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Bibliothek der Zisterzienserabtei

Adresse: Kloster Marienstatt 1, 57629 Streithausen
Telefon: +492662 9535-0
Telefax: +492662 9535-111
E-Mail: bibliothek@abtei-marienstatt.de
Bibliothekssigel: <AKThB 34>

Unterhaltsträger: Zisterzienserabtei Marienstatt
Funktion: Ordensbibliothek
Sammelgebiete: Cisterciensia und Heimatgeschichte (Westerwald und Mittelrhein).
Der Altbestand wird nur unregelmäßig vermehrt.

Benutzungsmöglichkeiten: Präsenzbibliothek mit Freihandaufstellung; Benutzungsmöglichkeit für auswärtige Besucher nach Absprache.
Leihverkehr: kirchl. Leihverkehr.
Technische Einrichtungen für den Benutzer: Kopiergerät, Lesegerät für Mikroformen.
Hinweise für anreisende Benutzer: Schriftliche oder telefonische Anmeldung erforderlich. Busverbindung ab Bahnhof Hachenburg. A 3, Ausfahrt Dierdorf, B 413; A 45, Ausfahrt Herborn-West, B 255 und B 414.

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Die Einrichtung der Abteibibliothek fiel mit der Gründung des Zisterzienserklosters Marienstatt (1212) zusammen. Gemäß den Ordensvorschriften mußten in jedem neugegründeten Kloster Psalterium, Hymnarium, Antiphonarium, Missale, Graduale, Kollektenbuch, eine Benedictus-Regel und ein Kalendarium vorhanden sein. Diese Bücher, die den Grundstock einer Zisterzienserbibliothek darstellten, wurden im Armarium einer kleinen Wandnische zwischen Sakristei und Kreuzgang - aufbewahrt. Das Marienstatter Armarium wurde nach der Wiederbesiedlung (1888) entdeckt.

1.2 Prior Petrus bat den berühmten Cäsarius von Heisterbach († 1240) um eine Liste seiner Werke, die er abschreiben wollte. Diese Begebenheit und andere Hinweise lassen auf ein Scriptorium in Marienstatt schließen, in dem die benötigten Bücher kopiert wurden. Im Nekrolog (Totenbuch) der Abtei (bis 1450) finden sich mehrere Schenkungen, allerdings ohne Jahresangaben. Die wohl bedeutendste Schenkung erhielt das Kloster 1490 durch Graf Gerhard II. von Sayn (1417-1493); er vermachte der Bibliothek 128 lateinische Pergamenthandschriften. Darunter befanden sich vorwiegend Werke von Augustinus, Ambrosius und Thomas von Aquin.

1.3 Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges brachten dem Kloster und damit auch der Bibliothek großen Schaden. Im Jahre 1625 plünderten schwedische Soldaten die Abtei. In der Barockzeit wurden die baufällig gewordenen mittelalterlichen Klostergebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der 1749 vollendet wurde. Die Bibliothek befand sich im Nordflügel der Abtei, wo heute das Noviziat untergebracht ist. Aus dieser Zeit sind einige Rechnungsbücher erhalten, die aber nur wenig Auskunft über Neuanschaffungen geben. 1751 vermachte Pfarrer Adam Walter aus Montabaur dem Kloster testamentarisch einen größeren Buchbestand aus seiner Bibliothek.

1.4 Die Folgen der Französischen Revolution brachten dem Kloster lange Kriegs- und Krisenjahre, in deren Verlauf die Abtei 1795 von den Franzosen geplündert wurde. Die Aufhebung des Klosters im Jahre 1802 hatte die Verwahrlosung der Bestände zur Folge, da die neuen Besitzer Marienstatts kein Interesse an der Bibliothek zeigten. Der als Pfarrer eingesetzte P. Ignatius Gilles wurde 1809 beauftragt, ein Verzeichnis des Buchbestandes anzufertigen, welches 597 Titel mit etwa 2000 Bdn enthält. Er bemerkte, daß viele ihm noch bekannte Werke nicht mehr vorhanden seien, was er auf Plünderung, Brand und Diebstahl zurückführe. 1822 kam der Bibliotheksbestand nach Wiesbaden und Weilburg.

