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Janus Pannonius Tudományegyetem Könyvtára

Bibliothek der Janus-Pannonius-Universität


Adresse. Szepesy u. 1-3, Pf. 227, H-7641 Pécs
Telefon. (072) 325-466 und 324-780
Telefax. (072) 324-780

Unterhaltsträger. Muvelodési és Közoktatási Minisztérium [Ministerium für Bildung und Unterrichtswesen]
Funktionen. Universitäts- und wissenschaftliche Fachbibliothek; Zentralbibliothek mit den angeschlossenen Sammlungen: Bibliothek der Staats- und Rechtswissenschaftlichen Fakultät (48-as tér 1, Tel. 211-433), Bibliothek der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Rákóczi út 80, Tel. 211-433), Bibliothek der Philosophischen und Naturwissenschaftlichen Fakultät (Damjanich u. 30, Tel. 310-055), Bibliothek der Polytechnischen Fakultät (Boszorkány u. 2, Tel. 224-277).
Sammelgebiete. 1. Allgemeine Sammelgebiete: Standardwerke der wissenschaftlichen Fachliteratur der Disziplinen, die an der Universität unterrichtet werden, sowie Rechts- und Staatswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Naturwissenschaften einschließlich Randgebiete. - 2. Besonderes Sammelgebiet: Regionalgeschichte des ungarischen Gebiets westlich der Donau, besonders der südlichen Region.

Benutzungsmöglichkeiten. Ausleihbibliothek. - Öffnungszeiten: Lesesaal: Montag 12-20 Uhr, Dienstag bis Freitag 8-20 Uhr, Samstag 8-16 Uhr; Ausleihe und Katalogdienst: Montag 12-20 Uhr, Dienstag bis Freitag 8-20 Uhr, Samstag 8-16 Uhr. Die Sonder- und Zeitschriftensammlungen sind während der Ausleihzeit geöffnet; eine Ausnahme bildet die Klimo-Bibliothek, die bei Gruppenbesuchen nach vorheriger Anmeldung zugänglich gemacht wird, sonst nur zu den Zeiten des Informationsdienstes. - Leihverkehr: nationaler und internat. Leihverkehr.
Technische Einrichtungen für den Benutzer. Kopiergeräte, Mikrofilm- und Mikrofiche-Lesegeräte, EDV-Kataloge (werden z. Z. ausgebaut).
Gedruckte Informationen. Pécs. Egyetemi Könyvtár [Pécs. Universitätsbibliothek]. Pécs 1974. - Baranya Megyei Könyvtári Tájékoztató [Bibliotheks-Information des Komitats Baranya]. Pécs 1984 [über die Bibliothek in Pécs S. 50-60].
Hinweise für anreisende Benutzer. Die Zentralbibliothek befindet sich auf dem nördlichen Teil des Széchényi Platzes. - Busverbindung (Linien 30, 32, 33) ab Hauptbahnhof bis Haltestelle Széchényi-tér, von dort Fußwegnähe (3 Minuten). - Hauptstraße 6 (E 73) von Budapest. Parkmöglichkeiten in Bibliotheksnähe.

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Die Universitätsbibliothek gliedert sich in drei separate Sammlungen: die Klimo-Bibliothek, die zum Kunstdenkmal erklärt wurde; die Sammlungen der Universität; und die Bibliothek der Philosophischen und Naturwissenschaftlichen Fakultäten.

Klimo-Bibliothek

1.2 Die von Bischof György Klimo (1710-1777) gegründete Bibliothek, Zierde des Bischofspalais genannt, wurde 1774 eröffnet. König Ludwig der Große von Ungarn und Papst Urban V. hatten bereits 1367 eine Universität in Fünfkirchen gegründet, die bis 1526 bestand. Nach diesem Vorbild wollte Klimo wieder eine Universität oder wenigstens eine Hochschule an seinem Bischofssitz ins Leben rufen. Die für diesen Zweck eingerichtete Bibliothek (ca. 15.000 Titel) konnte Klimo vor allem aus den Nachlässen bekannter Büchersammler aufbauen, wie Zakarias Mossóczy (1542-1587), Bischof von Nitra [Neutra, Nyitra], Ferenc Graf Nádasdy (1625-1671), Landesrichter, Zsigmond Berényi (†1748), Bischof von Fünfkirchen, und József Koller (1745-1832), Domherr in Fünfkirchen. Diese Sammlungen thielten vor allem bedeutende Werke zu den Naturwissenschaften und zur Geschichte. Der Bestandsvermehrung diente Klimos Verordnung, daß die Domherren des Distriktes ihre Bücher der Bibliothek zu hinterlassen hätten. Da im 18. Jh mehrere Domherren im Dienst standen, die zugleich Wissenschaftler waren, führte diese Verordnung zur quantitativen und qualitativen Bereicherung des Bestandes auch durch zahlreiche zeitgenössische Werke.

1.3 Eine bedeutende Entwicklung vollzog sich unter Bischof Ignác Szepesy (1780-1838). Er ließ 1830/31 ein Gebäude errichten, in dem die bischöfliche Bibliothek untergebracht werden konnte. Er sorgte auch für umfangreiche zeitgenössische Bestände, die heute einen der drei Räume der Klimo-Bibliothek füllen. 1923 stellte Bischof Gyula Graf Zichy die Sammlung und das Gebäude der nach Fünfkirchen verlegten Königlich Ungarischen Elisabeth-Universität zur Verfügung (s. u. 1.5).

