrer und Schüler des Gymnasiums, aber auch von Seelsorgern und Bürgern der Stadt nachweisbar. Die bedeutendsten Geschenke waren die 30 bis 50 Bde umfassenden Privatsammlungen der aus Österreich nach Ungarn geflüchteten Prediger sowie der Ödenburger Seelsorger (u. a. Matthias Lang). Der Bestand der Bibliothek wurde durch den 1824 erfolgten Ankauf der aus 1000 Bdn bestehenden Sammlung des Rektors Peter Raits (†1824) ebenfalls erheblich erweitert. 1830 vermachte der Arzt Daniel Gloszius †1840) dem Gymnasium seine aus 1299 Titeln (2295 Bdn, s. u. 2.27) bestehende Sammlung und stiftete eine beträchtliche Geldsumme für die Entwicklung der Schulbibliothek.

1.8 Die Ödenburger Evangelisch-lutherischen Bibliotheken umfassen vielfältiges Material. Eine systematische Entwicklung des Bestandes kann nur im Bereich der theologischen Fachliteratur nachgewiesen werden. Von der Mitte des 17. Jhs an waren die Seelsorger bestrebt, die gesamte Literatur der lutherischen Linie der evangelischen Theologie zu sammeln. Gleichzeitig verfügt die Sammlung über die bedeutendsten Werke der calvinistischen und philippistischen Literatur sowie der gegen die Jesuiten und die Juden geführten Polemiken.

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

2.1 Die Zusammensetzung des historischen Bestandes ist am besten anhand des 1896 erschienenen Katalogs festzustellen. Er verzeichnet 13.633 Titel in 20.256 Bdn. Im Supplement ist die Zunahme des Bestandes in der Zeit von 1897 bis 1907 mit 1421 Titeln (2365 Bdn) angegeben. Ein Mangel der Kataloge besteht darin, daß beigebundene Werke nicht erschlossen wurden. Daher könnte sich die Zahl der Titel aus dem 16. Jh nach der zur Zeit erfolgenden Erschließung um zwei Drittel erhöhen. Ein aktuelles Inventar steht nur für den Bestand der Lyzeumsbibliothek zur Verfügung. Danach befanden sich 1992 rund 20.000 Titel (ca. 40.000 Bde) in der Bibliothek. Alle folgenden Angaben beruhen auf dem Katalog von 1896.

Chronologische Übersicht und Übersicht nach Sprachen

2.2 Es sind 43 Inkunabeln vorhanden. Die Zahl der im 16. Jh außerhalb Ungarns gedruckten Bücher beträgt 1173, d. h. 8,7 Prozent des historischen Bestandes. Ihre Bearbeitung erfolgt zur Zeit. Die Bibliothek verfügt jedoch über einen ausführlichen Besitzerkatalog zu diesem Bestand. Von den außerhalb Ungarns gedruckten Büchern stammen aus dem 17. Jh 2072 Titel (15 Prozent), aus dem 18. Jh 5835 (43 Prozent) und aus dem 19. Jh 4510 (33 Prozent).

2.3 Unter den Germanica (5956 Titel) sind 2 Inkunabeln. Die Zahl der aus dem 16. Jh stammenden Drucke beträgt 284, mit der Erschließung der beigebundenen Werke mag sich diese Zahl jedoch bedeutend erhöhen. Sechs Prozent der deutschen Drucke stammen aus dem 17. Jh, 51 Prozent aus dem 18. und 38 Prozent aus dem 19. Jh. Innerhalb des deutschsprachigen Bestandes beläuft sich die Zahl der in Ungarn erschienenen Drucke auf 223, wobei es sich um überwiegend in Ödenburg erschienene Gelegenheitsschriften handelt. Im Herbst 1993 wurde in einem Einbanddeckel ein in Ungarn einzigartiges Fragment der 36zeiligen Bibel von Johannes Gutenberg entdeckt.

