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Bibliothek des Instituts für Astronomie - Universitäts-Sternwarte an der Universität Wien

Adresse. . Türkenschanzstr. 17, 1180 Wien [Karte]
Telefon. . (0222) 470 68 00-86
Telefax. . (0222) 470 68 00-15
Bibliothekssigel. .<UBW-107>

Unterhaltsträger. . Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung. Universitätsbibliothek Wien
Funktion. Öffentlich zugängliche Institutsbibliothek.
Sammelgebiete. . Astronomie und angrenzende Wissensgebiete.

Benutzungsmöglichkeiten. . Ausleihbibliothek (bis auf Präsenzbestand). - Öffnungszeiten: Mittwoch 14-18 Uhr, Donnerstag 14-17 Uhr (in der vorlesungsfreien Zeit verkürzte Öffnungszeiten). - Leihverkehr: ÖLV, internat. Leihverkehr über UB Wien.
Technische Einrichtungen für Benutzer. Kopiergerät, Mikrofiche-Lesegerät.
Hinweise für anreisende Benutzer. Straßenbahn-Ringlinien oder U 2 bis Schottentor, dann Straßenbahnlinien 40 oder 41 bis Haltestelle Aumannplatz.

1. BESTANDSGESCHICHTE

1.1 Die Universitätssternwarte wurde im Jahre 1756 eingerichtet. Als erster Direktor fungierte bis 1792 der Jesuit Maximilian Hell. Auf sein Betreiben übergab die Universitätsbibliothek Wien der Sternwarte eine Reihe von Büchern. Damit war der Grundstein zu einer Bibliothek gelegt, deren Bestand durch einige Nachlässe, insbesondere von Institutsmitgliedern, vor allem aber durch systematischen Ankauf gezielt erweitert wurde.

1.2 In den dreißiger Jahren des 20. Jhs wurde eine größere Anzahl nicht-facheinschlägiger Werke veräußert, um aus dem Erlös dringende Neuanschaffungen (u. a. Photoplatten) tätigen zu können. Die Bibliothek war während des Zweiten Weltkriegs nicht verlagert und überstand die Kriegswirren vollkommen unbeschädigt.

2. BESTANDSBESCHREIBUNG

Chronologische Übersicht und Übersicht nach Sprachen

2.1 Bei einem Gesamtbestand von ca. 97.000 Bdn (inklusive Periodika) sind rund 2900 Titel bis 1900 erschienen. Davon sind 2 Inkunabeln; 39 Titel stammen aus dem 16. Jh, 84 aus dem 17. Jh, 288 aus dem 18. Jh und 2305 (79 Prozent) aus dem 19. Jh. 186 Titel weisen kein Erscheinungsjahr auf, sind aber ebenfalls dem historischen Bestand zuzuzählen. Die Zahlenangaben basieren auf der Titelzählung anhand der Inventarbücher. Auch beigebundene Schriften wurden erfaßt.

2.2 1625 Titel (56 Prozent) liegen in deutscher Sprache vor. 476 Titel sind französisch, 327 lateinisch, 320 englisch und 119 italienisch. Die restlichen 37 Werke sind in sonstigen Sprachen verfaßt.

Systematische Übersicht

2.3 Die Bücher sind nach Sachgebieten aufgestellt und für die Benutzer freihand zugänglich. Davon ausgenommen ist der gesondert aufgestellte Altbestand (Werke bis 1800 sowie einige seltene Schriften des 19. Jhs).

2.4 Rund 1330 Titel sind der Astronomie zugeordnet. Es überwiegen die deutschsprachigen Bestände, gefolgt von französischen und englischen Titeln. Die Abteilung weist eine stattliche Anzahl von Werken des 16. und 17. Jhs auf, darunter J. Fabris Introductorium astronomicum (Paris 1517), Georg Cunelius' Opusculum astrologicum (Leipzig 1590), Tycho Brahes Astronomiae instauratae progymnasmata (Nürnberg 1602) und Gottfried Kirchs Neue Himmelszeitung, darinnen von dem Grossen 1680 erschienenen Cometen Bericht zu finden (Nürnberg 1681). Weiters ist ein Sammelband mit 27 Flugschriften über die Kometen von 1618 und 1680 (1619-1681) vorhanden. Hinzu kommen 80 astronomische Tafeln, z. B. Johannes Keplers Tabulae Rudolphinae (1627) und eine Sammlung astronomischer Tafeln der k. preussischen Academie der Wissenschaften (1776). Die ältesten der vorwiegend in Latein geführten Tafeln reichen in das 16. Jh zurück. Ergänzend dazu gibt es 60 astronomische Karten.

