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Centralna biblioteka na Sofijskija universitet Sv. Kliment Ohridski

Zentralbibliothek der Sofioter Universität Hl. Kliment Ohridski


Adresse. Zar Osvoboditel Bul. 115, 1504 Sofija
Telefon. (02) 46 75 84
Telefax. (02) 46 71 70
e-mail. [lsu@libsu.uni-sofia.bg]
Internet. //www.libsu.uni-sofia.bg
Bibliothekssigel. < UB >

Unterhaltsträger. Ministerstvo na obrazovanieto i naukata [Ministerium für Bildung und Wissenschaft]
Funktionen. Universitätsbibliothek und zentrale Wissenschaftliche Bibliothek.
Sammelgebiete. Alle Wissensgebiete.

Benutzungsmöglichkeiten. Präsenzbibliothek (mit streng begrenzter Ausleihe). - Öffnungszeiten: Kataloge und Lesesäle: Montag bis Freitag 8-16.30 Uhr, Samstag 8-18 Uhr; Lesesaal für alte und wertvolle Drucke: Montag bis Freitag 8-17 Uhr. - Leihverkehr: nationaler und internat. Leihverkehr.
Technische Einrichtungen. Kopiergeräte, Mikrofilm- und Mikrofiche-Lesegeräte, Reprographie-Abteilung und Fotolabor, PC-Network.
Gedruckte Informationen. Spatnik na citatelja [Führer für Leser]. Sofija 1954. - Universitetska biblioteka. Jubileen ukazatel [Universitätsbibliothek. Jubiläumsanzeiger]. Sofija 1988.
Hinweise für anreisende Benutzer. Busverbindung (Linien 9, 84, 94, 280, 306), Trolleybusse (Linien 1, 2, 4, 7, 11) bis Haltestelle Sofijski universitet. - Parkmöglichkeiten bei der Bibliothek.

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Die Universitätsbibliothek Sofia wurde gleichzeitig mit der Universität im Jahre 1888 gegründet. Schon in den ersten Jahren wurde in großem Umfang ausländische wissenschaftliche Literatur gekauft. Deutsche Werke wurden vorwiegend von Leipziger Verlagen und Buchhandlungen wie Koehler, Harrassowitz, Graf, Fock, Hiersemann und vor allem Brockhaus bezogen. Unter den ersten Eingängen waren in Deutschland publizierte Werke in lateinischer Sprache: das Corpus inscriptionum Latinarum (Berlin 1863-1899), das Corpus juris civilis (Leipzig 1830-1833), der Codex Theodosianus (Leipzig 1736-1743) und das Corpus scriptorum historiae Busantinae (Bonn 1828-1897). Auch 40 Prozent der erworbenen Zeitschriften waren in deutscher Sprache.

1.2 Im Jahre 1890 schenkte das bulgarische Bildungsministerium der Bibliothek eine 1586 in Frankfurt a. M. erschienene Ausgabe der Antiquitates des Dionysius von Halicarnassos. Dies war unter den Alten Drucken das erste Werk aus dem deutschsprachigen Bereich. Im Jahre 1899 erhielt die Universitätsbibliothek als Schenkungen die privaten Büchersammlungen der Universitätsmitglieder Prof. Michael Dragomanov aus der Ukraine (mit 12 Prozent Literatur in deutscher Sprache) und Alfred Oden aus der Schweiz (mit 30 Prozent deutschsprachiger Literatur).