Systematische Übersicht

2.4 Der historische Bestand verteilt sich auf die folgenden Gruppen: (A) Enzyklopädien und Miscellanea (572 Titel); (Ba) Orientalische und klassische Sprachen (510); (Bb) Moderne Sprachen (556); (Ca) Orientalische und klassische Literatur (578); (Cb) Moderne Literatur (825); (Cc) Ungarische Literatur (389); (D) Philosophie, Erziehungs- und Unterrichtswesen (929); (Ea) Universalgeschichte (873); (Eb) Ungarische Geschichte (385); (F) Geographie (346); (G) Mathematik und Physik (310); (Ha) Naturkunde und Landwirtschaft (428); (Hb) Biologie, Chemie, Technik (379); (J) Medizin (551); (K) Rechtswissenschaft (806); (La) Bibeln (199); (Lb) Bibelwissenschaft (773); (Lc) Historische Theologie (902); (Ld) Systematische Theologie (914); (Le) Pastoraltheologie (874); (Lf) Theologische Enzyklopädien (239). Der Anteil der Germancia in den einzelnen Fachgruppen wurde nicht festgestellt; beschrieben werden nur Gruppen, die Germanica thalten.

2.5 Die Gruppe Enzyklopädien und Miscellanea besteht hauptsächlich aus Ausgaben des 17. bis 19. Jhs, von denen 35 Prozent (203 Titel) deutsch sind. Unter den Enzyklopädien ist das Lexikon Theatrum vitae humanae (Basel 1586 und Leiden 1666) von Theodor Zwinger und Laurentius Beyerlinck erwähnenswert. Unter den Miscellanea ist die Buch- und Bibliotheksgeschichte besonders stark vertreten. Hier sind einige Rara zu finden, z. B. der Katalog der Kaiserlichen Bibliothek in Wien, Commentariorum de bibliotheca Vindobonensi lib. I-VI (Wien 1665) von Petrus Lambecius. Georgius Draudius' Bibliotheca librorum Germanicorum classica (Frankfurt 1624) und Immanuel Vertraugott Rothes Die Kunst sich eine Bibliothek zu sammeln und zu ordnen (Ronneburg 1798) sind erwähnenswerte Titel aus dem Bestand der Bibliographien und Bücher für Bibliophile. Auch Werke über wissenschaftsgeschichtliche Kuriositäten liegen vor, darunter zwei in Ungarn erschienene deutschsprachige Drucke: Heinrich Claurens Der Mann im Monde (Kaschau 1826) und Daguerrotyp (Preßburg 1841). In der Sammlung finden sich ferner mehrere ortsgeschichtliche Drucke in deutscher Sprache, z. B. der Versuch über den Weinbau und Weinhandel der Oedenburger Gespanschaft (Ödenburg 1847) von Karl Fürst. Darüber hinaus umfaßt die Gruppe auch einige Werke über Kriegswissenschaft, Bildende Kunst, Gebrauchs- und Tanzkunst sowie zahlreiche Dissertationen.

2.6 Die Gruppe Orientalische und klassische Sprachen setzt sich vorwiegend aus grammatikalischen und rhetorischen Werken zusammen. Etwa 12 Prozent (62 Titel) dieser Bestandsgruppe sind Germanica. Neben den zahlreichen lateinischen und griechischen Grammatiken, darunter viele Ausgaben von Erasmus, Melanchthon, Robert und Henricus Stephanus (Henri Estienne), finden sich hier Johannes Reuchlins De rudimentis Hebraicis (Pforzheim 1506), eine syrische Grammatik von Caspar Waser (Leiden 1593) und Athanasius Kirchers Lingua Aegyptiaca restituta (Rom 1644), die erste koptische Grammatik.

2.7 Der Bestand zu den Modernen Sprachen beinhaltet vor allem Werke mit Bezug zu Ungarn. Unter den 159 Germanica (28 Prozent) sind auch deutschsprachige in Ungarn erschienene Titel, so u. a. Gottlob Sigismund Jänischs Systematisch-französische Spracheinleitung (Ödenburg 1787), die erste von einem ungarischen Verfasser zusammengestellte französische Grammatik.

2.8 In der Gruppe Orientalische und klassische Literatur sind fast alle Verfasser der griechischen und lateinischen klassischen Literatur in mehreren Ausgaben des 16. bis 19. Jhs vertreten. Valerius Maximus' Dictorum et factorum memorabilia ist z. B. als Inkunabel (Mailand: Pachel und Scinzenzeller 1480), in der von Oliverus kommentierten Ausgabe (Mailand 1513) und in 2 weiteren Exemplaren aus dem 17. und 18. Jh vorhanden. Der Anteil der Germanica an dieser Sachgruppe beträgt 15 Prozent (89 Titel).