1.4 Das Komitat Baranya, zu dem Fünfkirchen gehört, war ein Gebiet mit zahlreichen deutschsprachigen Einwohnern. Anfang des 19. Jhs waren 55 Prozent der Einwohner Ungarn und 27 Prozent Deutsche; 1847 war das Verhältnis 52 zu 30, Ende des 19. Jhs 73 zu 19. Bei den Erwerbungen für die Bibliothek wurde dieser Tatsache Rechnung getragen. Zwischen 1923 und 1935 war Ungarisch mit 60 Prozent vertreten, da sich der Bestand durch Spenden sehr vermehrte, Deutsch mit 30 bis 35 Prozent, sonstige Sprachen mit 5 bis 10 Prozent. Von 1935 bis 1945 sank der Anteil des deutschsprachigen Materials auf 20 bis 22 Prozent, der anderer Sprachen stieg auf 10 bis 15 Prozent. In den Druckereien von Fünfkirchen wurden zwischen 1773 und 1837 bei einer Gesamtproduktion von 423 Titeln ca. 10 Prozent (43 Titel) in deutscher Sprache gedruckt. 1848 erschien hier auch das Tagesblatt Pressefreie Flugblätter. Der größte Teil der Fünfkirchener Drucke ist heute in der Klimo-Bibliothek oder in den Sammlungen der Universitätsbibliothek zu finden.

Sammlungen der Universitätsbibliothek

1.5 Der ursprüngliche Sitz der Königlich Ungarischen Elisabeth-Universität war Bratislava [Preßburg, Pozsony]. Als Folge der Friedensverträge von Versailles und Trianon verlor Ungarn 1920 auch Preßburg. Daher wurden von den vier Fakultäten der dortigen Universität die Staats- und Rechtswissenschaften, die Philosophie und die Medizin nach Fünfkirchen verlegt, die Evangelische Theologie nach Sopron [Ödenburg]. Die Universität und ihre Bibliothek nahmen ihre Tätigkeit in Fünfkirchen im Jahre 1923 auf. Beim Ausbau der Sammlungen orientierte man sich vor allem am Bedarf der Fakultäten. Die schweren ökonomischen Probleme, denen sich Ungarn zu jener Zeit gegenübersah, beschränkten die Möglichkeiten jedoch erheblich. Den primären Preßburger Bestand (78 Titel) bereicherte Bischof Zichy mit jener Sammlung, die Bischof Klimo für eine zu gründende Universität in Fünfkirchen angelegt hatte und die während der vergangenen beiden Jahrhunderte durch Geschenke und Nachlässe sowie einige Ankäufe erweitert werden konnte.

1.6 In den Jahren 1922 bis 1924 konnten der Bibliothek ganze Sammlungen inkorporiert werden. Die Bibliothek des Sprachwissenschaftlers Flórian Mátyás (1818-1904) umfaßte 1200 Titel und kam als Geschenk der Stadt in den Bestand; weitere 4828 Titel stammten aus der Sammlung des Literaturhistorikers József Bayer (1851-1919) und 3773 Titel aus der des Germanisten Gustav Heinrich (1845-1922), der sich als Wissenschaftler vor allem mit den ungarisch-deutschen literarischen Beziehungen beschäftigte. Vor allem Literatur zur Geschichte, Ökonomiegeschichte, Heraldik und Ethnographie (1114 Titel) gelangte mit der Sammlung des Historikers und Archivars Károly Tagányi (1858-1924) in den Bestand. Die Bibliothek des Landtagsabgeordneten István Friedrich (1883-1951) ergänzte vor allem den Bestand an juristischer und politischer Literatur (657 Titel). Die bedeutendste Schenkung der Jahre unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg war die Privatbibliothek der Familie Latinovics aus Katymár im Jahre 1922. Die von Illés Latinovics Mitte des 19. Jhs gegründete Familienbibliothek zählte bei ihrer Übergabe durch Margit Latinovics, eine Nachfahrin des Gründers, 9665 Titel zu den verschiedensten Wissenschaftszweigen sowie Schöne Literatur. Der Literaturbedarf der Fakultäten konnte trotz großer finanzieller Probleme auch dadurch gedeckt wurden, daß Pflichtexemplare eingingen und der Schriftentausch wichtige Werke in die Bibliothek brachte.

1.7 1940 wurde die Philosophische Fakultät per Erlaß geschlossen. Die Bestände der Lehrstuhlbibliotheken - Bücher und Zeitschriften - kamen zum Teil in die Zentralbibliothek, der größere Teil gelangte nach Cluj-Napoca [Klausenburg, Kolozsvár] in die dortige Universitätsbibliothek oder in die Fakultätsbibliotheken. Der Minister für Gesundheitswesen nahm mit Wirkung vom 1. Februar 1951 die Medizinische Fakultät, die jetzt zur Medizinischen Universität wurde, und damit die Ärzteausbildung in sein Ressort, doch die Universitätsbibliothek übernahm weiterhin die Bereitstellung der notwendigen Literatur, bis 1960 die selbständige Bibliothek der Medizinischen Universität gegründet wurde. Die Aufhebung einiger Lehrstühle - wie z. B. beim Institut der Minderheiten, dem Soziographischen Institut, dem Kirchenrechtlichen Seminar, dem Staatswissenschaftlichen Seminar und dem Kollegium Maurinum - hatte zur Folge, daß ihre Buchbestände in die Zentralbibliothek kamen. Andererseits erforderte die Schaffung neuer Lehrstühle die Einrichtung entsprechender Bibliotheken sowie Korrekturen im Gesamtbestand der Universitätsbibliothek.