1.3 Insgesamt nimmt die Literatur aus dem deutschen Sprachgebiet die erste Stelle im historischen Gesamtbestand der Bibliothek ein. Der Anteil von Drucken aus dem deutschsprachigen Bereich beläuft sich auf 29 Prozent, denen 23 Prozent französische Drucke, 22 Prozent russische, 13 Prozent bulgarische, 3 Prozent englische und 10 Prozent in anderen Sprachen gegenüberstehen. Diese Verteilung erklärt sich vor allem daraus, daß viele Universitätsmitglieder Studien an verschiedenen deutschen Universitäten absolvierten. So studierten der Sofioter Philosophieprofessor Ivan Georgov (1862-1936) und der Chemieprofessor Nikola Dobrev (1861-1925) in Jena, der Professor der Mathematik Emanuil Ivanov (1857-1925) an der Technischen Hochschule München, der Professor der Organischen Chemie Penco Rajkov (1867-1940) in Leipzig, der Professor der Bulgarischen Philologie Benju Conev (1863-1926) in Wien und Leipzig, der Professor für vergleichende Literaturgeschichte Ivan Šišmanov (1862-1928) in Jena, Genf und Leipzig und der Juraprofessor Josif Fadenhecht (1873-1953) in Leipzig und Göttingen.

1.4 Von Interesse sind auch die der Bibliothek zwischen 1904 und 1940 als Geschenk überlassenen Bibliotheken von bedeutenden bulgarischen Wissenschaftlern, wie Bojan Penev, Ivan Šišmanov, Rajko Goranov, Ljubomir Miletic, Atanas Iširkov, Josif Kovacev, Stefan Petkov u. a. Dazu zählen auch der Sofioter Pädagogikprofessor Hristo Negencov (1881-1956, studierte in Jena, Leipzig und Zürich) sowie der Professor für Geologie und Paläontologie Stefan Boncev (*1870, studierte in Genf, Zürich und München). In diesen Bibliotheken finden sich deutsche Titel in erheblicher Zahl. Zum Bestand der Bibliothek gehört auch die persönliche Bibliothek des ersten Professors für Germanistik, Konstantin Galabov (1892-1980), der in Göttingen und Kiel studiert hatte.

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

Chronologische Übersicht und Übersicht nach Sprachen

2.1 Der Gesamtbestand belief sich Ende 1994 auf 1.628.660 Bde, von denen rund 185.000 Bde in deutscher Sprache sind (11,36 Prozent).

2.2 Der historische Bestand aus dem deutschsprachigen Bereich vom 16. Jh bis zum Ende des 18. Jhs ist relativ gering. Er beläuft sich auf 136 Titel in 255 Bdn. Dieser Bestand wird in der Abteilung für seltene und wertvolle Drucke aufbewahrt, zusammen mit historischen Drucken aus anderen Ländern, aber getrennt vom bulgarischen Altbestand. Im einzelnen verteilt sich der Bestand auf 12 Titel aus dem 16. Jh (einer in deutscher Sprache, 6 in lateinischer und 5 in griechischer), 20 Titel aus dem 17. Jh (8 in deutscher Sprache, 10 in lateinischer, einer in griechischer und einer in französischer) und 104 Titel aus dem 18. Jh (55 in deutscher Sprache, 37 in lateinischer, 3 in griechischer, 6 in französischer und 3 in italienischer).

2.3 Etwa 13.000 deutschsprachige Bände stammen aus dem 19. Jh. Sie machen den größten Anteil des fremdsprachigen Bestandes aus dieser Zeit aus. Titel in Latein, Französisch oder Serbisch liegen in weitaus geringerer Zahl vor, erwähnenswert sind jedoch 48 bulgarische, in Wien verlegte Bücher (davon die meisten bei dem Buchhändler L. Sommer). Die chronologische Verteilung des deutschsprachigen Bestandes im 19. Jh läßt sich schwer bestimmen. Während aus der ersten Jahrhunderthälfte nur wenige Titel vorliegen, steigt die Zahl im Zeitraum von 1850 bis 1870 etwas an. In der Zeit nach 1880 macht der deutschsprachige Bestand den weitaus größten Teil des wissenschaftlichen Altbestandes aus. Von den 146 deutschen Zeitschriftentiteln des 19. Jhs (40 Prozent der fremdsprachigen Periodika dieser Zeit) stammen 8 aus der Zeit vor 1850, 22 aus dem Zeitraum von 1850 bis 1870 und 116 aus der Zeit nach 1880. Diese Verteilung dürfte auch für den gesamten historischen Bestand gelten.

