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Tovacov [Tobitschau]

Schloßbibliothek

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Das Schloß gelangte 1715 in den Besitz der Freiherren Petrvalder von Petrvald, auf die auch der älteste Teil der heutigen Bibliothek zurückgeht. Besonders zu nennen ist Amadeus Anton von Petrvald (†1762). Die ursprüngliche Schloßbibliothek ==== der Herren von Cimburk und Tovacov befand sich seit dem Ende des 16. Jhs nicht mehr in Tobitschau. Seit 1763 gehörte das Schloß den Grafen von Küenburg, von denen sich vor allem Franz Joseph Graf von Küenburg (1714-1793) um die Bibliothek verdient gemacht hat.

1.2 Ein Teil der Bibliothek gelangte später in die Schlösser Mladá Vozice [Jungwoschitz] und Rájec nad Svitavou [Raitz] (s. Einträge dort). Zur Sammlung gehören auch Bücher aus dem Besitz der Grafen Franz Joseph Philipp (1669-1727) und Karl Joseph Hodický z Hodic ( †um 1784). Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Bibliothek unter die Verwaltung des Nationalmuseums in Prag. Heute befindet sie sich im Besitz des Landesarchivs in Troppau [Zemský archiv v Opave].

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

2.1 Die Bibliothek umfaßt 376 Bde, darunter 18 Hss. 30 Bde stammen aus dem 16. Jh, die übrigen aus dem 17., 18. und frühen 19. Jh.

2.2 Die Sammlung ist spezialisiert auf esoterische, magische, kabbalistische, alchemistische und chemische Literatur. Daneben finden sich metallurgische, mineralogische und medizinische Titel. Aus dem 16. Jh ist z. B. bemerkenswert Jabir ibn Haijan, Alchemiae Gebri Arabis philosophi solertissimi ... (Bern 1545). Seltene Werke aus dem 17. Jh sind Ludovicus de Comitibus, Metallorum ac mettalicorum naturae operum (Köln 1665); Edward Kelley, Tractatus duo egregii de lapide philosophorum ... (Hamburg 1676); Johann Rudolph Glauber, Tractatus de medicina universalis (Amsterdam 1657); Joel Langelott, Epistola ad præcellentissimos naturæ curiosos (Hamburg 1672) sowie Martinus del Rio, Disquisitionum magicarum libri sex ... (Köln 1679). Unter den Titeln zur Chemie aus dem 18. Jh sind Werke von Johann Rudolf Glauber besonders zahlreich vertreten. Bei den historischen deutschen Druckorten dominieren Frankfurt a. M., Leipzig, Nürnberg und Hamburg; hinzu kommen Drucke aus Breslau.

3. KATALOGE

3.1 Moderner Katalog

Standortkatalog [erstellt 1971]

3.2 Historischer Katalog

Catalogus bibliothecae excellentissimi comitis Francisci de Kienburg in Tobitschau [erstellt in den sechziger Jahren des 18. Jhs; befindet sich in der Schloßbibliothek Mladá Vozice; Signatur R 62]

4. DARSTELLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER BIBLIOTHEK

Elvert, Christian d': Die Bibliotheken und andere wissenschaftliche Kunst- und Alterthums-Sammlungen in Mähren und österreichisch Schlesien. In: Schriften der historisch-statistischen Sektion der k.u.k. mähr. schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde. Heft 3. Brünn 1852, S. 109-110

Ševcík, Erich: Usporádání tovacovské zámecke knihovny [Veranstaltung der Schloßbibliothek ==== Tobitschau]. In: Informace Severomoravského archivu v Opave [Nachrichten des Nordmährischen Archivs in Troppau] 10 (1972) S. 11

Mašek, Petr: Zámecká knihovna Tovacov [Die Schloßbibliothek Tobitschau]. In: Muzejní a vlastivedná prace [Museums- und heimatkundliche Arbeiten] 32 (1994) Nr. 4, S. 241-243

Stand: Dezember 1996

Petr Mašek


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.