1.8 Die neugegründete Medizinwissenschaftliche Universität erhielt die 8427 Titel umfassende Sammlung von Lajos Tóth (1856-1926), einem Arzt und Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Unterrichtswesen, die er der Elisabeth-Universität vermacht hatte. Nach Subotica [Maria-Theresiopel, Szabadka] mußte nach dem Zweiten Weltkrieg die ursprünglich von dort stammende Sammlung der Juristischen Akademie zurückgegeben werden. Nach der Visitation der Interalliierten Kontrollkommission im Dezember 1945 wurden aus dem Bestand der Universitätsbibliothek darüber hinaus Bücher und Zeitschriften entfernt, die als faschistisch galten (geschätzt 50.000 bis 60.000 Bde vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland erschienener oder deutschsprachiger Monographien und Zeitschriften). Die Bibliothek hatte anfangs nur das Pflichtexemplarrecht auf Werke, die das sogenannte Transdanubien betrafen. Seit 1986 bekommt sie alle Pflichtexemplare mit der Auflage, die ihren Sammelgebieten nicht zugehörige Literatur den Bibliotheken der Region weiterzureichen.

1.9 Die Universitätsbibliothek stellte sich die Aufgabe, eine Universitätssammlung, d. h. eine vollständige Sammlung aller Publikationen der dort tätigen Professoren und Dozenten, anzulegen. Diese Arbeit konnte in der letzten Zeit durch die Zusammenstellung einer Bibliographie erweitert werden, die auch Titel zur Geschichte der Universität verzeichnet. 1970 begann die Unterrichtstätigkeit der ausgegliederten wirtschaftswissenschaftlichen Karl-Marx-Universität in Fünfkirchen, die noch heute als selbständige Fakultät besteht. Seither mußte besonders die Erwerbung wirtschaftswissenschaftlicher Fachliteratur intensiviert werden. Aus der ebenfalls 1970 gegründeten Mihály-Polláck-Polytechnischen Hochschule wurde am 1. Juli 1995 die Polytechnische Fakultät der Janus-Pannonius-Universität. Seither sammelt die Bibliothek auch technische Fachliteratur.

1.10 1948 wurde in Fünfkirchen die Pädagogische Hochschule gegründet, die später zur Hochschule für Lehrerausbildung und ab 1990 in erweiterter Form zur Philosophischen und Naturwissenschaftlichen Fakultät der Janus-Pannonius-Universität erklärt wurde. Für die Ausbildung in diesen Fächern mußte der Bestand ebenfalls erweitert werden. Die Bibliotheken der selbständigen Fakultäten sind der Zentralbibliothek unterstellt. In der Bibliothek der Pädagogischen Hochschule, später Hochschule für Lehrerausbildung, sammelte sich während der vergangenen Jahrzehnte ein ansehnlicher Bestand an. Den Grundstock bildeten Dubletten der Széchényi-Nationalbibliothek in Budapest sowie ein Teil der Bücher der 1940 aufgelösten Philosophischen Fakultät. Die Erfordernisse des Unterrichts, mit besonderer Hinsicht auf den deutschen Sprachunterricht, bestimmten die weitere Entwicklung dieser Sammlung.

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

2.1 Der Bestand der Zentralbibliothek umfaßt 680.000 Bde Monographien, 72.000 Bde Zeitschriften und 120.000 andere Dokumente. Zum historischen Bestand zählen ca. 55.000 Bde Monographien und 500 bis 600 der ca. 3500 Zeitschriftentitel (15 Prozent des Gesamtbestandes). Die angeschlossenen Bibliotheken - mit Ausnahme der Klimo-Bibliothek - besitzen keinen nennenswerten historischen Bestand.

Chronologische Übersicht und Übersicht nach Sprachen

2.2 Der historische Bestand der Zentralbibliothek (55.000 Bde Monographien) verteilt sich auf 1600 Bde bis 1700, 6400 aus dem 18. Jh und 47.000 aus dem 19. Jh. Die Klimo-Bibliothek mit einem Gesamtbestand von 25.500 Titeln in 35.000 Bdn setzt sich zusammen aus 23 Inkunabeln, 800 Titeln aus dem 16. Jh und 17. Jh, 10.700 aus dem 18. Jh und 14.000 aus dem 19. Jh.

2.3 Aufgrund einer repräsentativen Teilauszählung mit Hochrechnung ergibt sich folgende sprachliche Verteilung für die Zentralbibliothek: Ungarisch 33.000 Bde (16. und 17. Jh 1000, 18. Jh 4000, 19. Jh 28.000), Latein 1000 Bde (16. und 17. Jh 100, 18. Jh 400, 19. Jh 500), Deutsch 17.900 Bde (16. und 17. Jh 400, 18. Jh 1500, 19. Jh 16.000), sonstige Sprachen 3100 Bde (16. und 17. Jh 100, 18. Jh 500, 19. Jh 2500).

2.4 Die Klimo-Bibliothek weist 2600 Titel in Ungarisch auf (16. und 17. Jh 100, 18. Jh 600, 19. Jh 1900), 14.500 Titel in Latein (16. und 17. Jh 500, 18. Jh 7000, 19. Jh 7000), 6000 Titel in Deutsch (16. und 17. Jh 100, 18. Jh 2200, 19. Jh 3700) und 2400 Titel in sonstigen Sprachen (16. und 17. Jh 100, 18. Jh 900, 19. Jh 1400), darunter ca. 765 französische und ca. 125 englische. Von den ca. 6000 deutschen Titeln stammen ca. 3700 aus dem deutschen Sprachgebiet, aus nicht-deutschsprachigen Ländern 2300 und aus dem historischen Ungarn 370. Fremdsprachige im deutschen Sprachgebiet erschienene Werke verteilen sich auf Französisch (84 Titel) und Englisch (74).

Systematische Übersicht

Zentralbibliothek

2.5 Der Dezimalkatalog der Zentralbibliothek wies 1992 folgende Aufteilung des historischen Bestandes auf: Allgemeine Werke, Lexika usw. (1500 Bde), Philosophie (1500), Religion (9100), Gesellschaftswissenschaften, Recht, Wirtschaftswissenschaften usw. (11.800), Naturwissenschaften (3000), Medizinwissenschaften (2000), sonstige angewandte Wissenschaften (1500), Kunst (1500), Literatur- und Sprachwissenschaft (3100), Schöne Literatur (10.000), Geographie, Geschichte (10.000).