Systematische Übersicht

2.4 Die deutschen Drucke des 16. und 17. Jhs verteilen sich über eine Reihe von Fächern mit einem Schwerpunkt in der Geschichte. Der älteste Druck ist eine Ausgabe der Opera des Archimedes (Basel 1544). Von der Türkischen Chronika liegen zwei Ausgaben vor, darunter eine illustrierte (Frankfurt: Feyerabend 1577). Ebenfalls vorhanden sind die Chronicorum Turcorum tomus primus ... von Philipp Lonicer (Frankfurt 1584) und die Annales Sultanorum Othmanidarum von Johannes Leunclavius (Frankfurt 1588). Die Bibliothek besitzt außerdem eine Ausgabe von Caesars Commentarii de bello Gallico (Frankfurt a. M. 1575) und die zweite Auflage der Rerum Ungaricarum decades von Antonio Bonfini (Frankfurt a. M. 1581).

2.5 Einige ältere Reisebeschreibungen sind wegen ihres Bezuges zu Bulgarien von besonderem Interesse. Dazu gehören Salomon Schweiggers Eine newe Reyssbeschreibung auss Teutschland nach Constantinopel und Jerusalem (Nürnberg 1608) und seine illustrierte Gezweyte newe ...Reißbeschreibung nach Constantinopel (Nürnberg 1664); weiterhin die von Christoph Jäger herausgegebene Sieben-Jährige Weltbeschauung (Nürnberg 1673), Paul Taverners Caesarea legatio quam mandante ... Leopoldo I. ad portam Ottomanicam suscepit ...Walterus S. R. J. comes de Leslie (Wien 1672), und in deutscher Übersetzung Jean Thevenots Reisebeschreibung durch Europa (Frankfurt 1693). Neben Christophorus Cellarius' Geographia antiqua juxta et nova (Halle 1698) ist schließlich eine Koran-Übersetzung (Nürnberg: Endter 1664) zu nennen, die wegen ihres völkerkundlichen Anhangs von Interesse ist.

2.6 Die Titel des 18. Jhs sind in einigen Bestandsgruppen konzentriert: Philologie, Philosophie, Theologie, Jura und Geographie. Unter den philologischen Werken sind Joachim Langes Institutiones stili Latini (Berlin 1711), zusammengebunden mit seiner Grammatica Latina und der Antiquitatum Graecorum descriptio brevis (Leipzig 1749) des Holländers Lambert Bos. Von Petrus Kohlius findet sich die wegen der Behandlung der slawischen Übersetzungen des Alten Testaments interessante Introductio in historiam et rem literariam Slavorum (Altona 1729). Zu den philologischen Titeln zählen auch Friedrich August Wolfs Prolegomena ad Homerum (Halle 1795) und Comenius' Janua linguarum reserata (Prag 1716) mit Paralleltexten in Latein, Deutsch, Italienisch und Tschechisch.

2.7 Unter den juristischen Werken sind eine Ausgabe des Strafkodex von Maria Theresia (Wien 1769) und Christian Friedrich Glücks Ausführliche Erläuterung der Pandekten (Erlangen 1797). Der älteste Titel unter den historisch-geographischen Werken ist eine reich illustrierte Geschichte des ottomanischen Reichs (Nürnberg 1718). Überdies findet sich die Historische Beschreibung der letzten Gesandtschafft an den türkischen Sultan (Augsburg 1722) von Gerhard C. Driesch, dessen Charakteristik der Balkanvölker zu den ausführlichsten in seiner Zeit gehört. Neben einer französischen Ausgabe der Mémoires sur les Turcs et les Tartares (Amsterdam 1784) von François de Tott liegt auch die deutsche Übersetzung vor, Nachrichten von den Türken und Tartarn (Frankfurt 1787). Die Scriptores rerum Hungaricarum (1746-1748) werden ergänzt durch die Geschichte des Ungrischen Reichs von Johann C. von Engel (Halle 1797-1804).