2.9 Unter Moderne Literatur ist die seit der frühen Neuzeit entstandene Literatur eingeordnet. Dabei ist das Reformationszeitalter besonders gut vertreten, aber auch aus den nachfolgenden Jahrhunderten sind repräsentative Bestände vorhanden. Unter den Autoren aus dem 16. Jh sind Erasmus, Nikodemus Frischlin, Justus Lipsius und Hans Sachs; aus dem 18. und 19. Jh sind Fénelon, Young und James Hervey zu nennen. Die einzige Inkunabel, Sebastian Brants Narrenschiff in lateinischer Übersetzung (Straßburg: Johann Grüninger 1497), gehört zum umfangreichen Germanica-Bestand dieser Gruppe (356 Titel, 43 Prozent).

2.10 Der Bestand der Gruppe Philosophie, Erziehungs- und Unterrichtswesen ist durch den Einfluß der Wittenberger Universität und Philipp Melanchthons geprägt. Unter den antiken Philosophen ist Aristoteles mit den meisten Ausgaben vertreten, darunter eine Aldine. Ein Sammelband enthält Ptolemäus' Quadripartitum (Venedig 1484), ein Prognosticon (Venedig: Ratdolt 1485), Hyginus' Poeticum astronomicum (Venedig: Ratdolt 1485) mit kolorierten Holzschnitten und Pontanus' Commentarium in ...Ptolemaei sentencias (Basel 1531). Als Rarum ist ein Exemplar des sogenannten Wolfenbütteler Fragments des Titels De tribus impostoribus zu nennen, das in Deutschland nur in einem einzigen Exemplar nachgewiesen ist: Zwey seltene Antisupernaturalistische Manuscripte eines Genannten und eines Ungenannten Pendants zu den Wolfenbüttelischen Fragmenten (Berlin und Gießen 1792). In dieser Bestandsgruppe macht der Anteil der Germanica insgesamt 34 Prozent (325 Titel) aus.

2.11 Das Fach Universalgeschichte verzeichnet eine große Anzahl Germanica (403 Titel, 46 Prozent), darunter zahlreiche Werke lutheranischer Verfasser, u. a. von Sebastian Franck, Johann Carion, David Chytraeus, Johannes Sleidanus und Cyriacus Spangenberg. Im Bereich der Stadtchroniken liegen z. B. Max Welsers und Achilles Gassers Chronica der Statt Augspurg (Frankfurt 1595), das anonyme Werk Das erste (-ander) Buch. Chronicorum des Bisthumbs und der Stadt Marburg (o. O., o. J.) und Regino Prumiensis' Annales (Mainz 1521) vor. Etliche Werke wurden von Studenten aus dem Ausland mitgebracht, so die Imagines professorum Tubingensium (Tübingen 1596). Unter den deutschsprachigen Werken mit Bezug zu Ungarn ist Ein warhaftige Beschreibung von der Kron in Hungern ...durch Heinrich Wire (o. O. 1563). Die umfangreiche Gruppe Ungarische Geschichte enthält ebenfalls zahlreiche Werke in deutscher Sprache, besonders aus dem 17. und 18. Jh.

2.12 Auch der Bestand zur Geographie besteht beinah zur Hälfte aus Germanica (155 Titel, 44 Prozent). Zu den ältesten Titeln der Gruppe zählen Sebastian Francks Weltbuch (Straßburg 1534) und Abraham Ortelius' Theatrum orbis terrarum (Antwerpen 1570). Aus der Druckerei Elzevier in Leiden stammt die Serie Respublica (bis 1649), die fast lückenlos erhalten ist (28 Bde). Eine Erwähnung verdient noch Sámuel Bereczky, der in Ödenburg gebürtige ungarische Verfasser, der in deutscher Sprache veröffentlichte. Die von ihm bearbeiteten Topographien Ungarns und Siebenbürgens erschienen in Ödenburg und Wien (1802-1803 und 1809).

2.13 Zur Mathematik gehören 183 Germanica (59 Prozent). Hier liegt u. a. Euklids Liber elementorum in artem geometriae (Venedig 1482) vor, das mit einem italienischen Renaissance-Einband ausgestattet ist. Unter den in Ungarn gedruckten Werken ist eine Anleitung zum Rechnen (Ofen 1785). Der älteste deutschsprachige Titel ist Albrecht Dürers Underweyssung der messung (o. O. 1538). Diese Signaturgruppe schließt auch Werke zur Architektur ein, darunter Leonhart Christoph Sturm, Anleitung zur Kriegsbaukunst (Nürnberg 1736) und Albert Brahms, Teich- und Wasserbaukunst (Aurich 1767).