1.5 Eine neue Klosterbibliothek entstand 1864, als die Väter vom Hl. Geist nach Marienstatt kamen, die bis 1873 hier wirkten. Viele Bücher, die sie bei ihrer Vertreibung zurücklassen mußten, sind erhalten geblieben. Bei der Wiederbesiedlung der Abtei 1888 schenkte das Gründerkloster Mehrerau/Bodensee die ersten Bücher für die Neueinrichtung einer Bibliothek. Auch andere Abteien des Ordens überließen Marienstatt z. T. wertvolle Werke. Von den Weltgeistlichen, die Bücher für die Bibliothek schenkten, ist vor allem der Primissarius Bernhard Widmann aus Eltville zu nennen. Dem ersten Abt nach der Wiederbesiedlung und späteren Bischof von Limburg, Dominikus Willi, verdankt das Kloster viele Werke, besonders Cisterciensia.

1.6 Der heutige Bibliotheksbau entstand 1909 und wurde dem Barockstil angepaßt; auf zwei Etagen befinden sich heute etwa 64.000 Bde. Heimatgeschichtliche Abhandlungen (Mittelrhein und Westerwald) sowie zisterziensische Ordensgeschichte stellen die Sammlungsschwerpunkte des Bestandes dar.

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

2.1 Die Bestandsbeschreibung folgt der Systematik der Abteibibliothek in alphabetischer Reihenfolge. Die Zählung erfolgte teils am Regal, wo die Bestände des 19. Jhs geschätzt wurden, teils durch Auswertung des Systematischen Standortkatalogs. Da eine Reihe von Bdn nicht katalogisiert ist, liegt die Anzahl der tatsächlich vorhandenen Bde etwas höher. Es wurde nach Bdn gezählt. Chronologische Übersicht und Übersicht nach Sprachen

2.2 Von den 19.329 Bdn des historischen Bestandes sind 12 Inkunabeln; 150 Bde stammen aus dem 16. Jh, 546 aus dem 17. Jh, 2140 aus dem 18. Jh und 16.479 aus dem 19. Jh. Am Gesamtbestand der Bibliothek (64.000 Bde) gemessen beträgt der Altbestand ca. 30 Prozent.

2.3 Bei den Werken des 16. und 17. Jhs dominiert die lateinische Sprache (ca. 90 Prozent). Dennoch liegen auch in diesem Zeitraum Ausgaben in deutscher Sprache vor, deren Anzahl sich im 18. Jh beträchtlich erhöht. Besonders hoch ist der Anteil lateinischer Werke bei den Bibelausgaben (ca. 70 Prozent) und den Kirchenvätern (s. u. 2.5, 2.6), doch finden sich hier auch viele Bde in griechischer und hebräischer Sprache.

Systematische Übersicht

2.4 Der Übersicht liegt die heutige Aufstellungssystematik mit 24 Gruppen zugrunde. Es wurde noch eine weitere Gruppe mit unsignierten Werken angefügt. 12 Gruppen mit 11.474 Bdn sind der Theologie zuzurechnen; die anderen 12 Gruppen den profanen Wissenschaften und den Diversa mit 7441 Bdn. Die unsignierten 414 Bde gehören den unterschiedlichsten Fachgebieten an.

2.5 Zur Themengruppe Heilige Schrift gehören 886 Bde; davon 4 Inkunabeln, 7 Bde aus dem 16. Jh, 86 aus dem 17. Jh, 142 aus dem 18. Jh und 646 aus dem 19. Jh. Hierzu zählen die Bibelausgaben in hebräischer und griechischer Sprache (2 Inkunabeln; 16 Bde aus dem 17. Jh, 4 aus dem 18. Jh und 46 aus dem 19. Jh) und die Übersetzungen ins Lateinische, Deutsche und in andere Sprachen (eine Inkunabel, 4 Bde aus dem 16. Jh, 5 aus dem 17. Jh, 80 aus dem 18. Jh und 179 aus dem 19. Jh). Bei der Exegese finden sich 277 Bde: einer aus dem 16. Jh, 56 aus dem 17. Jh, 20 aus dem 18. Jh und 200 aus dem 19. Jh. Ferner sind eine Inkunabel, 2 Bde aus dem 16. Jh, 10 aus dem 17. Jh, 38 aus dem 18. Jh und 221 aus dem 19. Jh zu nennen, die zum weiteren Umfeld der Heiligen Schrift gehören (Lexika, Konkordanzen, Apokrypha und Judaica).