2.8 Von den theologischen Werken ist Theofan Prokopovichs bekanntes Werk Christianae Orthodoxae theologiae (Leipzig 1792-1793) zu nennen. Aus anderen Bereichen liegen als Nachschlagewerke Georg Panzers Annalen der alten teutschen Literatur (Nürnberg 1788-1805), Joseph H. von Eckhels Doctrina numorum veterum (Wien 1792-1826) und Christian Gottlieb Jöchers Allgemeines Gelehrten Lexikon (Leipzig 1750-1754) vor sowie einige bibliographische Werke. Schließlich ist als naturwissenschaftlicher Titel die Dissertatio de lunae atmosphaera (Wien 1766) des kroatischen Mathematikers und Astronomen R. Boškovic (1711-1787) zu nennen.

2.9 Unter den Beständen des 19. Jhs nimmt die Deutsche Philologie als eine der ältesten Disziplinen eine Sonderstellung ein. Eine große Sammlung (fast 50 Prozent des Bestandes) bilden die Wörterbücher in deutscher Sprache zu Etymologie, Phonetik und Terminologie, so J. und W. Grimm, Deutsches Wörterbuch (Leipzig 1854-1938), W. Mueller und F. Zarncke, Mittelhochdeutsches Wörterbuch (Leipzig 1854-1866) oder O. Schade, Altdeutsches Wörterbuch (Halle 1872). Dazu kommen Wörterbücher der Klassischen Philologie und auch der Indogermanischen und Slawischen Sprachen, so A. Fick, Wörterbuch der Indogermanischen Grundsprache (Göttingen 1868). Vertreten sind auch Werke der Literaturwissenschaft wie F. Bruemmer, Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten (Leipzig 1885) und das Archiv für Literaturgeschichte (Leipzig 1870-1887). Den größten Anteil machen Werke der deutschen Literatur aus, z. B. Schillers sämtliche Werke in zwölf Bänden (Stuttgart 1867).

2.10 Die Bibliothek besitzt auch eine gute Sammlung deutscher Bücher zur Slawischen Philologie. In deutscher Sprache finden sich u. a. die Werke der Slawisten F. Miklošic, P. Šafarik, B. Kopitar und A. Schleicher. Erwähnung verdient J. Dobrovsky, Institutiones linguae slavicae (Wien 1822).

2.11 Der Bestand zur Geschichte ist ebenfalls reich an deutschsprachigen Titeln, insbesondere Standardwerken wie Pauly-Wissowa, Real-Encyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (Stuttgart 1894-), M. Duncker, Geschichte des Altertums (Leipzig 1878-1886) und G. Zippel, Römische Herrschaft in Illyrien bis auf Augustus (Leipzig 1877). Außerdem liegt eine deutsche Übersetzung vor von Giambattista Vico, Grundzüge einer neuen Wissenschaft über die gemeinschaftliche Natur der Völker (Leipzig 1822). Auch in der Sammlung Balkanica und Bulgarica finden sich Titel des 19. Jhs wie Mustafa ben Abdalla Hadschi-Chalfa, Rumeli und Bosna geographisch beschrieben (Wien 1812); Die Heerstrasse von Belgrad nach Constantinopel und Balkanpässe (Prag 1877); A. Ischirkoff, Südbulgarien (Leipzig 1896); V. Hornyansky, Geographisches Lexikon des Königreichs Ungarn und der serbischen Woiwodschaft mit dem temescher Banate (Pest 1858) und C. Wurzbach, Biographisches Lexikon (60 Bde, Wien 1856-1891).

2.12 Die Philosophie vertreten zunächst Nachschlagewerke wie L. Noack, Historisch-biographisches Handwörterbuch zur Geschichte der Philosophie (Leipzig 1879) und F. Kirchner, Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe (Heidelberg 1890). Hegel, Kant, Feuerbach, W. Wundt, Marx, Nietzsche u. a. sind mit Gesamt- und Teilausgaben vertreten, z. B. Hegel, Werke (Berlin 1834-1887) oder Kant, Sämmtliche Werke (Leipzig 1838-1842).