Sondersammlungen

Klimo-Bibliothek

2.6 Diese Sondersammlung bildet den wertvollsten Teil des historischen Bestandes der Bibliothek und wird als einzige ausführlich beschrieben. Ein Systematischer Katalog aus den dreißiger Jahren des 19. Jhs ist überliefert (s. u. 3.3), der den Bestand nach dem damals in kirchlichen Bibliotheken verwendeten System gliedert: Philosophie, Theologie, Pädagogik, Ästhetik (43 Prozent); Geschichte, Kirchengeschichte (26); Staatswissenschaft (10); Mathematik, Naturwissenschaft, Medizin (9); Sprachwissenschaft (8); Schöne Literatur (1,2); Jugendliteratur (0,7); Enzyklopädien (0,3); und vermischte Werke (1,8).

2.7 Die 23 Inkunabeln bilden eine selbständige Einheit. Im deutschen Sprachgebiet sind 16 Titel (15 in Latein, einer in Deutsch) erschienen, darunter Johannes Gobius, Scala coeli (Ulm 1480), Alexander de Hales, Summa universae theologiae (Nürnberg 1481-1482), Angelus de Clavasio, Summa angelica de casibus conscientiae (Straßburg 1495), Aristoteles, Problemata (Magdeburg 1488), Auctoritates Aristotelis et aliorum philosophorum (Köln 1499), Biblia. Cum postillis Nicolai de Lyra ... (Basel 1498), Gesta Romanorum, cum applicationibus moralisatis et mysticis (Straßburg 1489) und Johannes Herolt, Sermones discipuli de tempore et de sanctis (Nürnberg 1480). Die einzige Inkunabel in deutscher Sprache ist Hartmann Schedel, Das Buch der Chroniken (Augsburg 1500).

2.8 Das Fach Theologie umfaßt 3492 Titel und gliedert sich in die Teilgebiete Hierographia, Hermeneutica, Patristica, Dogmatica, Polemica, Moralis et Ascetica, Pastoralis, Homiletica, Liturgia und Miscellanea Theologica. Die Bibelsammlung und die exegetische Literatur standen immer im Mittelpunkt und wurden kontinuierlich ergänzt. Hervorzuheben sind Hieronymus Emser, Das neue Testament (Köln 1573); Johann Ulrich Kraus, Historische Bilder-Bibel (Augsburg 1699-1700), die in einem Sammelband mit den Titeln Heilige Augen- und Gemüts-Lust (Augsburg 1706) und Biblisches Engel und Kunst Werk (Augsburg 1694) vorliegt; Oratio Dominica, das ist das Gebet des Herrn Oder Vater Unser in 200 Sprachen und Schreib Arten ist dem Orientalisch- und occidentalischen Sprachmeister (Leipzig 1748) von Johann Friedrich Fritz beigebunden. Weitere Germanica sind Sacrorum Bibliorum partes tres (Tübingen 1589-1592), Eusebio Pamphilos, De Evangelica praeparatione a Gregorio Trapesuntino e Graeco in Latinum traductus (Basel 1555), Petrus Benedictus, Tom. I. Commentariorum et disputationum in Genesim (Ingolstadt 1590) und Concordantiae Bibliorum Germanico-Hebraico-Graecae (Frankfurt 1696).

2.9 Die umfangreiche Sammlung von Reformationsliteratur enthält u. a. 8 im deutschen Sprachgebiet erschienene Werke von Erasmus, darunter In Acta Apostolorum paraphrasis (Straßburg 1525) und Adagiorum epitome ...editionem recognita (Leipzig 1696). Als Herausgeber erscheint er u. a. bei den Lucubrationes des Hl. Hilarius (Basel 1550). Von Luther liegen mehrere Werke vor, u. a. In Epistolam S. Pauli ad Galatas commentarius (Wittenberg 1538), Supplementum epistolarum (Halle 1703) und Collectio nova epistolarum (Halle 1717). Vorhanden sind auch Werke von Melanchthon, die noch zu seinen Lebzeiten erschienen, darunter Examen eorum qui audiuntur ante ritum publicae ordinationis (Leipzig 1545), Commentarii in epistolam Pauli ad Romanos (Straßburg 1544) und Liber continens ...epistolas ...ad J. Camerarium (Leipzig 1569); ferner finden sich Schriften von Theodore de Bèze, die noch zu seinen Lebzeiten in Genf erschienen sind. Aus dem 18. Jh sind Katholischer Lutheraner (Wien 1736) und Siegmund Jacob Baumgartens Erleuterung des kleinen Cathechismi D. Martin Luthers (Halle 1749) zu erwähnen.

2.10 Die zweite Großgruppe stellt die Geschichte mit 2233 Titeln dar. Diese verteilen sich auf die Untergruppen Historia universalis, Ecclesiastica, Ecclesiastica Hungariae et Provinciarum adjacentium, Historia civilis, Biographia, Stemmatopographia und Geographia. Von den 289 Werken zur Historia universalis sind 147 in Latein; 52 stammen aus dem deutschen Sprachgebiet. Unter Historia civilis Germaniae und Historia civilis Imperii Austriaci sind 48 Werke eingereiht (26 in Latein, davon 19 im deutschen Sprachgebiet erschienen; 12 in Deutsch). In großer Zahl sind historiographische Werke des Altertums vorhanden, so Plutarchs Graecorum Romanorumque illustrium vitae (Basel 1535), Apians Romanarum historiarum de bellis Punicis liber (Basel 1554), Johannes Cuspinians De caesaribus atque imperatoribus Romanis opus insigne und De consulibus Romanorum (beide Frankfurt 1601).