2.6 Bei den Väterausgaben (einschließlich Konzilien) finden sich insgesamt 470 Bde: eine Inkunabel, 16 Bde aus dem 16. Jh, 29 aus dem 17. Jh, 60 aus dem 18. Jh und 364 aus dem 19. Jh. Bemerkenswert ist die hohe Anzahl der Ausgaben von Johannes Chrysostomus und Augustinus. Die Dogmatik ist mit 1173 Bdn (eine Inkunabel, 8 Bde aus dem 16. Jh, 37 aus dem 17. Jh, 127 aus dem 18. Jh und 1000 aus dem 19. Jh) vertreten. Bei der vortridentinischen Theologie (eine Inkunabel, 3 Bde aus dem 16. Jh, 16 aus dem 17. Jh, 55 aus dem 18. Jh und 184 aus dem 19. Jh) ist besonders auf die zahlreichen Ausgaben von Thomas von Aquin hinzuweisen. Zur Moraltheologie (einschließlich Kasuistik) gehören 444 Bde, wobei 20 aus dem 17. Jh, 98 aus dem 18. Jh und 326 aus dem 19. Jh stammen. Erwähnenswert sind 24 Medullen und Repetitorien, von denen 10 aus dem 17. Jh, 7 aus dem 18. Jh und 7 aus dem 19. Jh stammen.

2.7 Beim Kirchenrecht (400 Bde, davon 5 aus dem 16. Jh, 18 aus dem 17. Jh, 104 aus dem 18. Jh und 273 aus dem 19. Jh) sind die älteren Kanonisten besonders zahlreich vertreten: ein Bd aus dem 16. Jh, 10 aus dem 17. Jh, 68 aus dem 18. Jh und 22 aus dem 19. Jh. Zu den Kanon- und Dekretsammlungen (Institutiones, Praelectiones, ius publicum, ius privatum) gehören 18 Bde aus dem 18. Jh und 121 aus dem 19. Jh. Die Anzahl der Quellenwerke zum Kirchenrecht beträgt 42, davon 4 aus dem 16. Jh, 8 aus dem 17. Jh und 23 aus dem 19. Jh.

2.8 Zum Bereich Liturgik, Pastoral gehören 785 Bde: eine Inkunabel; 3 Bde aus dem 16. Jh, 53 aus dem 17. Jh, 115 aus dem 18. Jh und 613 aus dem 19. Jh. Die Anzahl der römischen Breviere und der übrigen römisch-liturgischen Bücher beträgt 152 (eins aus dem 16. Jh, 16 aus dem 17. Jh, 29 aus dem 18. Jh und 24 aus dem 19. Jh). Bei den partikulären Liturgien (28 Bde aus dem 17. Jh, 35 aus dem 18. Jh und 24 aus dem 19. Jh) überwiegen die liturgischen Bücher der Zisterzienser (Psalterien, Antiphonarien und Lektionare).