2.13 Aufgrund der engen Beziehungen zwischen den deutschen und bulgarischen Universitäten im 19. Jh findet sich ein umfangreicher pädagogischer Bestand in der Bibliothek. Beispiele sind Minerva. Jahrbuch der Universitäten der Welt (Straßburg und Berlin 1-43, 1891-1938) und F. Sander, Lexikon der Pädagogik (Leipzig 1883). Unter den zahlreichen bulgarischen altgedruckten Büchern, die in Wien herausgegeben wurden, finden sich auch die ersten bulgarischen Schul- und Lesebücher der Fächer Geschichte, Geographie, Grammatik, Logik und Religion, so z. B. Ivan Momcilov, Gramatika za starobalgarsk'ija jaz'ik [Grammatik für die altbulgarische Sprache, Wien 1865], Dobri Vojnikov, Kratka balgarska istorija [Kurze bulgarische Geschichte, Wien 1861], Hristo Danov, Teoreticeska i prakticeska cislitelnica [Theoretisches und praktisches Rechnungsbuch, Wien 1868] und Vasil Stojanov-Beron, Logika [Logik, Wien 1861].

2.14 Zur Religionswissenschaft finden sich Titel wie die Real-Encyklopaedie für protestantische Theologie und Kirche (Hamburg 1854-1868), E. Riehms Handwörterbuch des Biblischen Altertums für gebildete Bibelleser (Bielefeld 1884) und ein Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie (Leipzig 1884-1924). Den geringen Bestand zur Kunst vertritt F. Brulliots Dictionnaire des monogrammes, marques, figures, lettres, initiales, noms abrégés etc. (München 1832-1834).

2.15 An juristischer deutscher Literatur des 19. Jhs liegen Grundlagenwerke vor wie das Rechtslexikon für Juristen (Leipzig 1844-1862), das Controversen Lexikon des römischen Civilrechts von C. Matthiae (Leipzig 1859-1864) oder das Wörterbuch des Deutschen Verwaltungsrechts (Freiburg 1890-1897). Obwohl die Wirtschaftswissenschaften kein typisches Sammelgebiet der Bibliothek waren, sind hierzu doch einige historische Titel vorhanden, so u. a. K. Murhard, Theorie des Geldes und der Münze (Altenburg 1817), L. Fort, Neuestes Universal-Lexicon der gesammten kaufmännischen Wissenschaften (Leipzig 1868) oder Allgemeines Fremdwörterbuch für Handel und Gewerbe (Leipzig 1863).

2.16 Aufgrund der schnellen Entwicklung der Naturwissenschaften im 19. Jh wuchs der Zeitschriftenbestand in diesen Fächern überproportional. Die Erwerbungen bei den Monographien blieben dagegen etwas zurück, verteilen sich jedoch auf alle Gebiete. Zur Mathematik (Algebra, Geometrie, Mechanik u. a.) finden sich z. B. Isaac Newton, Mathematische Principien der Naturlehre (Berlin 1872), Ein Mathematisches Handbuch der alten Ägypter (Leipzig 1877), F. Wolff, Lehrbuch der Geometrie (Leipzig 1886), A. Enneper, Elliptische Functionen (Halle 1890) und S. Lie, Vorlesungen über Differentialgleichungen mit bekannten infinitesimalen Transformationen (Leipzig 1891).

2.17 Auch zur Physik (Theoretische Physik, Optik, Akustik, Elektrizität, Methodik der physikalischen Untersuchungen) ist der Bestand reich an Standardwerken des späten 19. Jhs, darunter W. Thomson und P. Tait, Handbuch der Theoretischen Physik (Braunschweig 1871-1874), H. Klein, Theorie der Elasticität, Akustik und Optik (Braunschweig 1877) und H. Hertz, Gesammelte Werke (Leipzig 1894-1895).