2.14 Zur Gruppe Naturkunde und Landwirtschaft gehören die Fächer Zoologie, Botanik, Mineralogie, Bergbau, Agrikultur und Viehzucht. Der Germanica-Bestand (255 Titel, 60 Prozent) umfaßt auch einige Titel des 16. Jhs, wie Conrad Gesners Vogelbuch (Zürich 1557) und Jacob Theodor Tabernaemontanus' Neues Kräuterbuch (Frankfurt 1588). Erwähnenswerte Titel zur Zoologie sind Georges Louis Leclerc Buffon, Naturgeschichte der Vögel (Brünn 1786-1797) und Johann Leonhard Frisch, Insekten und Gewürme in Deutschland (Berlin 1720). Unter den botanischen Titeln sind 6 von Carl von Linné in Ausgaben des 18. Jhs sowie auf dem Werk Linnés basierende Literatur.

2.15 Zur Signaturgruppe Hb gehören die Untergruppen Chemie, Physik, Astronomie, Mechanik, Aviatik, Alchemie, Handwerk und Gewerbe mit einem Germanica-Bestand von 61 Prozent (233 Titel). Erwähnenswerte deutschsprachige Titel zur Chemie sind Bartholomaeus Grüninger, Das Buch zu Distilliren die zusammen gethanen Ding (Frankfurt 1556), Carl Caspar Creve, Beiträge zu Galvani's Versuchen (Frankfurt und Leipzig 1793) sowie Justus von Liebig, Reden und Abhandlungen (Leipzig und Heidelberg 1874). Die Titel zum Handwerk stammen größtenteils aus der zweiten Hälfte des 18. Jhs. Hier findet sich auch Literatur zur Buchdruckerei und Buchbinderei, darunter ein Handbuch für Buchdrucker (Nürnberg 1733) sowie Christoph Ernst Prediger, Akkurater Buchbinder (Frankfurt und Leipzig 1741) und Johann Heinrich Thon, Die Kunst Bücher zu binden (Ilmenau 1826). Ein erwähnenswertes Werk zur Aviatik ist die Beschreibung einer neuen Flugmaschine (Wien 1808) des Uhrmachers Jacob Degen.

2.16 Das Fach Medizin beinhaltet 209 Germanica (38 Prozent). Die ältesten deutschsprachigen Titel stammen aus dem 16. Jh, so auch einige Werke von Paracelsus, dem am besten vertretenen Autor der Gruppe. Erwähnenswert ist auch Jacobus Oetheus, Unterricht für Gesunde, Kranke und Krankenpfleger (Frankfurt 1549). Vom 18. Jh an sind auch die einzelnen Fachgebiete der Medizin vertreten, so die Augenheilkunde, Kinderheilkunde, Chirurgie, Urologie, Epidemologie, Balneologie, Pharmazie und Tierheilkunde. Bemerkenswerte Titel sind Christoph von Hellwig, Zur edlen Medizin verfasster Thiergarten (Frankfurt 1703), Hermann Boerhaave, Augenkrankheiten und deren Kur (Nürnberg 1751) und Thomas Briam, Der englische Wahrsager aus dem Urin (Hamburg 1738).

2.17 Die Sammlung zur Rechtswissenschaft enthält Werke des Bürgerlichen Rechts und des Stadtrechts sowie die von den Landtagsversammlungen verabschiedeten Gesetze. Unter den Titeln des 16. Jhs sind ein Sachsenspiegel (Augsburg 1501) und Sebastian Meißner, Kaiserl. und königl. Land- und Lehenrecht (Frankfurt 1576) sowie hier eingeordnet Francesco Petrarca, De rebus memorandis (Frankfurt a. M. 1566). Vorhanden ist ferner ein umfangreicher Bestand juristisch-politischer Literatur des 17. Jhs, darunter Werke von Hugo Grotius, Justus Lipsius und Samuel Pufendorf. Insgesamt besteht diese Bestandsgruppe zu 34 Prozent aus Germanica (236 Titel).