2.11 Die europäische Geschichte oder Weltgeschichte behandeln u. a. Rerum Hispanicarum scriptores aliquot ..., herausgegeben von Joannes Sambucus (Frankfurt 1579-1581), und Gottfried Johann Ludwigs Neue Welt und Americanische Historien (Frankfurt 1631) sowie Demetrius Kantemirs Geschichte des Osmanischen Reichs (Hamburg 1795). Die Geschichte Deutschlands oder des deutschen Sprachgebiets betreffen die Einleitung zur Römischen und Deutschen Historia (Leipzig 1699) und Stephan Amiodts Germania vetus (Wien 1712). Die Kirchengeschichte ist mit 787 Titeln vertreten, darunter die Concordantia nationis Germanicae integra, variis additamentis illustrata (Frankfurt 1771).

2.12 Bei den historischen Hilfswissenschaften ist insbesondere die Chronologie mit älteren Titeln vertreten, darunter Gerhard Mercators Chronologia (Köln 1569), Paul Ebers Calendarium Historicum (Wittenberg 1571), David Chytraeus' Chronologia historiae Herodoti et Thucydidis (Rostock 1592), Johann Christian Lünigs Deutsches Reichs-Archiv (Leipzig 1713-1722) und zwei weitere Ausgaben seiner Werke aus den Jahren 1715 und 1716, Burkhard Gotthelf Struves Corpus historiae Germanicae (Jena 1730) und Edmund Pocks Historisch-chronologische Tabellen (Augsburg 1736). Die übrigen Hilfswissenschaften sind ebenfalls gut vertreten. Die Gruppe Diplomatik umfaßt 20 Prozent Germanica, die Heraldik 80 Prozent (10 Prozent in Latein, 70 Prozent in Deutsch). Zur Numismatik liegen 55 Titel vor, darunter 19 Germanica (11 in Latein, 8 in Deutsch), zur Biographie 23 Germanica (8 in Deutsch und 15 in Latein).

2.13 Die Geographie schließt an frühen Werken u. a. Abraham Ortelius' Theatrum orbis terrarum (Antwerpen 1595) und Ptolemäus' De geographia libri octo (Basel 1533) ein, ferner Abel Caspars Preussische und Brandenburgische Reichs- und Staatsgeographia (Magdeburg 1735). Hervorzuheben ist auch die Literatur zu den Entdeckungen, besonders die Landkarten, die eine selbständige Sammlung bilden. Von den Atlanten wurden mehrere im 18. Jh in Nürnberg gedruckt.

2.14 Die Jurisprudenz umfaßt 857 Titel, die sich auf 13 Untergruppen verteilen. Beispiele für Germanica sind Jacobus Gothofredus' Fragmenta (Heidelberg 1616), Henricus Jacobus Zoesius' Commentarius in Codicem Justinianeum (Köln 1697), das Corpus iuris civilis Romani (Leipzig 1720) und der Codex Theodosianus (Leipzig 1738-1745). Vorhanden sind auch Ausgaben der Schriften bedeutender europäischer Autoren, so Niccolò Machiavellis Il principe (Frankfurt 1608). Zum Naturrecht sei Gottfried Achenwalls Juris naturalis pars posterior, complectens jus familiae, jus publicum et jus gentium (Göttingen 1768) erwähnt.

2.15 Das Recht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bildet eine selbständige Untergruppe. Von den 16 Ausgaben des Ius publicum Imperii Romano-Germanici sind 3 in Deutsch, 13 in Latein (alle im deutschen Sprachgebiet erschienen). Das Ius Austriacum ist mit 12 Ausgaben vertreten, davon 4 in Deutsch und 4 in Latein. Hervorzuheben sind Chunrad Wolf, Institutionum Imperialium succincta erotemata (Herborn 1587), Georg Bayer, Delineatio iuris Germanici (Leipzig 1723) und Burkhard Gotthelf Struve, Corpus iuris publici Imperii Romano Germanici (Jena 1738). Unter den heraldischen Werken, die das Römische Reich Deutscher Nation betreffen, finden sich Johann Siebmachers Neu Wappenbuch ...des ...Reichs Teutscher Nation (Nürnberg 1605) und weitere in Nürnberg gedruckte Wappenbücher aus den Jahren 1612, 1656 und 1752. An numismatischen Werken sind hier Johann Hieronymus Lochners Sammlung merkwürdiger Medaillen I-VIII (Nürnberg 1732-1744) und Johann David Köhlers Münz-Belustigung I-XXII (Nürnberg 1721-1750) eingeordnet.

2.16 Die Gruppe Kirchenrecht umfaßt 346 Titel. Obwohl die Sammlung von dem katholischen Bischof Klimo aufgebaut wurde, sind auch Werke nicht-katholischer Verfasser in größerer Zahl vorhanden. Die wichtigsten Germanica sind Caspar Ziegler, Jus canonicum (Wittenberg 1696), Ferdinand Krimer, Quaestiones canonicales in 5 libros Decretalium (Köln 1706-1709), Henricus Jacobus Zoesius, Commentarius in Jus Canonicum (Köln 1725) und Das öffentliche allgemeine Kirchenrecht (Frankfurt 1779-1781).