2.18 Das gleiche gilt für die Chemischen Wissenschaften (Allgemeine, Organische, Anorganische, Analytische und Physiko-Chemie), die ebenfalls Standardwerke aufweisen wie F. Beilstein, Handbuch der organischen Chemie (Hamburg und Leipzig 1886-1890), V. Meyer und P. Jacobson, Lehrbuch der Organischen Chemie (Leipzig 1893-1903) und F. Moehr, Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode (Braunschweig 1886). Auch die chemische Fakultätsbibliothek besitzt einige Schriftenreihen aus dem 19. Jh, so die Sammlung Chemischer und Chemisch-technischer Vorträge (30 Bde, Stuttgart 1896-1929).

2.19 Der größte deutschsprachige Teilbestand des 19. Jhs befindet sich in den Zweigbibliotheken der Geologie und der Geochemie. Es handelt sich um Geschenke aus der Bibliothek von Georgi Zlatarski (1854-1909), dem Begründer der geologischen Wissenschaften in Bulgarien. Erwähnt seien R. Zuber, Karte der Petroleum-Gebiete in Galizien (Lemberg 1897), C. Vogt, Lehrbuch der Geologie und Petrefactenkunde (Braunschweig 1879), K. Zittel, Handbuch der Paläontologie (München u. a. 1876-1890) und Aus der Urzeit (München 1871-1872), H. Vogelsang, Philosophie der Geologie und mikroskopische Gesteinsstudien (Bonn 1867), A. Goldfuss, Petrefacta Germaniae (Leipzig 1862), G. F. Naumann, Lehrbuch der Kristallographie (Leipzig 1830) und A. Quenstedt, Handbuch der Mineralogie (Tübingen 1855).

2.20 Auch zu Biologie, Zoologie und Botanik liegen zahlreiche deutsche Drucke, teils in Latein, vor, wie C. Linné, Species plantarum (Berlin 1799-1810) oder seine Schrift Systema vegetabilium (Göttingen 1825-1828), L. Reichenbach, Flora Germanica Excursoria (Dresden 1830-1832), E. Boissier, Diagnoses Plantarum orientalium novarum (Leipzig 1842-1859) und C. Bech, Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina (Wien 1886-1891). Zu Zoologie und Naturkunde finden sich J. Carus und C. Gerstaecker, Handbuch der Zoologie (Wien 1885) sowie E. Haeckel, Die Radiolaren (Berlin 1862-1887) und Natürliche Schöpfungsgeschichte (Berlin 1889).

2.21 An deutschen Zeitschriften sind 77 Titel aus dem Bereich Geisteswissenschaften vorhanden, 64 Titel aus dem Bereich Naturwissenschaften und 5 aus Grenzgebieten, die meisten vollständig. Genannt seien die Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung auf dem Gebiete der indogermanischen Sprachen (1-68, 1852-1943), das Archiv für Strafrecht und Strafprozess (1-75, 1853-1930), Petermanns Geographische Mitteilungen (1-91, 1855-1945), die Zeitschrift für Mathematik und Physik (1-64, 1856-1917), die Historische Zeitschrift (1-168, 1859-1944), die Zeitschrift für analytische Chemie (1-127, 1862-1944), Chemische Berichte (1-55, 1868-1922) und die Annalen der Physik und Chemie (7-305, 1824-1899).

3. KATALOGE

3.1 Moderne allgemeine Kataloge

Alphabetischer Katalog der Bücher in lateinischer Schrift, erworben bis 1938

[mit verkürzten bibliographischen Angaben, nach PI]

Systematischer Katalog der Bücher, erworben bis 1938

[geordnet nach dem Klassifikationsschema der Bibliothek der Freien Universität zu Brüssel]

Alphabetischer Katalog der Bücher in lateinischer Schrift, erworben nach 1938

[Zettelkatalog im modernen internationalen Format]

Systematischer Katalog der Bücher, erworben nach 1938

[geordnet nach dem Klassifikationsschema der wissenschaftlichen und größeren allgemeinen Bibliotheken in Bulgarien, eingeführt 1960]