2.9 Die Abteilung Predigt und Katechese stellt mit 2405 Bdn (3 aus dem 16. Jh, 34 aus dem 17. Jh, 407 aus dem 18. Jh und 1961 aus dem 19. Jh) den größten Teilbereich dar, wobei die allgemeinen Predigtwerke mit 3 Bdn aus dem 17. Jh, 187 aus dem 18. Jh und 476 aus dem 19. Jh überwiegen. Auffallend hoch ist die Anzahl der fremdsprachigen Predigten (eine aus dem 16. Jh, 26 aus dem 17. Jh, 40 aus dem 18. Jh und 77 aus dem 19. Jh), die meist in lateinischer Sprache abgefaßt sind. Ferner sei auf die Frühpredigten, katechetischen und liturgischen Predigten (26 aus dem 18. Jh und 220 aus dem 19. Jh), die Fest- und hagiologischen Predigten (3 aus dem 17. Jh, 57 aus dem 18. Jh und 141 aus dem 19. Jh) und auf die Fasten-, Missions- und Standespredigten (19 aus dem 18. Jh und 197 aus dem 19. Jh) hingewiesen. 481 Bde gehören zur Katechese, davon sind 2 aus dem 16. Jh, einer aus dem 17. Jh, 39 aus dem 18. Jh und 439 aus dem 19. Jh. An Katechismen (einschließlich Exempelbücher) sind 124 Bde vorhanden: 2 aus dem 16. Jh, einer aus dem 17. Jh, 7 aus dem 18. Jh und 114 aus dem 19. Jh.

2.10 Die zweitgrößte Gruppe ist die Asketik (einschließlich Spiritualität) mit 2018 Bdn: 7 aus dem 16. Jh, 90 aus dem 17. Jh, 225 aus dem 18. Jh und 1696 aus dem 19. Jh. Den größten Anteil machen die Betrachtungen (allgemeine, über besondere Gegenstände und Exerzitienbetrachtungen) aus: 466 Bde, davon 12 aus dem 17. Jh, 75 aus dem 18. Jh und 379 aus dem 19. Jh. Zur speziellen Asketik (Weltleute, Priester und Ordensleute) lassen sich 2 Bde aus dem 16. Jh, 15 aus dem 17. Jh, 40 aus dem 18. Jh und 212 aus dem 19. Jh zählen. Besonders erwähnenswert sind hier Ausgaben der Benedictus-Regel aus dem 17. und 18. Jh. Zwei größere Untergruppen stellen besondere Andachten (ein Bd aus dem 16. Jh, 11 aus dem 17. Jh, 20 aus dem 18. Jh, 233 aus dem 19. Jh) und Gebetbücher dar. Letztere sind in vier Gruppen aufgeteilt: Diözesen, verschiedene Anlässe und Zielgruppen sowie fremdsprachige, meist lateinische Ausgaben (insgesamt 316 Bde, einer aus dem 16. Jh, 9 aus dem 17. Jh, 41 aus dem 18. Jh und 265 aus dem 19. Jh).

2.11 Die Kirchengeschichte ist mit 917 Bdn vertreten, davon sind 4 aus dem 16. Jh, 20 aus dem 17. Jh, 136 aus dem 18. Jh und 757 aus dem 19. Jh. Hier finden sich vor allem Hand- und Lehrbücher der allgemeinen Kirchengeschichte: 101 aus dem 18. Jh und 272 aus dem 19. Jh; aber auch Periodica (insgesamt 122; 3 aus dem 17. Jh, 10 aus dem 18. Jh und 109 aus dem 19. Jh). Ferner sind die vatikangeschichtlichen Werke (einschließlich Papstgeschichte) - 2 aus dem 16. Jh, 3 aus dem 17. Jh, 6 aus dem 18. Jh, 116 aus dem 19. Jh und Ausgaben zur Kirchengeschichte Deutschlands (einschließlich Diözesangeschichte) mit 172 Bdn bemerkenswert, davon einer aus dem 17. Jh, 14 aus dem 18. Jh und 157 aus dem 19. Jh.