2.17 Die vierte Hauptgruppe bilden 327 Werke zur Medizin, darunter Galens Opera (Basel 1572), Andreas Vesalius' De humani corporis fabrica libri 7 (Basel 1543) und Hippokrates' Opera (Basel 1546). Auch spätere Ausgaben der Hippokratischen Schriften liegen vor (z. B. Wien 1743, Basel 1748) sowie Petrus Forestus, Observationum et curationum medicinalium ...libri XXVIII (Frankfurt 1602). An medizinischen Lexika besitzt die Bibliothek Stephanus Blancardus, Lexicon medicum renovatum (Magdeburg 1739), Johann Philipp Burggrav, Lexicon medicum universale (Frankfurt 1733), Heinrich Schulz, Historia medicinae, a rerum initio ad annum urbis Romae DXXXV deducta (Leipzig 1728) sowie Hermann Teichmeyers Lehrbuch Institutiones materiae medicinae (Jena 1737).

2.18 Das Fach Philosophie (694 Titel) gliedert sich in die Unterabteilungen Logica, Metaphysica et Philosophia Moralis, Physica, Chemica naturalis und Historia naturalis. Hervorzuheben sind Theodor Zwinger, Morum philosophia (Basel 1575), Melanchthon, Dialectica (Basel 1576) und Marsilius, Opera (Basel 1576). Schon zur Zeit der Bibliotheksgründung wurden Jean-Jacques Rousseaus Émile (Leipzig 1762) und Voltaires Candide (Berlin 1778) erworben.

2.19 Die Sammlung zu den Naturwissenschaften enthält 24 botanische Werke (6 in Deutsch). Erwähnung verdient die Leipziger Ausgabe des Nomenclator Botanicus von Carl von Linné (1772), die noch zu seinen Lebzeiten erschien. Von den 43 zoologischen Werken sind 17 in Deutsch. Die Metallurgie ist mit 39 Werken vertreten, darunter 26 Germanica, u. a. Georg Agricolas De re metallica libri 12 (Basel 1557) und das interessante Werk Medicina metallorum (Leipzig 1727). Zur Physik liegen 146 Titel vor. Unter den 65 Germanica finden sich Jean Bodin, Universae naturae theatrum (Frankfurt 1597), Johannes Schoeder, Pharmacopoea medico-chymica (Ulm 1685), Johannes Zahn, Specula physico-mathematico-historica (Nürnberg 1696), Tiberius Cavallo, Versuch über die Anwendung der medizinischen Elektrizität (Leipzig 1780) und Jean Antoine Nollet, Versuch einer Abhandlung von der Elektricität der Cörper (Erfurt 1749). Der Bestand zur Ökonomie besteht zu 50 Prozent aus Germanica. Hinzuweisen ist schließlich auf Literatur zum Weinbau und zur Weinkultur: von den 10 Titeln wurden 6 im 18. Jh in Deutschland verlegt, 3 davon in Leipzig. Zur Mathematik als weitere Untergruppe der Naturwissenschaften finden sich 79 Werke, darunter zahlreiche Germanica. Erwähnung verdienen Ptolemäus, Opera, quae extant omnia (Basel 1541) und Archimedes, Opera Graeca Latina (Basel 1544).

2.20 Die Fachgruppe Philologia et Paedagogia cum Historia Literaria (916 Titel) gliedert sich in die Unterabteilungen De educatione juventutis, Historia Literaria und Linguistica. Bedeutende Werke zur Sprachgeschichte sind Priscianus, Grammaticus ... Libri omnes (Köln 1528) sowie Calepinus, Dictionarium (Basel 1555) und sein Lexicon (Passau 1752). Von den Lexika und Wörterbüchern erschienen 30 bis 40 Prozent im deutschen Sprachgebiet; dasselbe gilt für die Bibliographien. Von Plutarch liegen die Titel Graecorum Romanorumque illustrium vitae (Basel 1535) und Lebensbeschreibungen (Leipzig 1754) vor. Für die bibliothekarische Arbeit ist Jöchers Allgemeines Gelehrten Lexikon (Leipzig 1750) von Bedeutung.

2.21 Die lateinischen und griechischen Klassiker sind fast lückenlos in der Sondersammlung und auch im Allgemeinbestand vorhanden. Es finden sich mehrere Ausgaben der Werke von Herodot, Horaz, Platon, Plinius u. a. Erwähnenswert sind Platons Werke in der Baseler Ausgabe von 1561, die Reden von Demosthenes in der Ingolstädter Ausgabe von 1605, Sämtliche Werke von Plutarch in der Frankfurter Ausgabe von 1620 sowie Ciceros Epistolae familiares (Halle 1726 und Berlin 1747). An Kommentaren zu den griechisch-römischen Klassikern sind Gessners Bearbeitung von Cato (Leipzig 1773) und Johannes Boeclers Werk über Tacitus (Straßburg 1643) zu nennen.

2.22 20 Prozent der Redensammlungen in der Gruppe Poemata, Odae, Carmina diversi generis (281 Titel) sind Germanica. Die Gruppe der Sammelbände (20 Bde) umfaßt 580 Titel, von denen im deutschen Sprachgebiet 214 in Latein und 74 in Deutsch erschienen sind. 9 Titel sind in deutscher Sprache im Gebiet des historischen Ungarn erschienen. Hier eingeordnet wurde auch eine Sammlung medizinischer Dissertationen aus Halle (106 Titel aus den Jahren 1690 bis 1720). Die beiden letzten Fachgruppen des Catalogus materiarum beinhalten Literatur zu den Artes Liberales (Malerei, Skulptur, Musik; 23 Titel) und Miscellanea (151 Titel). Darüber hinaus verzeichnet der Katalog bei Lexika und Wörterbüchern 10 Prozent mit Bezug zu Deutschland und mehr als 10 Prozent aus dem deutschen Sprachgebiet.

2.23 György Klimo hat während seiner Sammeltätigkeit mehrere Exlibris verfertigen lassen. Ein besonderes, seltenes Stück wurde 1690 in Salzburg gedruckt und ist u. a. in Joannes Adam Webers Discursus curiosi et fructuosi (Salzburg 1673) zu finden.