Alphabetischer Katalog der periodischen Schriften in lateinischer Schrift

[umfaßt die gesamten Periodika der Zentralbibliothek; angelegt 1941-1942]

[alle Kataloge in Zettelform]

3.2 Moderne Sonderkataloge

Alphabetischer Katalog des Handbuchbestandes in lateinischer Schrift

[einschließlich der Zweigbibliotheken]

Systematischer Katalog des Handbuchbestandes

[einschließlich der Zweigbibliotheken]

Katalog der Dissertationen

[geographisch-alphabetischer Katalog, geordnet nach Ländern, Städten und Universitäten]

[alle Kataloge in Zettelform]

4. DARSTELLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER BIBLIOTHEK

4.1 Archivalien

Archiv der Sofioter Universität. Protokolle des Akademierates [aufbewahrt im Sofioter Staatlichen Bezirks- und Staatsarchiv, Bestand 994, Beschr. 2, Arch. Einh. 2 und 3]

Archiv der Universitätsbibliothek

Inventar-Tagebuch UB 1 III, S. 18-20

Inventar-Tagebuch UB 1 IIIá, S. 52

Inventar-Tagebuch UB 1 IIIí

4.2 Darstellungen

Arnaudov, Mihail: Istorija na Sofijskija universitet Sv. Kliment Ohridski prez parvoto mu polustoletie: 1888-1938 [Die Geschichte der Sofioter Universität Hl. Kliment Ohridski während der ersten Jahrhunderthälfte ihres Bestehens: 1888-1938]. Sofija 1939

Canev, Dimitar u. a.: Istorija na Sofijskija universitet Sv. Kliment Ohridski [Die Geschichte der Sofioter Universität Hl. Kliment Ohridski]. Sofija 1988

100 godini Universitetska biblioteka. 1888-1988. Jubileen sbornik [Einhundert Jahre Universitätsbibliothek. 1888-1988. Jubiläumssammelband]. Elena Kirova (Red.). Sofija 1989

5. VERÖFFENTLICHUNGEN ZU DEN BESTÄNDEN

Bur, Marta: Hungarika v Sofijskite biblioteki [Hungarica in den Sofioter Bibliotheken]. In: Prozorec [Fenster] 11 (1985) S. 12-13

Nemski i avstrijski patepisi za Balkanite: XV-XVI v. /Uvod, podbor i komentar M. Jonov [Deutsche und österreichische Reisebeschreibungen des Balkans: 15. bis 16. Jh. / Einleitung, Auswahl und Kommentar von M. Jonov]. Sofija 1979

Nemski i avstrijski patepisi za Balkanite: XVII-sredata na XVIII v. / Uvod, podbor i komentar M. Jonov [Deutsche und österreichische Reisebeschreibungen des Balkans: Vom 17. bis zur Mitte des 18. Jhs / Einleitung, Auswahl und Kommentar von M. Jonov]. Sofija 1986

Petkanova, Salza: Archimedis operum editio princeps - naj-starata kniga u nac [Archimedis operum editio princeps - das älteste mathematische Buch bei uns]. In: Izvestija na Narodna biblioteka Kiril i Metodij (NBKM) i na Universitetska biblioteka (UB) [Mitteilungen der Nationalbibliothek Kyrillus und Methodius und der Universitätsbibliothek] 5 XI (1965) S. 82-95

Petkova, Liljana: Licnata biblioteka na M. P. Dragomanov [Die Privatbibliothek von M. P. Dragomanov]. In: Bibliotekar [Der Bibliothekar] (1989) Heft 3, S. 33-37

Petkova, Liljana: Prizizneni izdanija na Kapitala v Universitetskata biblioteka v Sofija [Ausgaben von Das Kapital zu Lebzeiten von Marx in der Universitätsbibliothek in Sofia]. In: Bibliotekar (1983) Heft 11, S. 21-26

Stand: Mai 1997

Liljana Petkova


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.