2.18 Der wertvollste Teil des Bestandes ist die theologische Sammlung (La-Lf). Hervorzuheben sind mehr als 200 Erstdrucke und Nachdrucke von Lutherschriften aus der Lebenszeit des Reformators sowie Nachdrucke aus der zweiten Hälfte des 16. Jhs, darunter auch die Werke Luthers in der Wittenberger und der Jenaer Ausgabe. Unter den Lutherschriften sind zwei bislang unbekannte Drucke: Das Magnificat Verteutschet und aussgelegt durch D. Martinum Luther Aug. Vuittemberg (Wien: Singriener, o. J.; im Sammelband Lc 187) sowie Welche person verpoten seind zu eelichen in der hailigen Schrifft, bayde der Freundtschafft und Mogschafft (Augsburg: Nadler, o. J.). Die beiden Titel wurden wahrscheinlich um 1525 bis 1530 gebunden. Weitere Nachdrucke von Lutherschriften aus der Offizin Singrieners sind De Captivitate Babylonica Ecclesiae praeludium (1520) und De abroganda missa privata (1522). Werke in Erstausgaben und zeitgenössischen Nachdrucken finden sich außerdem von Melanchthon (mit zwei eigenhändigen Eintragungen), Andreas Karlstadt, Ulrich Zwingli und Johannes Calvin, überdies von Johann Bugenhagen, Johann Brenz, Heinrich Bullinger, Théodore de Bèze, Justus Jonas, Agricola, Urbanus Rhegius, Johannes Oecolampadius, Leo Jud, Wenzeslaus Linck, Andreas Osiander und Caspar Cruciger. Auch die erste Schriftstellerin der Reformation, Argula von Grumbach geb. Stauff, ist vertreten. Hinzu kommen Werke der Humanisten Erasmus, Ulrich von Hutten, Eberlin von Günzburg, Eobanus Hessus u. a. Zu erwähnen ist ferner Hans Sachs und von den Gegnern Luthers Johann Eck, Hieronymus Emser, Thomas Murner, John Fisher und König Heinrich VIII. von England. Die Bulle Leos X., Bulla contra errores Martini Lutheri et sequacium, liegt in der Römischen Ausgabe (1520) vor. Dazu kommen zahlreiche seltene, z. T. wohl auch unikale Flugschriften, Zeitungen und Kleindrucke, die zur Zeit noch bearbeitet werden. Sie erschienen meist anonym, dienten propagandistischen Zwecken und sind für die Geschichte der Reformation von Bedeutung. Erwähnung verdienen schließlich auch die Erstausgabe der Augsburger Konfession und ihrer Apologie (Wittenberg: Georg Rhau 1531) sowie das Bekandtnuß der Frey und Reichstatt Straßburg, Constantz, Memmingen und Lindaw, in deren sie Keys. Maiestat, uff dem Reichstag zu Augsburg im XXX. Jar gehalten, ihres glaubens und fürhabens, der Religion halb, rechenschafft gethan haben (Straßburg: Johann Schweinitzer 1531).

2.19 Der Katalog von 1896 verzeichnet für die Gruppe Bibeln (La) zwei Bibelhandschriften, von denen eine in deutscher Sprache verfaßt wurde (o. O. 1445). Auch unter den drei Inkunabeln dieser Gruppe ist eine deutsche Bibelübersetzung (Nürnberg: Koberger 1483). Insgesamt liegt mehr als die Hälfte der Bibeln in deutschen Übersetzungen vor (52 Prozent, 104 Titel). Deutschsprachige Drucke vollständiger Bibeln erschienen u. a. in Augsburg (1507), Worms (1529), Straßburg (1535), Zürich (1538), Wittenberg (1541, 1566, 1575, 1584) und Frankfurt (1590). Nennenswert ist auch eine in Koszeg [Güns] gedruckte vollständige deutsche Bibel (1844). Zu den interessantesten Stücken der Sammlung gehören die Bibelübersetzungen in verschiedene europäische Sprachen, wie die italienische (Venedig 1553), tschechische (Prag 1577), kroatische (Wittenberg 1584), spanische (Amsterdam 1602), französische (Genf 1605), englische (London 1698) und niederländische (Amsterdam 1700), sowie eine polyglotte dänisch-polnisch-englische Ausgabe, die 1599 in Nürnberg erschien.