Alte Ungarische Bibliothek

2.24 Die Sammlung besteht aus Drucken des historischen Ungarn und aus im Ausland bis 1711 erschienenen Werken ungarischer Verfasser. Sie stellt einen besonders wertvollen Bestand dar. Die lateinischsprachigen Werke ungarischer Autoren wurden überwiegend in Ungarn publiziert (16. Jh 4, 17. Jh 167), aber auch im deutschen Sprachgebiet (2 Inkunabeln, 16. Jh 19, 17. Jh 26) und im sonstigen Ausland (eine Inkunabel, 16. Jh 4, 17. Jh 52, frühes 18. Jh 25). Werke in ungarischer Sprache erschienen sowohl in Ungarn (16. Jh 9, 17. Jh 53, frühes 18. Jh 10) als auch im Ausland (16. Jh 9, 17. Jh 28, frühes 18. Jh 8). Außerdem finden sich in der Sammlung ein deutschsprachiger Titel aus dem deutschen Sprachgebiet und ein deutschsprachiges Werk aus Ungarn.

Zeitschriftensammlung

2.25 Im Zeitschriftenbestand von 3500 Titeln (72.000 Bde) sind 149 deutschsprachige oder aus deutschem Sprachgebiet stammende Periodika. Thematisch verteilen sie sich auf Zeitschriften allgemeinen, lexikalischen und enzyklopädischen Inhalts (Deutschland 13, Ausland 2), Philosophie, Theologie und Religion (Deutschland 6, Ausland 2), Gesellschaftswissenschaften (Deutschland 43, Ungarn 4, Ausland 2), Naturwissenschaften (Deutschland 4), Sprachwissenschaft (Deutschland einer), Literatur (Deutschland 12), Kunst (Deutschland 12, Ausland einer), Zeitschriften vermischten Inhalts (Deutschland 15, Ungarn 14, Ausland 3) sowie Tage- und Wochenblätter (Deutschland 6, Ungarn 11).

2.26 Zu den ältesten Titeln der Sammlung gehören die Acta Eruditorum (Leipzig 1682-1732) und ihre Fortsetzung Nova Acta Eruditorum (Leipzig 1733-1751) sowie die Wiener Kirchenzeitung (1788-1789). Der weitaus größte Teil der Titel durch alle Fachgebiete stammt jedoch aus dem 19. Jh. Den umfangreichen Bestand zu den Gesellschaftswissenschaften repräsentieren die Kritische Vierteljahresschrift für Rechtswissenschaft und Gesetzgebung des Auslandes (Heidelberg 1829-1856), die Zeitschrift für Österreichische Rechtsgelehrsamkeit und Politische Gesetzkunde (Wien 1825-1845), die Historisch-politischen Blätter für das katholische Deutschland (München 1838-1848), Der Jurist (Wien 1839-1848), die Kritische Vierteljahrschrift für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft (München 1859-1940), die Zeitschrift für das Gesamte Handelsrecht (Erlangen und Stuttgart 1860-1906) sowie die Zeitschrift für Kapital und Rente (Stuttgart 1864-1870). Den Bestand der in Deutschland erschienenen naturwissenschaftlichen Periodika bilden die Bibliothek der practischen Heilkunde (Berlin 1817-1847), das Polytechnische Journal (Stuttgart 1829-1839), die Mittheilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt (Gotha 1856-1872) und die Österreichische militärische Zeitschrift (Wien 1811-1839).

2.27 In die Bereiche Literatur und Kunst gehören die Heidelberger Jahrbücher der Literatur (1832-1837), die Blätter für literarische Unterhaltung (Leipzig 1867-1891), das Literarische Zentralblatt für Deutschland (Leipzig 1882-1944) sowie die Zeitschrift für bildende Kunst (Leipzig 1867-1871) und die Zeitschrift des Kunst- und Gewerbevereins in München (Leipzig und München 1879-1897). In der Gruppe Zeitschriften vermischten Inhalts finden sich u. a. Das Ausland (München, Stuttgart und Tübingen 1829-1835), Das Pfennig-Magazin (Leipzig 1834-1848), Unsere Zeit (Leipzig 1857-1882), Deutscher Hausschatz (Regensburg, New York und Cincinnati 1875-1908) und Pannonia (Preßburg 1847). Unter den Tage- und Wochenblättern sind der Österreichische Beobachter (Wien 1813-1839), der Merkur von Ungarn (Pest 1786-1787), die Zeitschrift von und für Ungern (Pest 1802-1804), das Pesther Tageblatt (1839-1843), die Sonntags-Zeitung (Pest 1855-1859), die Ungarische Revue (Budapest 1881-1895), die Arader Zeitung (Arad 1860-1882), die Kaschauer Zeitung (1874-1882), die Oedenburger Nachrichten (1870-1875) und die Oedenburger Zeitung (1876-1882).

2.28 Weitere Sondersammlungen, die aber kaum historische Drucke thalten, sind die Parlaments- und Landtagssammmlung, die Universitätssammlung, die Kartensammlung und die Handschriftensammlung.