2.12 Bei der Ordensgeschichte liegen insgesamt 798 Bde vor (2 Inkunabeln, 2 Bde aus dem 16. Jh, 59 aus dem 17. Jh, 86 aus dem 18. Jh und 648 aus dem 19. Jh). Hierzu gehören allgemeine Darstellungen (2 aus dem 17. Jh, 13 aus dem 18. Jh, 40 aus dem 19. Jh), benediktinische Orden (4 aus dem 17. Jh, 22 aus dem 18. Jh, 87 aus dem 19. Jh) und die nichtbenediktinischen Orden (eine aus dem 17. Jh, 7 aus dem 18. Jh, 79 aus dem 19. Jh). Der hohe Anteil an jesuitischer Ordensgeschichte fällt auf. Die meisten Werke der Ordensgeschichte betreffen den Zisterzienserorden (362 Bde; 7 aus dem 17. Jh, 23 aus dem 18. Jh und 332 aus dem 19. Jh). Die Gruppe der zisterziensischen Biographien und Bibliographien weist 22 Bde aus dem 17. Jh, 8 aus dem 18. Jh und 31 aus dem 19. Jh auf. Dem Ordensvater Bernhard von Clairvaux ist eine eigene Gruppe gewidmet, zu der sich 120 Bde rechnen lassen: 2 Inkunabeln, 2 Bde aus dem 16. Jh, 23 aus dem 17. Jh, 13 aus dem 18. Jh und 79 aus dem 19. Jh.

2.13 Zur Hagiographie gehören 696 Bde, einer aus dem 16. Jh, 16 aus dem 17. Jh, 29 aus dem 18. Jh und 650 aus dem 19. Jh. Den größten Anteil stellen die Einzeldarstellungen dar: 3 aus dem 17. Jh, 6 aus dem 18. Jh und 245 aus dem 19. Jh. Bei den fremdsprachigen Legenden überwiegen die lateinischen (insgesamt 162, 10 aus dem 17. Jh, 8 aus dem 18. Jh und 144 aus dem 19. Jh), wobei hier besonders auf die Bollandisten (Acta Sanctorum) hinzuweisen ist. Daneben sind auch Martyrologien und einige Lexika vorhanden.

2.14 Bei der Weltgeschichte (1391 Bde, 7 aus dem 16. Jh, 15 aus dem 17. Jh, 182 aus dem 18. Jh und 1187 aus dem 19. Jh) überwiegt die Deutsche Geschichte mit 604 Bdn, von denen 6 ins 17. Jh, 93 ins 18. Jh und 505 ins 19. Jh gehören. Gesamtdarstellungen und Einzeldarstellungen (Orientalen, Griechen, Römer) machen 297 Bde aus, davon 3 aus dem 16. Jh, 2 aus dem 17. Jh, 21 aus dem 18. Jh und 271 aus dem 19. Jh.

2.15 Den kleinsten Bereich nimmt die Kulturgeschichte mit 43 Bdn (2 aus dem 18. Jh und 41 aus dem 19. Jh) ein. Die Biographien sind mit 424 Bdn vertreten (einer aus dem 17. Jh, 8 aus dem 18. Jh und 415 aus dem 19. Jh), wobei die Sammelwerke den größten Teil ausmachen (181 Bde aus dem 19. Jh). In der Philosophiegeschichte liegen 466 Bde vor (2 aus dem 16. Jh, 9 aus dem 17. Jh, 61 aus dem 18. Jh und 394 aus dem 19. Jh). Bei den systematischen Darstellungen (5 Bde aus dem 17. Jh, 14 aus dem 18. Jh und 144 aus dem 19. Jh) finden sich einige lateinische Bde.

2.16 Zur Rechtswissenschaft gehören 321 Bde (einer aus dem 16. Jh, 6 aus dem 17. Jh, 20 aus dem 18. Jh und 294 aus dem 19. Jh), wobei 41 Bde auf das römische Recht entfallen (einer aus dem 16. Jh, einer aus dem 17. Jh, 11 aus dem 18. Jh und 28 aus dem 19. Jh).