2.20 In der Gruppe Bibelwissenschaft (Lb) finden sich in der Hauptsache Titel zur Bibelexegese, aber auch hebräische, aramäische und griechische Wörterbücher und Grammatiken (u. a. die frühen Ausgaben der Werke von Gesenius und Cellarius), Reiseberichte aus dem Heiligen Land (der früheste ist L. Rodomannus' Palaestina, Frankfurt 1589) sowie Werke zu biblischer Hermeneutik und biblischen Altertümern (z. B. Josephus Flavius' Opera, Basel 1554, und Historien und Bücher, o. O. 1571). Die einzige Inkunabel dieser Gruppe ist der lateinische Psalterium-Kommentar des Würzburger Bischofs Bruno (Nürnberg: Koberger 1494). Obwohl die Mehrzahl der Titel aus dem 18. Jh stammt und der Prozentsatz der Germanica auch verhältnismäßig niedrig ist (30 Prozent, 232 Titel), sind viele frühe Bibelkommentare der Reformatoren hier zu finden, so von Johann Brenz, Johann Bugenhagen (Interpretatio in librum Psalmorum, Basel 1524, mit der autographen Eintragung Melanchthons), Heinrich Bullinger, David Chytraeus, Sebastian Franck (Das mit sieben Siegeln verschlossene Buch, o. O. 1539), Justus Jonas, Martin Luther, Georg Major, Melanchthon, Johannes Oecolampadius, Lucas Osiander, Nicolaus Selneccer, Victor Strigel u. a., aber auch von Johann Eck (Eines Judenbüchleins Verlegung, Ingolstadt 1532). Von den evangelisch-lutherischen Theologen des 17. Jhs sind Johann Buxtorf (14 Titel) und Johann Ernest Gerhard (8 Titel) hervorragend vertreten, mit denen der Ödenburger Pfarrer Matthias Lang in persönlicher Verbindung stand.

2.21 Unter den Werken der Historischen Theologie (Lc) finden sich Ausgaben der Kirchenväter aus dem 16. bis 17. Jh. Die einzige deutsche Übersetzung unter diesen ist die Gesamtausgabe von Augustinus (Straßburg 1533). Aus dem Bestand des vorprotestantischen Materials ist Bonaventuras Legende des heiligen Francisci (Nürnberg 1512) nennenswert. Zu dieser Gruppe gehören auch die Akten der Synoden und Religionsgespräche (Maulbronn 1564, Altenburg 1568 [1570], Mompelgarten 1587, Baden 1590, Hertzberg 1594, Regensburg 1602, Neuburg 1615 u. a.). Erwähnenswert sind verschiedene Concordia-Ausgaben (z. B. Dresden 1580), Konfessionen (z. B. Confessio, oder Bekenntnis des Glaubens und Apologia, Wittenberg 1531; Confessio etlicher evang. Prediger in Oesterreich, o. O. 1566; Confessio der böhmischen Brüder, o. O. 1535), Ubiquität-Polemiken (z. B. Joannes Andreae, Von der Ubiquität Christi, Tübingen 1589), Hieronymus Emsers Predigten gegen Luther (Auf des Stieres zu Wittemberg wüthenden Replica, Leipzig 1520) sowie die evangelisch-lutherischen Schriften gegen die Anabaptisten und Calvinisten. In diese Gruppe wurden außerdem die Biographien der Reformatoren eingereiht: Joachim Camerarius, De Philippi Melanchthonis ortu, totius vitae curriculo et morte (Leipzig 1566), Nicolaus Selneccer, Historica oratio vom Leben M. Luther's (o. O. 1576), Johannes Cochlaeus, Historia Martini Lutheri 1517-1546 (Ingolstadt 1582), Matthäus Dresser, M. Lutheri historia (Leipzig 1598). Verschiedene Luther-Gesamtausgaben ergänzen den Bestand (lateinisch: Wittenberg 1545-1557, Jena 1564-1570; deutsch: Jena 1564-1568, Wittenberg 1567-1572). Insgesamt sind 39 Prozent (355 Titel) der in dieser Gruppe verzeichneten Titel Germanica.

2.22 In der Gruppe Systematische Theologie (Ld) sind teilweise auch solche Werke zu finden, die auch in der vorangegangenen Gruppe erfaßt werden könnten. Aus dem Bereich der Dogmatik wurden die Werke zu Abendmahl und Trinitätslehre hier eingeordnet. Hier finden sich darüber hinaus die meisten Werke zur Religionsgeschichte, Gegenschriften gegen die Ketzereien sowie Polemiken gegen die Juden, Jesuiten und das Papsttum. Besondere Erwähnung verdient die Polemik des Ödenburger evangelisch-lutherischen Priesters Matthias Lang gegen die Wiener Jesuiten (Schlussreden, Leipzig 1652). Die von der Lutherischen Orthodoxie abweichenden Autoren sind durch Johannes Arndt (6 Werke), Johannes Calvin (8), Martin Chemnitz (9), Matthias Flacius (4) und Aegidius Hunnius (11, darunter frühe Ausgaben) vertreten. Im Inkunabelbestand der Gruppe sind von hervorragender Bedeutung Jacobus Sprengers und Henricus Institoris' Malleus maleficarum (Speyer ca. 1492) sowie eines der wertvollsten Stücke der Bibliothek, die unikale Ausgabe von Jacobus de Theramos Consolatio peccatorum seu processus Belial (Augsburg 1497), die mit kolorierten Holzschnitten versehen ist. Der Anteil der Germanica beträgt in dieser Gruppe 46 Prozent (403 Titel).