3. KATALOGE

3.1 Moderne allgemeine Kataloge

Zentralbibliothek:

Alphabetischer Katalog

Serienkatalog

Stichwortkatalog

Standortkatalog [Dienstkatalog]

[alle Kataloge mschr., in Zettelform]

3.2 Moderne Sonderkataloge

Alphabetischer Katalog des Lesesaalbestandes

Fachkatalog des Lesesaalbestandes

Alphabetischer Katalog der Handbibliothek des Forschungssaals

Alphabetischer Katalog des Ausleihbestandes

Standortkatalog der Klimo-Bibliothek

[Dienstkatalog, mit Titelblattphotos]

Alphabetischer Titelblatt-Photokatalog

Alphabetischer Katalog der Alten Ungarischen Bibliothek [mit Titelblattphotos ergänzt]

Inkunabelkatalog

Alphabetischer Zeitschriftenkatalog

Chronologischer Katalog der Parlamentssammlung

Alphabetischer Katalog der Universitätssammlung

Dezimalkatalog der Universitätssammlung

Pannonia-Katalog

[geführt bis 1970]

Literaturhistorischer Katalog

[geführt bis 1994]

Zentralkatalog der Filialbibliotheken

[alphabetische und fachliche Ordnung; geführt bis 1990]

Zuwachskatalog der Filialbibliotheken

Alphabetischer Katalog der Pflichtexemplarverteilung

[alle Kataloge mschr., in Zettelform]

EDV-Katalog

[seit 01.01.1991; erfaßt die Neuerwerbungen seit 15.12.1990; BCS full-text search]

Die Zettelkataloge der Bibliothek entsprechen zu 80 Prozent den internationalen Normen.

3.3 Historische Kataloge

Catalogus materiarum

[hschr.; zwischen 1830 und 1838 zusammengestellter systematischer Katalog der Klimo-Bibliothek in 3 Folianten]

Catalogus alphabeticus auctorum

[hschr.; zwischen 1830 und 1838 zusammengestellter Katalog der Klimo-Bibliothek in 3 Folianten]

4. DARSTELLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER BIBLIOTHEK

4.1 Archivalien

Die zur Verfügung stehenden Archivalien befinden sich an drei Standorten: im Archiv der Bischöflichen Bibliothek [von den Anfängen bis 1923, das Material ist sehr lückenhaft, Sammlung in Faszikeln], in der Bibliotheksgeschichtlichen Dokumentensammlung der Universitätsbibliothek und im Archiv der Bibliothek [für interne Verwendungszwecke].

4.2 Darstellungen

Közlemények a Pécsi Egyetemi Könyvtárból [Mitteilungen aus der Universitätsbibliothek in Pécs]. Pécs 1931-1950 [52 Hefte]

Szabó, Pál: A. M. Kir. Erzsébet Tudományegyetem és irodalmi munkássága [Die Königlich Ungarische Elisabeth-Universität und ihre literarische Tätigkeit]. Pécs 1940 [zur Universitätsbibliothek S. 184-197]

Fényes, Miklós (Hrsg.): Pécsi Egyetemi Könyvtár. Jubileumi évkönyv. 1774-1974 [Die Universitätsbibliothek in Pécs. Jubiläumsjahrbuch 1774-1974]. Pécs 1974

Boda, Miklósné: Fitz József a Pécsi Egyetemi Könyvtár élén. 1930-1934 [József Fitz an der Spitze der Universitätsbibliothek in Pécs. 1930-1934]. Pécs 1974 [Sonderdruck der S. 117-161 aus dem Jubiläumsjahrbuch]

Fényes, Miklós: Az Egyetemi Könyvtár [Die Universitätsbibliothek]. In: Fejezetek a Pécsi Egyetem történetébol [Episoden aus der Geschichte der Universität in Pécs]. Pécs 1980, S. 350-361

Zur Geschichte der Klimo-Bibliothek:

Fényes, Miklós: A Pécsi Klimo-könyvtár átrendezése az 1830-as években. Adalékok a Pécsi Egyetemi Könyvtár történetéhez [Die neue Unterbringung der Klimo-Bibliothek in Pécs in den dreißiger Jahren des 19. Jhs]. Pécs 1965 (Tanulmányok a Pécsi Egyetemi Könyvtár történetébol, U.F. 4)

Fényes, Miklós: A Pécsi Egyetemi Könyvtár története. Pécsi Püspöki Könyvtár. 1774-1923 [Geschichte der Universitätsbibliothek. Die Bischöfliche Bibliothek in Pécs. 1774-1923]. Pécs 1974 [Sonderdruck der S. 9-113 aus dem Jubiläumsjahrbuch]

5. VERÖFFENTLICHUNGEN ZU DEN BESTÄNDEN

Közlemények a Pécsi Egyetemi Könyvtárból. Új sorozat [Mitteilungen aus der Universitätsbibliothek. N. F.]. [In den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts sind 5 Hefte im Druck erschienen, die thematisch geordnete Informationen über die historischen Bestände der Bibliothek vermitteln.]

Boda, Miklós: Három évszázad könyvtártörténeti emlékei a Klimogyujteményben [Aus der 300jährigen Geschichte der Klimo-Bibliothek]. Pécs 1974 [Sonderdruck der S. 165-191 aus dem Jubiläumsjahrbuch]

Fényes, Miklós: A Pécsi Tudományegyetem Kisebbségi Intézetének könyvtára és adattára. A nemzetiségi dokumentáció elso hazai bázisa [Die Bibliothek und Datensammlung des Instituts der Minderheiten an der Universität in Pécs. Erste heimische Basis der Nationalitätendokumentation]. In: Könyvtári Figyelo [Bulletin der Bibliotheken] 20 (1974) S. 236-241

Hernády, Ferenc: A Pressefreie Flugblätter elso száma [Die erste Nummer der Pressefreien Flugblätter]. In: Magyar Könyvszemle [Ungarische Bücherschau] 75 (1958) S. 364-366

Hoóz, Istvánné: A Pécsi Egyetemi Könyvtár folyóiratállományának alakulása és összetétele [Der Aufbau und die Zusammensetzung der Zeitschriftensammlung der Universitätsbibliothek in Pécs]. Pécs 1974 [Sonderdruck der S. 195-219 aus dem Jubiläumsjahrbuch]

Stand: Oktober 1995

Miklós Fényes (†)


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.