2.17 Bei den Sprachwissenschaften sind 664 Bde vertreten, davon 14 aus dem 16. Jh, 16 aus dem 17. Jh, 102 aus dem 18. Jh und 532 aus dem 19. Jh. Zu den orientalischen Sprachen zählen insgesamt 58 Bde (4 aus dem 17. Jh, 18 aus dem 18. Jh und 36 aus dem 19. Jh). Auffällig ist der hohe Anteil der griechischen Sprache (ein Bd aus dem 16. Jh, einer aus dem 17. Jh, 5 aus dem 18. Jh, 68 aus dem 19. Jh) sowie der lateinischen Ausgaben (13 aus dem 16. Jh, 11 aus dem 17. Jh, 59 aus dem 18. Jh und 91 aus dem 19. Jh). In der Literaturabteilung, wie die Kulturgeschichte ein neueres Sammelgebiet, finden sich 710 Bde, davon nur einer aus dem 16. Jh und 19 aus dem 18. Jh, 690 stammen aus dem 19. Jh. Der Bestand umfaßt 205 Bde deutsche Literatur ab 1600, davon 3 aus dem 18. Jh; zu den fremdsprachigen Werken gehören 233 Bde (einer aus dem 16. Jh, 12 aus dem 18. Jh und 220 aus dem 19. Jh), wobei die englische und die französische Literatur den größten Anteil stellen.

2.18 Überraschend hoch ist der Bestand im Bereich Erziehung und Unterricht: 1206 Bde, von denen einer ins 16. Jh, einer ins 17. Jh, 18 ins 18. Jh und 1186 ins 19. Jh gehören. Hierzu zählen viele Schulbücher mit einem hohen Anteil an orientalischen Sprachen, Griechisch und Latein (ein Bd aus dem 16. Jh, einer aus dem 17. Jh, 6 aus dem 18. Jh und 483 aus dem 19. Jh). Die Kunst ist mit 133 Bdn, davon einer des 18. Jhs, spärlich vertreten. Die 266 Bde aus dem Bereich Musik, Gesang stammen alle aus dem 19. Jh.

2.19 Bei den Naturwissenschaften und der Mathematik finden sich 426 Bde: einer aus dem 17. Jh, 25 aus dem 18. Jh und 400 aus dem 19. Jh. Den größten Anteil stellt die allgemeine Naturkunde mit 75 Bdn (14 aus dem 18. Jh und 61 aus dem 19. Jh), es folgt Mathematik mit 70 Bdn (einer aus dem 17. Jh, 4 aus dem 18. Jh und 65 aus dem 19. Jh). In der Geographie lassen sich 273 Bde nachweisen: 3 aus dem 17. Jh, 16 aus dem 18. Jh und 254 aus dem 19. Jh. Neben der allgemeinen wissenschaftlichen Erdbeschreibung (50 Bde; 2 aus dem 17. Jh, 4 aus dem 18. Jh, 44 aus dem 19. Jh) stellen die Reiseführer den größten Anteil (7 Bde aus dem 18. Jh und 96 aus dem 19. Jh).

2.20 In einer letzten Gruppe schließen sich die Diversa, Sammelwerke und Zeitschriften an; letztere insofern sie nicht den jeweiligen Fachgruppen zugeordnet wurden: 1600 Bde; 61 aus dem 18. Jh und 1539 aus dem 19. Jh, wobei die Lexika und Zeitschriften mit 9 Bdn aus dem 18. Jh und 740 aus dem 19. Jh den größten Anteil ausmachen. Zu den theologischen Lexika und Zeitschriften lassen sich insgesamt 317 Bde zählen, 10 aus dem 18. Jh und 307 aus dem 19. Jh. Diverse Sammelwerke, zu denen 42 aus dem 18. Jh und 407 aus dem 19. Jh gehören, schließen sich an.

2.21 Zur Gruppe unsignierter Exemplare zählen 414 Bde: 3 Inkunabeln, 68 des 16. Jhs, 32 des 17. Jhs, 96 des 18. Jhs und 215 des 19. Jhs. Da die meisten dieser Werke erst vor kurzem gefunden wurden, ist eine nähere Auswertung nicht möglich. Lediglich auf ein unvollständiges Exemplar der Schildbürgerstreiche sei hingewiesen, das Joh. Ludovicus Vives Valentinius' De disciplinis Libri XX (Köln 1536) beigebunden ist und aus dieser Zeit stammt.