2.23 Das Fach Pastoraltheologie (Le) enthält Germanica im Umfang von 62 Prozent (542 Titel). Dazu gehören Agenden, Frömmigkeitswerke, Homilien, Gelegenheitspredigten (Lob- und Trauerreden, Leichen-, Kirch- und Passionspredigten), Glaubenslehrbücher und Katechismen (Luthers Deutsch Catechismus, o. O. 1532; Luthers kleiner Katechismus, Ödenburg 1829). Der Catechismus (Eisleben 1582) des Gründers der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Ödenburg, Simon Gerengels (1518-1571), war bis weit ins 19. Jh im Gebrauch. Ferner sind in dieser Gruppe Gesangbücher zu finden, u. a. mehrere Ausgaben des Oedenburgischen Gesangbuchs (1766-1861), Gebetbücher, Kinderbibeln, Bibelparaphrasen, verschiedene Kirchenagenden und Kirchenordnungen (aus Bayern, Brandenburg, Frankfurt, Mecklenburg, Sachsen, Wittenberg und der Pfalz - alle aus dem 16. Jh). In dieser Gruppe sind die in Ungarn im 18. bis 19. Jh gedruckten deutschsprachigen Titel verhältnismäßig zahlreich.

2.24 Den Interessen des ödenburgischen evangelisch-lutherischen Klerus, aber gleichzeitig auch dem geringen Umfang der ungarischen evangelischen theologischen Fachliteratur ist es zuzuschreiben, daß 90 Prozent (216 Titel) der Theologischen Enzyklopädien, Handbücher und Zeitschriften (Lf) deutschsprachig sind. Unter dem sehr unterschiedlichen Material dieser Gruppe gibt es nur einen deutschen Druck vor 1600 (Urbanus Rhegius, Von Leybeygenschafft, odder Knechtheit, Augsburg 1525). Die Mehrzahl der Titel stammt aus dem 17. bis 18. Jh.

2.25 Der Handschriftenbestand der Lyzeumsbibliothek und der Gemeindebibliothek umfaßt insgesamt 300 Stücke; seine Bearbeitung ist noch nicht abgeschlossen. In dieser Sammlung findet sich das einzige in Ungarn vorhandene Fragment der 36zeiligen Gutenberg-Bibel (s. o. 2.3). Hinzuweisen bleibt auf zahlreiche deutsche und österreichische Einbände der Gotik und Renaissance, die noch auf Bearbeitung warten.

Sondersammlungen

Bibliothek der Ungarischen Gesellschaft

2.26 Die Ungarische Gesellschaft [Magyar Társaság] wurde im Evangelisch-lutherischen Lyzeum im Jahre 1790 als erster Schülerselbstbildungsverein Ungarns gegründet, der sich in ungarischer Sprache betätigte. Die ca. 3500 Bde umfassende Bibliothek der Gesellschaft enthält ausschließlich Werke in ungarischer Sprache, darunter Rara aus dem frühen 19. Jh.

Nachlaß Daniel Gloszius

2.27 Der Nachlaß von Daniel Gloszius (s. o. 1.7) enthält eine umfangreiche Sammlung deutschsprachiger Flugblätter aus der Zeit der Französischen Revolution. Erwähnenswert sind Adrian Lezai, Über die Ursachen und Resultate der Revolution, aus dem Französischen übersetzt von L. F. Huber (Leipzig 1798), Über den hohen Adel in Wien (Wien 1781) und Englische Revolution unter Carl I. mit einem Hinblick auf die jetzige französische Revolution (Wien 1793).

Die in der Bibliothek verwendete Einteilung nach Fächern tspricht dem Münchener Katalogsystem. Innerhalb der einzelnen Buchstabensignaturen wurden die Bände nach ihrer Größe (begonnen mit den Werken in Folioformat) und nach Numerus currens geordnet.