2.5 Zur Mathematik sind 490 Titel verzeichnet. Auch hier gibt es einen kleinen Bestand an Drucken des 16. bis 18. Jhs, darunter ein Dictionnaire mathématique (1691) und zwei Werke W. J. G. Karstens, Lehrbegriff der gesammten Mathematik (1767-1777) und Auszug aus den Anfangsgründen und dem Lehrbegriffe der mathematischen Wissenschaften (1785). Es dominieren aber die deutschsprachigen Werke aus dem 19. Jh. Darüber hinaus sind 75 mathematische Tafeln vorhanden, u. a. Georg Vegas Thesaurus logarithmorum completus (1794).

2.6 Die Physik ist mit rund 315 Titeln vertreten. Es finden sich neben allgemeinen Darstellungen und Abhandlungen zu einzelnen Teilbereichen zahlreiche Lehrbücher, wie Benjamin Scholz' Anfangsgründe der Physik (1821) und W. Eisenlohrs Lehrbuch der Physik (1836). Hinzu kommen Nachschlagewerke, z. B. Johann Samuel Traugott Gehlers Physikalisches Wörterbuch (1825-1845).

2.7 Ca. 90 Titel, überwiegend aus dem 19. Jh, gibt es zur Geodäsie. Der kleine Bestand aus dem 18. Jh weist u. a. Pierre Louis Moreau de Maupertuis' La figure de la terre (1738) und Friedrich Wilhelm Gerlachs Bestimmung der Gestalt und Größe der Erde (1782) auf. Die Werke sind großteils in Deutsch verfaßt, gefolgt von Französisch und Englisch. Wien 4a Institut für Astronomie/Universitätssternwarte 1.1

2.8 94 Titel, ebenfalls fast ausschließlich aus dem 19. Jh, behandeln Meteorologie und Erdmagnetismus. Unter den älteren Werken findet sich Anton Pilgrams Untersuchungen über das Wahrscheinliche der Wetterkunde (1788). Weiters sind 16 meteorologische Tafeln aus dem 19. Jh vorhanden, u. a. C. L. G. Winklers Tafeln um Barometerstände zu reduciren (1820).

2.9 80 Werke widmen sich der Geographie, darunter Lehr- und Handbücher sowie Lexika (Charles Matys Dictionnaire géographique universel, 1711). Von den größtenteils aus dem 19. Jh stammenden Titeln sei Heinrich Birnbaums Grundzüge der astronomischen Geographie (1862) erwähnt. Ferner liegen 20 geographische Karten vor.

2.10 Unter den 87 Titeln zur Chronologie finden sich auch einige frühe Drucke, wie Gerardus Mercators und Matthaeus Beroalds Chronologia (Basel 1577). 30 Titel sind zum Bereich Reisen verzeichnet, z. B. Georg Neumayers Anleitung zu wissenschaftlichen Beobachtungen auf Reisen (1875). Unter Diverses sind 34 Sammelwerke zu den Gebieten Astronomie, Geographie, Mathematik und Geschichte zusammengefaßt. Nur einige wenige Titel sind zu Maß und Gewicht ausgewiesen.

2.11 Die Biographien (58 Titel) sind fast ausnahmslos großen Astronomen gewidmet, z. B. Nikolaus Kopernikus (13 Titel) und Galileo Galilei (17). Abgerundet wird der Bestand durch rund 40 Wörterbücher und Bücherkataloge vorwiegend des 19. Jhs. Daneben gibt es einige Zeitschriftentitel, z. B. The Nautical Almanac, welcher lückenlos von 1771 bis 1992 vorhanden ist.

Sondersammlungen

2.12 Der Bibliothek angeschlossen ist eine Sammlung von Publikationen von ca. 250 vorwiegend ausländischen Sternwarten, die durch Tausch an das Institut gekommen sind. Gesondert aufgestellt sind ferner einige hundert Varia (vor allem Sonderdrucke), insbesondere zur Astronomie. Sie stammen großteils aus dem 19. Jh.

3. KATALOGE

Inventarbücher [anfangs nach systematischer Ordnung; hschr., Titel werden laufend eingetragen]

Autorenkatalog

[in Zettelform, nach hauseigenen Regeln]

Sachkatalog [in Mappenform; mschr. geführt bis 1978, ab dann Titel mit EDV verfaßt]

Sachkatalog [in Zettelform; 1979 ff., Ausdruck der mit EDV erfaßten Titel]

Zeitschriftenkataloge

[in Mappenform und EDV-Katalog]

Stand: November 1992

Gerhard Polnitzky


Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner.
Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.