3. KATALOGE

3.1 Moderne Kataloge

digitaler Katalog in Allegro-C
Die Bestände sind in keinem Zentralkatalog nachgewiesen.

3.2 Historische Kataloge

Systematischer Standortkatalog und alphabetischer Autorenkatalog in Karteiform nach PI (2003 abgebrochen)

Stichwortkatalog in Karteiformat nach PI (1980-2003)

Inventarium Bibliothecae in St. Marienstatt erectum per Ignatium Gilles Pastorem ibid. [Verzeichnis von 1811, von P. Ignatius Gilles angefertigt; enthält 13 Abschnitte mit 597 Titeln (alphabetisch) in ca. 2000 Bdn. Über einen Verbleib dieser Bücher ist nichts bekannt.]

Allgemeiner Catalog der Bibliothek in Marienstatt (in epi XIII Aug. 1868 T. Ch. Fr. R.)

[alphabetisch nach Autoren geordneter Katalog mit 517 Titeln in ca. 4000 Bdn; enthält den Bestand der neuen Bibliothek, die von den Spiritanern (1864-1873) angelegt worden war. Da diese den Bestand bei ihrer Vertreibung zurücklassen mußten, dürften sich die meisten Bücher heute noch in der Bibliothek befinden.]

4. DARSTELLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER BIBLIOTHEK

4.1 Archivalien

In den Rechnungsbüchern des letzten Zellerars von Marienstatt vor der Aufhebung, P. Stephan Driesch, finden sich einige Hinweise auf den Ankauf verschiedener Bücher. Ein Rechnungsbuch (1786-1794) ist im Archiv der Abtei Marienstatt, die anderen vier sind im Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden.

Schenkungen an die Bibliothek im Nekrolog der Abtei (bis 1450) [ebenfalls Hauptstaatsarchiv Wiesbaden; veröffentlicht in: Struck, Wolf Heino: Das Cistercienserkloster Marienstatt im Mittelalter. Urkundenregesten, Güterverzeichnisse und Nekrolog. Wiesbaden 1965, Nr. 1410]

4.2 Darstellungen

Ditscheid, Jörg: Die Bibliothek der Abtei Marienstatt als frühes Beispiel für Eisenbetonbau im Westerwald, in: Wäller-Heimat 2016, S. 41-49, 11 Abb., 1 Tab.

Kloth, Albert: Zur Geschichte der Bibliothek der Abtei Marienstatt, in: Mitteilungsblatt AKThB 9 (1961/62) S. 53-60.

Kloth, Albert: Zur Geschichte der Bibliothek der Abtei Marienstatt, in: Festschrift zum 750jährigen Gründungsjubiläum 1212-1962. Marienstatt 1962 (Marienstatter Gesammelte Aufsätze 1) S. 38-47.

5. VERÖFFENTLICHUNGEN ZU DEN BESTÄNDEN

Ditscheid, Jörg: Das Professbuch der Zisterzienserinnen von Niederwerth, in: Heimatbuch 2020 des Landkreises Mayen-Koblenz, S., 244-247.

Ditscheid, Jörg [Fr. Michael Ditscheid]: Der historische Altbestand von Bernhardsausgaben der Abteibibliothek Marienstatt, in: Mitteilungsblatt der AKThB 39 (1992) S. 133-138.

Wellstein, Gilbert: Eine Bücherschenkung des Grafen Gerhard von Sayn an die Abtei Marienstatt im Jahre 1490, in: Cistercienser-Chronik 24 (1912), S. 321 ff.

Zedler, Gottfried: Die Inkunabeln Nassauischer Bibliotheken, in: Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung. 31 (1900), Nr. 10, 17, 69, 97, (104), 121, 138, (181), 220, (233), (249), (255), 278, (382), 425, (435), (483), (524), (535), (567), 583, (607), (642), (657), 669, 717, (736) [in Klammern: nicht direkt bezeugt, aber nach einem alten Verzeichnis höchst wahrscheinlich].

Aktualisiert: Oktober 2020
Jörg Ditscheid

vorheriger Stand: März 1991
Frater Michael Ditscheid OCist




Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.