3. KATALOGE

3.1 Moderne Kataloge

Katalog der Bibliothek der Ungarischen Gesellschaft des Lyzeums (1790-)

[in Zettelform; alphabetisch nach Titeln und Verfassern geordnet]

Possessorkatalog der Drucke des 15. bis 18. Jhs

[hschr., in Zettelform; 1993]

Katalog der Drucke des 16. Jhs in der Lyzeumsbibliothek

[hschr., in Zettelform; begonnen 1993]

3.2 Historische Kataloge

A soproni ág. hitv. ev. lyceum könyvtárának jegyzéke, I-II. füzet [Verzeichnis der Bibliothek des Soproner Evangelischen Lyzeums Augsburgischen Bekenntnisses, Heft I-II]. Sopron 1896

Pótlások a soproni ág. hitv. ev. lyceum könyvtárának jegyzékéhez I. Pótjegyzék [Ergänzungsverzeichnis der Bibliothek des Soproner Evangelischen Lyzeums Augsburgischen Bekenntnisses Nr. I. Zuwachs]. Sopron 1907

4. DARSTELLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER BIBLIOTHEK

4.1 Archivalien

In der Lyzeumsbibliothek befinden sich Archivalien zur Schulgeschichte (Matrikeln, Abiturprotokolle, Lehrpläne etc.) und das Archiv der Ungarischen Gesellschaft (Briefe, Rechnungen etc.) von den Anfängen (1790) bis zur Gegenwart. Zudem sind im Bestand des Evangelisch-lutherischen Archivs umfangreiche Materialien zur Geschichte der Bibliothek im 17. Jh erfaßt.

4.2 Darstellungen

Müllner, Mátyás: Adatok a soproni evangélikus lyceumi könyvtár történetéhez [Beiträge zur Geschichte der Bibliothek des Soproner Evangelisch-lutherischen Lyzeums]. In: Magyar Könyvszemle [Ungarische Bücherschau] 1 (1880) S. 1-8

Sólyom, Jeno: A soproni Magyar Társaság könyvtára és Berzsenyi Dániel [Die Bibliothek der Soproner Ungarischen Gesellschaft und Dániel Berzsenyi]. In: Irodalomtörténeti Közlemények [Literaturhistorische Mitteilungen] 66 (1962) S. 493-500

Karner, Karl: Eine Sammlung von Erst- und Frühdrucken aus der Reformationszeit. In: Theologische Literaturzeitung 97 (1972) S. 69-76

Karner, Karl: Eine evangelische Kirchenbibliothek aus der Zeit der Gegenreformation. In: Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in Österreich 90/91 (1975) S. 60-76

Friedrich, Károly: Celeberrimae collectiones Sopronienses. In: Soproni Szemle [Soproner Rundschau] 44 (1990) S. 97-127

5. VERÖFFENTLICHUNGEN ZU DEN BESTÄNDEN

Bothár, Dániel: Cassai András (magyar unikum 1644-bol) [Andreas Cassai (ungarisches Unikat aus dem Jahre 1644)]. In: Irodalomtörténeti Közlemények [Literaturhistorische Mitteilungen] 21 (1911) S. 357-365

Grüll, Tibor; Szende, Katalin: Soproni glosszák a XVI-XVII. századból [Soproner Glossen des XVI.-XVII. Jhs]. In: Magyar Nyelv [Ungarische Sprache] 86 (1990) S. 246-255

Karner, Karl: Zwei unbekannte Drucke von Luther-Schriften in Sopron. In: Magyar Könyvszemle [Ungarische Bücherschau] 105 (1968) S. 262-263

Karner, Karl: Ritka könyvek és nyomtatványok soproni könyvtárakban [Seltene Bücher und Drucke in den Soproner Bibliotheken]. In: János Herner, Géza Galavics, Bálint Keseru (Hrsg.): Collectanea Tiburtiana. Tanulmányok Klaniczay Tibor tiszteletére [Studien zu Ehren Professor Tibor Klaniczays]. Szeged 1990, S. 83-91 (Adattár XVI-XVIII. századi szellemi mozgalmaink történetéhez 10)

Németh, Sámuel: A soproni evangélikus líceum könyvtárának érdekességei: inkunabulák, unikumok [Interessante Stücke der Bibliothek des Soproner Evangelisch-lutherischen Lyzeums: Inkunabeln, Unikate]. In: Soproni Szemle [Soproner Rundschau] 2 (1938) S. 289-299

Rozsondai, Marianne; Grüll, Tibor: B 42 und B 36 Fragmente aus Sopron/Ödenburg in Ungarn. In: Gutenberg-Jahrbuch 70 (1995) S. 57-65

Stand: Dezember 1995

Tibor Grüll


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.